Berge Familienvater liegt im Sterben: So wollen Freunde sein Leben retten
Noch besteht Hoffnung, noch kann Daniel Gerike aus Brandenburg gerettet werden. Der Familienvater hat Lymphdrüsenkrebs und nur eine minimale Überlebenschance. Er braucht eine Knochenmarkspende. Zwei seiner Freunde bitten nun um Ihre Hilfe.
Mut und Hoffnung. Das ist das, was Daniel Gerike jetzt braucht. Der schwer an Krebs erkrankte Familienvater kämpft gegen den Tod. Mut und Hoffnung geben ihm seine Frau Jenny und seine zwei Töchter Frida (10) und Matilda (6). Doch das Schicksal des 35-Jährigen gebürtigen Prignitzers bewegt inzwischen viele hundert Menschen. Freunde und Fremde gleichermaßen. Unsere Redaktion hat zwei von ihnen getroffen.
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Elisa Siebert schaut in diesen Tagen oft auf ihr Smartphone. Ständig erreicht sie eine neue Nachricht. Mal sind es aufmunternde Worte, mal ist es eine Frage. „Ich bin in Grenzheim aufgewachsen, das liegt ja gleich neben Neuhausen, dem Heimatdorf von Daniel“, erzählt sie.
Sie waren zusammen in der Feuerwehr und im Karnevalsverein Berge, einem kleinen Ort in Brandenburg an der Grenze zu MV. Über die vielen Jahre wurde der Kontakt lockerer, sollte aber nie abreißen. Elisa Siebert zählt sich selbst nicht zu den engsten Freunden von Daniel, aber sie ist einer der führenden Köpfe geworden, die Hilfsaktionen für ihn koordiniert.
Gut eine Woche ist es her, dass sie im WhatsApp-Status ihrer Kontakte Nachrichten sah, die Schlimmes ahnen ließen. „Ich rief seine Frau Jenny an“, sagt Elisa Siebert. Von ihr erfuhr sie, dass es nach vielen Wochen berechtigter Hoffnung einen herben Rückschlag gab. „Seine Ärzte schätzen die Überlebenschance auf nur noch zehn Prozent ein.“ Nur eine Knochenmarkspende könne ihn retten, sie sei seine letzte Chance.
Siebert zögerte nicht. Spontan rief sie bei der DKMS, einer internationalen gemeinnützigen Organisation, an. Gemeinsam mit der DKMS wird jetzt ein passender Stammzellenspender für Daniel gesucht.
Unter der Rubrik Online-Aktionen findet sich sogar ein Beitrag mit dem Titel „Daniel will leben“. Am Dienstag gab es schon mehr als 600 Registrierungen, am Freitag waren es 440. „Wir wollen möglichst viele Menschen erreichen, sie zu einer Registrierung bewegen“, sagt Siebert. Eine große Unterstützung dabei ist Sebastian Köster.
Am Wochenende ist er zu vielen Fußballspielen gefahren und hat auf das Schicksal von Daniel aufmerksam gemacht. „Ich war in Gülitz, Bad Wilsnack, Weisen und Dergenthin“, erzählt er. Daniel hat selbst jahrelang in der Berger Mannschaft gespielt. „Man kennt ihn auf den Prignitzer Sportplätzen.“
Fußball verbindet auch ihn mit Daniel. „Ich muss sechs oder sieben Jahre alt gewesen sein, als wir nach Neuhausen zogen.“ Fast noch am gleichen Tag hätten sie sich kennen gelernt „und seitdem haben wir immer zusammen gebolzt“, sagt Köster.
Als sie im vergangenen Februar die ersten Nachrichten von Daniels Erkrankung erreichten, sei das ein Schock gewesen, „aber wir blieben entspannt, denn auch Daniel war entspannt“, so Köster. Man glaube einfach daran, dass alles wieder gut werden wird.
An diesen Glauben klammert sich auch Daniels Ehefrau Jenny. „Er ist doch erst 35 Jahre alt. Es darf noch nicht zu Ende sein“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Elisa Siebert hat regelmäßig Kontakt mit Jenny, die in Hamburg lebt, wo Daniel auch in Behandlung ist.
Der gelernte Krankenpfleger hat jahrelang anderen Menschen geholfen und hofft jetzt selbst auf Hilfe. Elisa Siebert spricht von einem enormen Zuspruch. Sie hatte Kontakt zum Kreiskrankenhaus Prignitz, an dem Daniel seine Ausbildung gemacht hatte. „Es geht um einen möglichen Aktionstag mit der DKMS“, sagt sie.
Die Klinik könnte Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Aber noch sei die Entscheidung darüber nicht gefallen. Am Mittwoch gebe es weitere Gespräche mit der DKMS. Schon jetzt zeichne sich ab, sollte es zu einer Aktion kommen, wollen Elisa Siebert und Sebastian Köster zusammen mit Freunden und Verwandten die Prignitz mobilisieren.
Natürlich gehe es ihnen zuerst um Daniels Leben, aber jeder registrierte Spender bleibt in der DKMS-Datei und kann vielleicht auch einem anderen Menschen auf der Welt das Leben retten. Ein Gedanke, der Siebert wichtig ist. „Ich bin schon lange bei der DKMS registriert und habe auch einen Organspendeausweis“, sagt sie.