Hannover  Rücksicht, Vorsicht und Vernunft: Dafür braucht es kein Tempolimit

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 18.10.2023 14:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Debatten über Tempolimits reißen nicht ab. Dabei kommt es im Straßenverkehr auf andere Dinge an. Foto: Jens Büttner/zb/dpa
Die Debatten über Tempolimits reißen nicht ab. Dabei kommt es im Straßenverkehr auf andere Dinge an. Foto: Jens Büttner/zb/dpa
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Braucht Deutschland ein Tempolimit auf Autobahnen? Ist Tempo 30 in Innenstädten und 80 auf Landstraßen nötig? Nein. Rücksicht lautet die Zauberformel und nicht Gängelei.

Draußen wird es langsam ungemütlich. Das muss auch Konsequenzen für das Verhalten am Steuer haben. Wenn die Straßen nass sind, sie zusätzlich durch feuchtes Laub zu Rutschbahnen werden oder gar überfrierende Nässe ins Spiel kommt, ist Vorsicht geboten und muss es „Fuß vom Gas“ heißen.

Schnell werden in diesem Zusammenhang auch wieder Tempolimit-Forderungen laut. Erst kürzlich brachte Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) Tempo 80 für Landstraßen ins Spiel, die Verfechter eines generellen Tempolimits auf unseren Autobahnen lassen auch nicht locker und neuerdings erleben wir eine muntere Debatte über ein flächendeckendes Tempo 30 in Innenstädten.

Den Verkehr abzuwürgen, mag für manche einen gewissen Charme haben. Dazu aber, ob die Unfallzahlen tatsächlich signifikant sinken, wenn wir auf Landstraßen nur noch 80, in Städten 30 und auf Autobahnen 130 Stundenkilometer fahren dürfen, gibt es in der Wissenschaft bis heute kein einheitliches Bild. Unser Nachbarland Frankreich, wo auf Autobahnen maximal 130 km/h erlaubt sind, schneidet im Sicherheitsvergleich sogar schlechter ab als Deutschland.

Statt den Individualverkehr ausbremsen zu wollen und Autofahrern mit immer neuen Vorgaben und Ordnungsgeldern zu drohen, sollte mehr um Rücksicht, Vorsicht und Vernunft im Straßenverkehr geworben werden.

Wer Vollgas fährt, kommt selten schneller an – im schlimmsten Fall sogar gar nicht. Und dass gerade in der bevorstehenden feuchten, kalten und dunklen Jahreszeit besondere Aufmerksamkeit und defensives Fahren gefragt sind, sollte allen klar sein, die sicher an ihr Ziel gelangen wollen.

Manch unverbesserlichem Raser allerdings kann das nicht oft genug vor Augen geführt werden. Kurzum: Mehr Präventionsarbeit und mehr Rücksicht im Straßenverkehr sind hilfreicher und effektiver als Debatten über weitere Gängeleien und Bevormundungen.

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