Deutschland E-Autos aus China: Wird BYD der größte Konkurrent für Tesla?
Der chinesische E-Autohersteller BYD breitet sich auf dem europäischen Markt aus. Das Unternehmen könnte sogar für den Marktführer Tesla gefährlich werden. Was steckt hinter dem chinesischen Unternehmen?
Lange Zeit galt Tesla als das führende Unternehmen in der E-Autobranche. Deutsche Autohersteller holen zwar besonders im Luxussegment der E-Autos auf chinesische Hersteller auf, doch in der breiten Masse ist ein chinesischer E-Autohersteller auf dem Vormarsch und bedroht sogar den Marktführer Tesla.
BYD, eine chinesische Batteriefirma, die sich seit den frühen 2000er-Jahren mit der Entwicklung von E-Autos beschäftigt, könnte bald die treibende Kraft der Branche werden. Was für Autos produziert das chinesische Unternehmen und in welchen Bereichen ist es schon jetzt besser als Tesla?
Gerade der Preis der BYD-Autos ist dabei im Vergleich zu europäischen und amerikanischen Herstellern niedrig. Das günstigste Modell, der „BYD Dolphin“, kostet 30.990 Euro.
Auch sportlicheren Varianten des BYD-Konzerns, wie das Modell „BYD Han“ können preislich mit den Modellen von Tesla mithalten.
Zudem hat der chinesische Konzern eine breiter aufgestellte Auswahl an E-Fahrzeugen. Während Tesla noch an dem E-SUV „Cybertruck“ arbeitet, soll ein entsprechendes Pendant von BYD bereits 2024 erscheinen. Preislich soll sich der sogenannte „BYD Seal U“ an der Limousine des Konzerns orientieren und dürfte somit um die 45.000 Euro kosten.
Besonders in China hat BYD einen Preisvorteil vor Tesla. Wie die BBC berichtet, kostet das Einstiegsmodell des Konzerns, „Seagull“, dort nur 11.000 US-Dollar. Teslas „Model 3 Sedan“ kostet in China hingegen 36.000 US-Dollar.
BYD kann vor allem in Europa und China große Zuwächse verzeichnen. Dem RND sagte ein Experte, dass liege auch an den Einfuhrzöllen in Europa. Diese liegen hier bei 10 Prozent auf Autos, in den USA hingegen bei 27,5 Prozent. So erarbeitete BYD sich einen Marktanteil am E-Auto-Markt in Höhe von 8,6 Prozent. 2019 lag dieser noch nahe null Prozent. In China liegt der Marktanteil von E-Autos am gesamten Automarkt bereits bei 23 Prozent, ein weiterer Grund für das Wachstum von BYD.
Das zeigt sich auch in den Verkäufen des dritten Quartals. Hier steht BYD sogar klar vor Tesla. Die Auslieferungen in diesem Quartal, bei Tesla ein Indikator für die Verkäufe, liegen bei Tesla bei nur 435.000 Fahrzeugen. Auch die Produktion fiel im Vergleich zum zweiten Quartal um knapp 50.000 Fahrzeuge. Das liegt laut Tesla an Fabrik-Verbesserungen, die temporäre Stilllegungen zur Folge hatten.
BYD konnte im dritten Quartal hingegen fast die doppelte Menge an Fahrzeugen verkaufen. Das Unternehmen gab an, 824.001 Batterieautos verkauft zu haben. Damit steht das Unternehmen nach eigenen Angaben weltweit an erster Stelle. Und auch in Deutschland steigt die Popularität der chinesischen Autos, wie auch die Ausstellung der Fahrzeuge auf der IAA im September in München zeigte.