Osnabrück  Sorgen, Stress und mehr – Menschen in Niedersachsen schlafen immer schlechter

Thomas Ludwig
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Von Thomas Ludwig
| 26.10.2023 06:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Müde und niedergeschlagen? Schlafstörungen können auch den Tag zur Hölle machen. Foto: picture alliance/dpa/dpa-tmn/Christin Klose
Müde und niedergeschlagen? Schlafstörungen können auch den Tag zur Hölle machen. Foto: picture alliance/dpa/dpa-tmn/Christin Klose
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Die Zahl der Menschen in Niedersachsen mit Schlafstörungen steigt stetig. Das geht aus einer Analyse der Barmer-Krankenkasse hervor. Trägt auch die Zeitumstellung dazu bei?

Schlafstörungen – die Diagnose haben viele Menschen schon mal bekommen. Und es werden immer mehr. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Barmer hervor, deren Ergebnisse unserer Redaktion vorliegen.

Demnach ist die Zahl ihrer Versicherten mit entsprechender Diagnose von 2012 bis 2022 von fünf auf rund sieben Prozent gestiegen. Das entspricht etwa 600.000 Fällen im Jahr 2022 und damit einer Steigerungsrate von mehr als 30 Prozent, also rund einem Drittel

„Auslöser für Probleme beim Einschlafen oder Durchschlafen können beruflicher und privater Stress oder bei Frauen die Wechseljahre sein. Schlafstörungen können aber auch erste Anzeichen einer Depression sein“, sagt Heike Sander, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Niedersachsen.

Andauernde Schlaflosigkeit sollte unbedingt mit einem Arzt abgeklärt werden. Denn: Schlafstörungen erhöhen das Risiko für Übergewicht, Schlaganfall, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich. „Schlaflose Nächte sind keine Lappalie. Weniger als fünf Stunden Schlaf pro Nacht erhöhen das Risiko für chronische Krankheiten und beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit“, warnt Sander.

Die Zeitumstellung am kommenden Wochenende könne ein weiterer Faktor sein, der sich zumindest temporär negativ auf den Schlaf auswirke, so Sander. Das Zurückstellen der Uhr um eine Stunde bringe einen ohnehin schon gestörten Schlafrhythmus zusätzlich durcheinander.

Der Barmer-Analyse zufolge sind in allen untersuchten Altersgruppen ab 20 Jahren zum Teil deutliche Zuwächse bei der Diagnose Schlafstörungen zu beobachten. Ärztinnen und Ärzte hätten im Jahr 2012 zum Beispiel bei 2,1 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 29 Jahren in Niedersachsen eine Schlafstörung diagnostiziert, im Jahr 2022 waren es bereits 3,1 Prozent.

Eine Steigerung von 4,4 Prozent auf 6,3 Prozent Betroffene habe es in der Gruppe der 40- bis 49-Jährigen gegeben. Ab einem Alter von 60 Jahren seien im Jahr 2022 insgesamt 11,3 Prozent der Menschen von Schlafstörungen betroffen, zehn Jahre zuvor waren es noch 9,1 Prozent.

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