Berlin  Haferdrinks im "Öko-Test": Welche sind empfehlenswert und welche weniger?

Henry Borgelt, AFP User
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Von Henry Borgelt, AFP User
| 20.10.2023 15:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Haferdrinks sind beliebte Milchalternativen und gewinnen immer mehr an Beliebtheit. Foto: Unsplash/Hjalte Gregersen
Haferdrinks sind beliebte Milchalternativen und gewinnen immer mehr an Beliebtheit. Foto: Unsplash/Hjalte Gregersen
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Milchersatzprodukte aus Hafer werden immer beliebter. Ein Test des Verbrauchermagazins „Öko-Test“ zeigt nun: Die allermeisten getesteten Haferdrinks sind von hoher Qualität. Dennoch gibt es einige Dinge, auf die Kunden achten sollten.

Haferdrinks ist eines der beliebtesten Milchersatzprodukte. Immer mehr Menschen nutzen die Milchalternativen, obwohl diese meist teurer als herkömmliche Kuhmilch ist. Nun zeigt eine Untersuchung der Verbrauchertester von „Öko-Test“: Die Qualität der allermeisten getesteten Haferdrinks ist „sehr gut“.

Insgesamt wurden 36 Hafergetränke untersucht und ein Großteil als „empfehlenswert“ eingestuft. „Die Prüfung von Geschmack und Geruch haben alle Produkte bestanden – und viele sind top in Sachen Inhaltsstoffe“, erklärten die Tester am Donnerstag. Ein Produkt fiel jedoch wegen Schimmelpilzbelastung durch.

Die Süße ist nach Ansicht von Öko-Test Geschmackssache. „Unangenehm riechen oder schmecken sollte aber keine Hafermilch“, erklärten die Prüfenden. Punktabzüge gab es im aktuellen Test wegen „leichter Bitternoten“ oder einem „wässrigen Geschmack“. In zwei der getesteten Haferdrinks steckten natürliche Aromen – in den Augen der Tester sind diese überflüssig.

Auch der Zuckergehalt der Getränke wurde von den Testern untersucht. Die Zuckergehalte der verschiedenen Haferdrinks liegen zwischen null und sechs Prozent, was für die Tester im alltäglichen Verzehr bereits einen großen Unterschied macht. Verbraucher sollten dabei besonders auf die feinen Unterschiede in den Formulierungen auf den Verpackungen achten.

„Ohne Zucker“ bedeutet: Es gibt tatsächlich keinen Zucker in dem Haferdrink. Die Zuckerwerte liegen unter dem erforderlichen Mindestmaß der EU.

„Ohne Zuckerzusatz“ bedeutet hingegen, dass kein extra Zucker dem Produkt beigemischt wurde. Beim fermentieren des Hafers kann allerdings natürlicher Zucker entstehen. Dieser wird von dieser Formulierung ausgeschlossen, sodass Produkte mit dem Label „Ohne Zuckerzusatz“ dennoch Zucker enthalten können.

Deutlichere Kritik gab es an einem Produkt, in dem das Labor eine Konzentration von Schimmelpilzgiften nachwies, "die die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) übersteigt". Das nachgewiesene Schimmelpilzgift T-2/HT-2 könne den Verdauungstrakt schädigen und das Immunsystem stören. Bereits ein Glas Hafermilch der Sorte reiche aus, um die tägliche Menge zu überschreiten.

Beim TDI handelt es sich allerdings nicht um einen gesetzlichen Grenzwert. Der Wert beschreibt die Menge eines Stoffes, die über die gesamte Lebenszeit eines Menschen pro Tag aufgenommen werden kann, ohne spürbare Auswirkungen auf die Gesundheit zu erfahren. Auch hier ist die Gefahr also relativ gering. Dennoch strafen die Tester das entsprechende Getränk „Velike! Bio Haferdrink Natur Bioland“ mit der Note „mangelhaft“ ab.

Insgesamt fiel die Bewertung der Tester sehr positiv aus: 30 der 36 getesteten Produkte erhielten die Bestnote „sehr gut“. Vier Produkte wurden als „befriedigend“ eingestuft, und jeweils eines als „ungenügend“ und „mangelhaft“. Einige der besten Produkte sind  der „dm Bio Haferdrink Natur, Naturland“ vom Drogeriemarkt dm und der Haferdrink „deka Bio My Veggie Hafer Natur“ von Edeka. Auch Drinks von Rewe oder dem Marktführer „Oatly“ schnitten gut ab.

31 der 36 getesteten Haferdrinks waren zudem Bioprodukte. Insgesamt kosteten die untersuchten Getränke zwischen 0,95 Cent und 3,05 Euro pro Liter. Als Milch dürfen die Produkte übrigens nicht deklariert werden. Der Begriff „Milch“ ist tierischen Produkten vorbehalten.

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