Berge  Prignitzer Familienvater liegt im Sterben: Daniel Gerike braucht eine Knochenmarkspende

Hanno Taufenbach
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Von Hanno Taufenbach
| 18.10.2023 10:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die zehnjährige Frida weiß, wie gefährlich die Krankheit für ihren Papa ist. Foto: Privat
Die zehnjährige Frida weiß, wie gefährlich die Krankheit für ihren Papa ist. Foto: Privat
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Als Feuerwehrmann rettet der 35-Jährige eigentlich anderen das Leben. Jetzt braucht er selbst Hilfe: Denn er hat Lymphdrüsenkrebs. Seine Überlebenschance ist schlecht. Doch die Unterstützung aus seinem Heimatort Berge gibt der Familie Hoffnung. Wie auch Sie helfen können.

Lebenslustig, liebender Vater, Partylöwe, Feuerwehrmann und Fußballer mit gleich großer Leidenschaft. So würden Freunde Daniel Gerike beschreiben. „Ein liebender Ehemann“, ergänzt seine Frau Jenny mit leiser Stimme am Telefon. Wie lange er all das noch sein kann, ist ungewiss, denn der gebürtige Prignitzer ringt mit dem Tode.

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Dies ist die Geschichte einer jungen Familie, deren Schicksal in diesen Tagen hunderte Menschen bewegt. Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen und Fremde, die so wie auch dieser Autor über Dritte von Daniels Überlebenskampf erfahren haben.

Der 35-Jährige ist an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Es geht ihm schlecht. Daniel ist zu schwach, um aufzustehen. Die starken Schmerzen ertrage er dank der Medikamente einigermaßen. Seine Stimme ist nur ein Flüstern. „Er wäre am Telefon kaum zu verstehen, deshalb rufe ich Sie an“, sagt Jenny.

Es begann im Februar mit Kopfschmerzen. Eine Erkältung und eine Corona-Infektion kamen dazu. Nichts, was die Familie beunruhigt hätte. „Doch dann brach Daniel zusammen, kam ins Krankenhaus.“ Wenige Tage später folgte die Diagnose: Krebs. Fünf Buchstaben, die das Leben der in Hamburg lebenden Familie mit ihren Prignitzer Wurzeln auf den Kopf stellen sollte.

Wie so häufig bei dieser tückischen Krankheit gab es Erfolge und Rückschritte gleichermaßen. Mal war der Krebs weg, nur um wenige Tage später wieder zurück zu sein. Doch stets hätten die Ärzte eine gute Prognose gegeben, hatten die Familie und Daniel selbst Hoffnung.

Eine moderne Gentherapie mit veränderten Zellen sollte den Durchbruch bringen. Als Superhelden sollten sie zurück in Daniels Körper den Krebs zerstören, beschreibt Jenny die komplexe Methode. Doch das klappte nicht. „Der Krebs kehrte zurück, schlimmer als zuvor“, sagt sie.

Die Blicke der Ärzte wurden ernster und aus der einst guten Prognose wurde vor einer Woche eine sehr düstere: „Seine Überlebenschance ist ziemlich schlecht“, sagt Jenny.

Sie weint. Wir schweigen für einen Moment am Telefon. Der Autor stellt keine Frage. Jenny erzählt. „Wir schieben das weg. Das kann doch nicht sein. Er ist doch erst 35 Jahre alt. Es darf noch nicht zu Ende sein. Er ist meine erste und meine große Liebe.“

Die Töchter wissen um den Zustand ihres Papas. Die zehnjährige Frida hört unser Gespräch mit. Der sechsjährigen Matilda habe sie erzählt, dass ihr Papa vielleicht bald schon im Himmel sein werde. „Nur die laufende Chemotherapie erhält ihn am Leben. Ohne diese würde er in wenigen Wochen sterben.“ Aber die Chemo kann Daniel nicht heilen, sondern den Krebs nur in Schach halten.

Seine letzte und einzige Chance ist eine Stammzellenspende. Und selbst bei dieser schätzen die Ärzte seine Überlebenschance auf nur zehn Prozent ein. Gerne wolle sie an ein Wunder glauben, aber dann auch wieder nicht. „Wir sind realistisch.“ Und doch ist es noch nicht der Moment, die Hoffnung aufzugeben. Das hat einen ganz besonderen Grund: die Welle der Hilfsbereitschaft.

„Es leben gerade so viele Menschen mit uns, diese Unterstützung ist einfach überwältigend. Ja, die Hoffnung ist da“, so Jenny. Ihr Daniel ist in Neuhausen bei Berge aufgewachsen. Er ist Mitglied der Feuerwehr, spielt im Berger Fußballverein mit. Sie kommt aus dem benachbarten Brunow in Mecklenburg. Als Jugendliche lernten sie sich kennen. „Irgendwann haben wir miteinander geknutscht und wurden ein Paar“, verrät Jenny. Seit 2016 sind sie verheiratet.

Auch wenn sie berufsbedingt in Hamburg leben, seien sie fast jedes Wochenende in Berge. Der Kontakt war nie abgerissen und so sind es jetzt Prignitzer Freunde, die Fußballer und Feuerwehrkameraden, die Hilfen organisieren.

Gesucht werden mit Unterstützung der DKMS, eine internationale gemeinnützige Organisation, Stammzellenspender. „Mund auf, Stäbchen rein. Spender sein.“ Das ist das Gebot der Stunde, denn mehr braucht es nicht, um sich als potenzieller Spender registrieren zu lassen.

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Freunde werden am Sonnabend auf der Moormeile in Bad Wilsnack ab 10 Uhr und am Sonntag ab 14 Uhr beim Heimspiel der Berger Fußballer für eine Registrierung werben. Das kann aber jeder auch ganz einfach auf der Homepage der DKMS machen. Unter der Rubrik Online-Aktionen findet sich sogar ein Beitrag unter dem Titel „Daniel will leben“. Am Freitag gab es schon mehr als 440 Registrierungen.

Darauf ruhen die Hoffnungen von Daniel. Jeder, wirklich jeder, könnte für Daniel zum Lebensretter werden. Bitte lassen Sie sich registrieren. Geben Sie Daniel eine Chance, seine Töchter aufwachsen zu sehen, und geben Sie seinen Mädels und Jenny die Chance, ihren Papa und Mann noch lange bei sich zu haben.

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