Osnabrück Wie Insektenproteine unsere Ernährung bereichern könnten
Wie wir uns ernähren, hat einen großen Einfluss auf unsere Umwelt. Unsere Autorin weiß: Es wäre hilfreich, wenn auch in Europa mehr Insekten auf dem Speiseplan stehen würden.
Nussig und cremig. So schmecken getrocknete Mehlwürmer. Das kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung berichten. Ich habe die Insekten schon mehrfach gegessen, frittiert und auch gemahlen, als Bestandteil von Burgerpattys, die man inzwischen auch in Deutschland im Supermarkt kaufen kann. Seit 2021 ist der Verkauf von Insekten als Lebensmittel auch in der EU zugelassen.
Ich bin mir sicher: Bei einigen von Ihnen wird schon der Gedanke daran, Insekten zu essen, Ekelgefühle auslösen. Das ist nur verständlich. In Europa hat der Konsum keine große Tradition. Anders als bei Fisch oder Fleisch lernen wir nicht, dass Insekten wertvolle Nahrungsmittel sein können. Ich will Ihnen nicht vorschreiben, was Sie essen sollen. Aber ich will Sie einladen, über die folgenden drei Vorteile von Insekten auf dem Speiseplan nachzudenken:
1. Insekten sind eine gute Eiweißquelle: Zu einer ausgewogenen Ernährung gehört neben Kohlehydraten und Fetten auch Eiweiß. Insekten können hier eine Alternative zu Fleisch, Milchprodukten oder Hülsenfrüchten darstellen: Mehlwürmer, Heuschrecken oder Grillen haben laut einer Recherche der Verbraucherzentrale Hamburg bis zu 60 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm Trockenmasse. Damit schlagen sie Rindfleisch, Lachs und Kichererbsen um den Faktor zwei bis drei.
2. Insekten lieben Massentierhaltung. Egal ob Grillen der Käfer: Viele Insekten, die sich als Lebensmittel eignen, leben in der Natur in großen Gruppen eng zusammen. Das macht die Aufzucht denkbar einfach und platzsparend. Die Heinrich-Böll-Stiftung kommt in ihrem „Fleisch-Atlas“ von 2018 zu dem Schluss: Die Aufzucht von Insekten hat verglichen mit der Aufzucht von Rindern einen Platzbedarf von eins zu zwölf.
3. Die Aufzucht von Insekten ist umweltschonend.
Diese Zahlen des Bundesumweltministeriums zeigen, welche Auswirkungen unsere Ernährung auf unsere Umwelt hat. Der Verzehr von Insekten wäre hier vorteilhaft: Wasser und Futter werden deutlich effizienter in Proteine umgewandelt, als etwa bei Rindern. Insgesamt entstünden deutlich weniger CO2-Emissionen, schreibt auch die Verbraucherzentrale.
Noch sind Insekten nicht auf dem Speiseplan der Europäer angekommen. Aber die schrittweise Zulassung durch die EU macht es Anbietern leichter, die Insekten zum Verzehr zu verkaufen.