Von Profi bis vereinslos  Kickers-Abgänge schlugen unterschiedlichste Wege ein

| | 26.10.2023 16:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Applaus als Dank für die treuen Fans: Viel zu feiern hatte Kickers Emden in der Regionalliga-Saison nicht. Danach gab es einen Riesenumbruch – unter anderem gingen (von links) Leon Kugland, Nick Köster, Ilyas Bircan, Rico Cordes und Gabriel Bamezon. Archivfoto: Doden, Emden
Applaus als Dank für die treuen Fans: Viel zu feiern hatte Kickers Emden in der Regionalliga-Saison nicht. Danach gab es einen Riesenumbruch – unter anderem gingen (von links) Leon Kugland, Nick Köster, Ilyas Bircan, Rico Cordes und Gabriel Bamezon. Archivfoto: Doden, Emden
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18 Spieler hatten Kickers Emden im Sommer verlassen. Nur die wenigsten blieben in Ostfriesland. Einer hatte schon drei neue Klubs. Eine Übersicht.

Emden - Bei Kickers Emden hatte es im Sommer einen Mega-Kaderumbruch gegeben: Nur acht Spieler blieben nach dem Abstieg in die Fußball-Oberliga – mehr als doppelt so viele verließen den Klub. Aber was wurde aus den 18 Kickers-Abgängen dieses Sommers? Manche suchen ihr Glück weiterhin in der Regionalliga – mal mehr, mal weniger erfolgreich. Andere verschlug es in untere Ligen. Ilyas Bircan war nach der Zeit bei Kickers schon bei zwei anderen Klubs in Deutschland, nun ist er aber bei einem türkischen Klub gelistet. Fünf Ex-Emder sind sogar noch ohne neuen Verein.

Nick Köster (BV Garrel): Den Mittelfeldabräumer zog es nach nur einem Jahr in Emden zum ambitionierten Landesliga-Aufsteiger aus dem Kreis Cloppenburg. Dort übernimmt Köster die Rolle des spielenden Co-Trainers. Nach einem erfolgreichen Ligastart (3:0-Sieg) und einem Auftritt über die volle Spielzeit fehlte er einige Wochen verletzungsbedingt. Mittlerweile ist der 32-Jährige aber wieder fit und bewies seine Klasse zuletzt auch beim 3:0-Sieg in Esens.

Matthias Goosmann (VfL Oldenburg): „Goosi“ war über Jahre eines der Gesichter bei Kickers. Nach acht Jahren beim BSV entschied sich der Oldenburger für einen Wechsel zu einem Oberliga-Klassengefährten vor Ort, den VfL Oldenburg. Bei diesem ist der 30-Jährige einer der Führungsspieler, trug im Spiel gegen Rheden (1:2) sogar die Binde, als Kapitän Fynn Friedrichs fehlte. Bei seiner Rückkehr im Emder Ostfriesland-Stadion spielte der Mittelfeldmann über 90 Minuten und kassierte gegen die alten Kollegen eine 0:2-Niederlage.

Tade Niehues stellt beim VfL Oldenburg seine Treffsicherheit unter Beweis. Foto: Doden, Emden
Tade Niehues stellt beim VfL Oldenburg seine Treffsicherheit unter Beweis. Foto: Doden, Emden

Tade Niehues (VfL Oldenburg): Auch der Stürmer aus Riepe schloss sich dem VfL Oldenburg an. Während der 20-Jährige bei seiner einjährigen Leihe vom VfB Oldenburg nach Emden nicht vollends überzeugen konnte und nur auf 662 Spielminuten und zwei Tore kam, gehört er beim VfL zum Stammpersonal. Mit fünf Oberliga-Toren ist er aktuell der treffsicherste Oldenburger.

Leon Kugland (SV Meppen II): Nach einer halbjährigen Leihe ist der 24-Jährige wieder zu seinem Ausbildungsverein SV Meppen zurückgekehrt. Dort ist er Stammkraft bei der Reserve in der Oberliga. Kugland agiert dort aber etwas offensiver als in Emden, wo er als Linksverteidiger eingesetzt worden war. Zwei Treffer gelangen Kugland in dieser Saison, einer davon gegen Kickers beim 3:2-Sieg der Meppener.

Malte Schuchardt: (Phönix Lübeck): Der 25-Jährige war im Winter vom FC St. Pauli II zum BSV gekommen und wechselte sich in der Rückrunde mehr oder weniger mit Isaak Djokovic im Kickers-Tor ab. Die Emder trennten sich nach der Saison von ihm. Schuchardt blieb in der Regionalliga Nord, wollte beim aktuellen Spitzenreiter Phönix Lübeck die abgewanderte Nummer eins beerben. Doch er verlor den Konkurrenzkampf und kam bislang nur in der Reserve (Landesliga) zum Einsatz. Mitte August holte sich Phönix mit Max Sprang – der in diesem Sommer auch bei Kickers Emden einer der Test-Torhüter war – einen weiteren Keeper. Seitdem steht Schuchardt nicht mal mehr im Spieltagskader.

