USA Studie: Erhöht rotes Fleisch das Risiko einer Diabetes-Erkrankung?
Eine neue Studie aus den USA legt nahe, dass Menschen, die regelmäßig rotes Fleisch essen, eher an Typ-2-Diabetes erkranken. Auch andere Nahrungsmittel könnten das Risiko erhöhen. Was bedeutet das für Ihre Essgewohnheiten und wie lassen sich Risiken minimieren?
Im Schnitt hat jeder Deutsche im vergangenen Jahr 52 Kilogramm Fleisch gegessen. Das ergab eine Untersuchung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Wie viel davon tatsächlich rotes Fleisch ist, lässt sich nicht feststellen, wobei der übermäßige Verzehr davon möglicherweise schädlicher sein könnte als bisher bekannt. In einer neuen Studie, die in „The American Journal of Clinical Nutrition“ erschienen ist, haben Menschen, die regelmäßig rotes Fleisch essen, ein höheres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.
Die Studie wurde mit knapp 216.000 Teilnehmern durchgeführt, wobei alle davon im Gesundheitswesen arbeiten und zu einem Großteil weiblich sind. Bei der Untersuchung wurden über mehrere Jahrzehnte in regelmäßigen Abständen die Essgewohnheiten der Teilnehmer detailliert abgefragt, berichtet die „New York Times“.
Weniger rotes Fleisch und andere Änderungen am Lebensstil könnte bei vielen Menschen das Risiko einer Typ-2-Diabetes-Erkrankung verringern, sagte Xiao Gu, Ernährungsforscher an der Harvard T.H. Chan School of Public Health. Nachdem auch andere Faktoren, wie körperliche Aktivität und Alkoholkonsum berücksichtigt wurden, sei dennoch ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes bei Menschen, die rotes Fleisch verzehren, festgestellt worden. Noch höher ist das Risiko bei dem Verzehr von verarbeitetem Fleisch.
Dennoch belegt die Studie nicht, dass der Verzehr von rotem Fleisch direkt zu einer Diabetes-Erkrankung führt. Nur eine Verbindung zwischen dem Verzehr und dem Risiko, an Diabetes zu erkranken, konnte nachgewiesen werden. Zudem sind 80 Prozent der Befragten Frauen, sogar 90 Prozent der Befragten sind weiß. Weiterhin basiert die Studie auf den eigenen Aussagen der Teilnehmer. Wenn diese also die eigene Ernährung falsch einschätzen, fließt das auch in das Ergebnis ein.
Neben dem Diabetes-Risiko haben Menschen, die viel rotes Fleisch essen, tendenziell auch einen höheren Body-Mass-Index, sind Raucher und treiben weniger Sport. All diese Zusammenhänge fließen auch in die Beurteilung ein und werden versucht, mit mathematischen Formeln auszugleichen, um zu einem stichhaltigen Ergebnis zu gelangen.
Dr. Gu erklärt, dass ein täglicher Verzehr von rotem Fleisch nicht gesundheitsförderlich ist. Als Ziel schlägt der Forscher eine Portion, also ungefähr 80 Gramm rotes Fleisch pro Woche, vor. Ebenfalls wichtig ist, was als Ersatz für das rote Fleisch gegessen wird. Neben umweltfreundlichen Diäten können auch Meeresfrüchte und Soja-Produkte wie Tofu eine gute Protein-Quelle sein. Und obwohl ein zu hoher Fleischkonsum ungesund ist, liegt die Gefahr auch hier in der Menge, die verzehrt wird.
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Besonders auf das Vitamin C, welches der Körper nicht selbst herstellen kann, sollte jeder achten. Dennoch gehört zu einer gesunden Ernährung mehr, als nur auf rotes Fleisch zu verzichten. Eine schonende Zubereitung, ausreichend Gemüse und Obst und eine vielfältige Ernährung sind ebenfalls wichtig. Weitere Tipps zu einer gesunden Ernährung finden Sie hier.