Langfristige Lösung gesucht  Wie geht es beim ehemaligen Party-Ort an der Emder Kirche weiter?

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 24.10.2023 09:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hinter Gittern: Seit Ende Juni schützen Bauzäune den Bereich hinter der Martin-Luther-Kirche. Foto: Hanssen
Hinter Gittern: Seit Ende Juni schützen Bauzäune den Bereich hinter der Martin-Luther-Kirche. Foto: Hanssen
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Im Juni hat die Stadt Emden nach einem Bericht dieser Zeitung zu Vandalismus und Müll durchgegriffen und Bauzäune an der Martin-Luther-Kirche aufgestellt. Soll das so auf Dauer bleiben?

Emden - Der „Zaunkampf“ mit dem randalierenden Partyvolk an der Martin-Luther-Kirche in Emden scheint vorerst beendet. Die Bauzäune, die die Stadt Emden Ende Juni aufgestellt und den Bereich damit abgeriegelt hatte, waren zuvor im Wasser gelandet oder stark beschädigt worden. Dreimal mussten Zaunelemente neu aufgestellt werden, teilt Stadtsprecher Eduard Dinkela auf Nachfrage mit.

Zur Zeit habe der Ordnungsdienst der Stadt dort keine weiteren Auffälligkeiten feststellen können, so Dinkela. „Insofern bestehen derzeit keine Überlegungen, weitere Bereiche rund um die Kirche abzusperren“, erklärt er. Bislang ist nämlich der Bereich vorne rund um den Kirchturm noch nicht abgesperrt. Dort hatte sich zwischenzeitlich wieder einiger Müll gesammelt, der auch ins Wasser gefallen war.

Was sagt die Polizei?

Ganz so schlimm wie vor dem Eingreifen der Stadt scheint es offenbar nicht mehr zu sein. „Nach Rücksprache mit dem Einsatz- und Streifendienst können wir Ihnen mitteilen, dass der Bereich um die Martin-Luther-Kirche noch immer regelmäßig durch die Polizei kontrolliert wird. Hier konnten in der letzten Zeit keine Feststellungen getroffen werden“, schreibt auch Frauke Bruhns, Sprecherin der Polzeiinspektion Leer/Emden, auf Nachfrage.

Der markante Turm der Martin-Luther-Kirche. Foto: Hanssen
Der markante Turm der Martin-Luther-Kirche. Foto: Hanssen

Auf die Frage hin, ob sich das Partyvolk jetzt woanders trifft und wo das sein könnte, erklärt die Sprecherin: „Wir gehen davon aus, dass sich das –um Ihre Wortwahl zu verwenden – Partyvolk, sicherlich an anderen Orten trifft. Im öffentlichen Raum konnten durch die Polizei bisher allerdings keine neuen Hotspots festgestellt werden.“

Wie geht es an der Martin-Luther-Kirche weiter?

Noch steht eine langfristige Lösung aus, teilt Stadtsprecher Dinkela mit. Als diese Zeitung Mitte Juni über die Vermüllung und den Vandalismus an der Kirche berichtet hatte, hatte die Stadt kurzfristig durchgegriffen. Der Bereich an der Kirche ist öffentlicher Grund, also ist die Stadt zuständig, nicht die Kirchengemeinde. Polizei, Ordnungsamt, Stadtplanung und Bau- und Entsorgungsbetrieb (BEE) hatten sich schnell zusammengesetzt. Ein Zurückschneiden der dortigen Vegetation des in Rede stehenden Pfades wurde durch den BEE veranlasst. Eine Reinigung des öffentlichen Geländes hinter der Kirche erfolgte ebenfalls und die Bauzäune wurden aufgestellt.

Polizei und Ordnungsamt kontrollieren den Bereich rund um die Martin-Luther-Kirche regelmäßig und es wurde ein Verbotsschild aufgestellt, damit die Polizei im Fall von Verstößen Platzverweise erteilen und Ordnungsgelder kassieren kann, erklärt Dinkela. „Ein Gespräch mit der Kirche wird geführt, wenn zwischen Rat und Verwaltung das langfristige Vorgehen zur Umgang mit der Fläche abgestimmt ist.“

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Eigentlich sollten der sehr idyllisch gelegene Pfad und der kleine Park-Abschnitt an der Bollwerkstraße im Rahmen des Förderprogramms „Grünes Band“ umgestaltet und aufgewertet werden. Durch das Programm waren am Wall schon der Mühlen-Spielplatz und der Freiluft-Sport-Park geschaffen worden. Der Schwanenteich soll in dem Zuge noch umgestaltet werden. Die Pläne für den Kirch-Pfad gerieten aber im Juni ins Wanken. Der Stadtverwaltung sei bekannt gewesen, dass es auf dem öffentlichen Bereich hinter der Kirche immer wieder zu nicht regelkonformen Verhalten komme. „Gleichwohl war die Verwaltung über das Ausmaß und die damit offensichtliche verbundene Schädigung des Eigentums der Kirche erschrocken“, so Dinkela.