Benjamin Friesen (SC Wiedenbrück): Der junge Offensivspieler war Emdens Last-Minute-Transfer zur Rückrunde. Er kam von einem isländischen Zweitligisten. In zwölf Einsätzen für Kickers gelang ihm ein Treffer. In dieser Saison steht der 20-Jährige beim SC Wiedenbrück unter Vertrag. Beim Tabellen-14. der Regionalliga West ist Friesen der zweitjüngste Spieler des Kaders und derjenige mit dem niedrigsten Marktwert beim Portal Transfermarkt.de (10.000 Euro). Nach vier Jokereinsätzen durfte er am Sonnabend beim 0:3 bei der U23 des 1. FC Köln erstmals von Beginn an ran.

Rico Cordes (am Ball) spielt jetzt wieder in der Niederlande. Foto: Doden, Emden
Rico Cordes (am Ball) spielt jetzt wieder in der Niederlande. Foto: Doden, Emden

Rico Cordes (VV Staphorst): Der Niederländer, der einer der positiven Erscheinungen in der Emder Rückserie gewesen war, spielt nun wieder in seiner Heimat – und zwar bei VV Staphorst in der Derde Divisie A. Es ist die vierthöchste Spielklasse in den Niederlanden. Der 24-jährige Mittelfeldspieler kam bei seinem neuen Klub bislang nicht wirklich über die Rolle des Einwechselspielers hinaus.

Gabriel Bamezon (TuS Esens): Der groß gewachsene Stürmer konnte die an ihn gestellten Erwartungen bei seinem neuen Klub noch nicht wirklich erfüllen. Auch beim TuS Esens ist der 22-Jährige zumeist nur Joker. Ein Landesliga-Tor gelang ihm bislang noch nicht.

Marc Augé (BW Lohne): Bei Kickers Emden hatte der zentrale Mittelfeldspieler großes Verletzungspech, kam nur auf zwei Regionalliga-Einsätze. Bei seinem neuen Klub, Regionalliga-Überraschungsteam BW Lohne, blieb er bislang von größeren Verletzungen verschont und arbeitete sich durch gelungene Joker-Auftritte und einem Tor zum 1:0-Sieg gegen Spelle-Venhaus an die Startelf heran. Bei zwei der vergangenen drei Regionalliga-Partien durfte der 22-Jährige von Beginn an ran.

Ibrahim Sillah (ACV Assen): Der kräftige Mittelfeldspieler ist bei Kickers Stammspieler gewesen, eher er zur Regionalliga-Rückrunde aussortiert wurde. Seit dieser Spielzeit kickt der 28-Jährige wieder beim ACV Assen in der Tweede Divisie, der dritthöchsten Spielklasse in den Niederlanden. Er hat sich einen Stammplatz erarbeitet und war zuletzt mit der Nationalmannschaft von Sierra Leone auf Länderspielreise. Beim 1:1 gegen Benin spielte er von Anfang an.

Ilyas Bircan (Manisa 1965 Spor Kulübü): Den bislang verrücktesten Weg aller Emder Sommer-Abgänge hat Ilyas Bircan eingeschlagen. Der einstige deutsche Junioren-Nationalspieler steht mittlerweile beim türkischen Klub Manisa 1965 Spor Kulübü unter Vertrag. Es ist bereits sein dritter Verein seit seinem Aus bei Kickers im Sommer. Mitte Juli präsentierte Landesliga-Absteiger Frisia Wilhelmshaven den Offensivspieler als Neuzugang. Ein Pflichtspiel bestritt Bircan für Wilhelmshaven aber nie – wohl aber für den Bezirksligisten TuSpo Petershütte. Bei seinem Debüt (ein 4:2 im Bezirkspokal gegen Eintracht Nordheim) erzielte der Ex-Emder direkt einen Dreierpack. Es folgten ein weiteres Bezirkspokalspiel und eine Partie in der Bezirksliga, ehe sich der 24-Jährige von der TuSpo-Mannschaft verabschiedete und in die Türkei wechselte.

Milad Faqiryar (Co-Trainer SpVg Aurich): Den Verteidiger und langjährigen Emder Stammspieler plagen seit längerer Zeit Knieprobleme. Diese zwangen ihn öfters zum Kürzertreten. Im Sommer entschied er sich, mit dem Kicken (erstmal) aufzuhören und die ersten Schritte einer Trainerkarriere zu machen. Er fungiert bei Bezirksligist SpVg Aurich als Co-Trainer.

Timo Kuhlmann (SV Großefehn): Bei Kickers ist der 29-Jährige nie über die Rolle des Ersatzkeepers hinausgekommen. Beim Bezirksligisten SV Großefehn machte ihn Trainer Bi Le Tran nach dem Saisonstart zur Nummer eins. Mit 13 Gegentreffern hat Großefehn die drittwenigsten der Liga kassiert.

Noch vereinslos: Mit Jannik Wetzel, Alagie Jabbie, Ronald Lombaya, Ismet Osmani und Corvin Braun sind fünf Emder Sommer-Abgänge laut Transfermarkt.de noch ohne neuen Klub. Für den Rheiderländer Corvin Braun ist Fußball erstmal zweitrangig. Er fängt im März ein Studium bei der Polizei an und möchte sich voll darauf konzentrieren. Eine Rückkehr auf den Fußballplatz schließt er nicht aus.

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