Neue Details zu Unglück  Explosion erschütterte „Fremantle Highway“

Martin Alberts
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Von Martin Alberts
| 20.10.2023 21:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In der Nacht auf den 26. Juli war das Feuer an Bord des Frachters „Fremantle Highway“ ausgebrochen. Foto: Küstenwache
In der Nacht auf den 26. Juli war das Feuer an Bord des Frachters „Fremantle Highway“ ausgebrochen. Foto: Küstenwache
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Dokumente aus Regierungskreisen zeigen, dass es auf dem Autofrachter „Fremantle Highway“ eine große Explosion gab. Unklar ist, ob diese die Ursache oder eine Folge des Brandes Ende Juli war.

Rotterdam/Eemshaven - Auf dem ausgebrannten Frachter „Fremantle Highway“ soll es während des Feuers Ende Juli eine gewaltige Explosion gegeben haben – groß genug, um das knapp 200 Meter lange Schiff auf der Steuerbordseite zu verformen. Das berichtete das „Dagblad van het Noorden“ mit dem Hinweis auf Dokumente aus Regierungskreisen, die der Zeitung vorliegen. Unklar sei jedoch, ob diese Explosion die Ursache oder lediglich eine Folge des Brandes war, der in der Nacht auf den 26. Juli an Bord ausgebrochen war.

Der Autofrachter war zu diesem Zeitpunkt mit knapp 3800 Autos an Bord in der Nordsee vor der niederländischen Insel Ameland unterwegs. Ein Besatzungsmitglied kam während der Evakuierung des Schiffs ums Leben. Tagelang waren Spezialisten damit beschäftigt, die „Fremantle Highway“ zu löschen, ehe sie am 3. August nach Eemshaven geschleppt wurde. „Soweit ich das verstanden habe, geschah diese Explosion, bevor wir zuständig wurden“, sagte Peter Berdowski dem „Dagblad van het Noorden“. Er ist der Chef des für die Bergung zuständigen Unternehmens Boskalis. Nach mehreren Wochen in Eemshaven liegt die „Fremantle Highway“ inzwischen für weitere Arbeiten in Rotterdam.

Dokumente wecken neue Zweifel an E-Auto als Brandherd

In Eemshaven verblieben waren etwa 980 Autos von den unteren Decks 1 bis 4, die vom Feuer weitgehend verschont worden waren und von Bord geholt werden konnten. Die Fahrzeuge, die wochenlang auf einem Parkplatz im Hafen standen, wurden inzwischen von den zuständigen Autoherstellern – darunter BMW, Mercedes und Volkswagen – abtransportiert, wie niederländische Medien übereinstimmend berichteten. Auf Fotos ist zu sehen, wie die nagelneuen Wagen, die noch an Bord des Unglücksfrachters gewaschen worden waren, Eemshaven auf Autotransportern verlassen. Was mit den Fahrzeugen nun geschieht, ist unklar.

Gleiches gilt weiterhin für die Brandursache, die noch untersucht wird: Direkt nach dem Feuer waren auf Basis von Funksprüchen von Bord Elektroautos als Brandherd ausgemacht worden. Hieran gab es im weiteren Verlauf jedoch Zweifel, die auch die Dokumente, die nun dem „Dagblad van het Noorden“ vorliegen, untermauern. Darin heißt es, dass etwa 900 Autos auf den unteren Decks kaum beschädigt worden seien – die Hälfte davon E-Autos. Hinzu kämen 30 elektrische und zwölf Hybrid-Autos auf Deck 6, die leicht beschädigt worden seien. Laut der Reederei Kawasaki Kisen Kaisha (K Line), waren insgesamt 498 Elektroautos an Bord des Frachters.

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