Jerusalem Israels brutales Dilemma und die Schuld der Hamas an der Not der Palästinenser
Israel steckt nach dem Terror-Massaker der Hamas in einem brutalen Dilemma: Dem Land ist ein Krieg aufgezwungen, den es kaum gewinnen kann, aber führen muss, um seine Existenz zu sichern.
Die Hamas hat beim Samstags-Massaker am 7. Oktober mehr als 1000 Männer, Frauen und Kinder getötet. Dieses Blutbad ist eine Kriegserklärung an Israel. Noch immer befinden sich mehr als 100 Zivilisten als Geiseln in den Händen der Fanatiker, die seit Jahrzehnten nur ein Ziel verfolgen: Israel zu vernichten.
Der Notstandsregierung um Benjamin Netanjahu bleibt wohl keine andere Wahl, als Bodentruppen in den Gaza-Streifen zu entsenden. Nur so lassen sich weitere Terror-Pogrome verhindern. Es stehen schwierige Wochen bevor, weil sich die Hamas für diese Schlacht gerüstet hat.
Mehr als 50 000 Dschihad-Kämpfer stehen bereit. Der Gazastreifen ist dicht bebaut, durchzogen von Tunnelsystemen. Ein blutiger Häuserkampf steht bevor. Hinzu kommen Kamikazedrohnen, die auch Israels Panzer knacken können. Zudem: Die schwer bewaffnete Hisbollah im Libanon wartet womöglich nur darauf, eine zweite Front zu eröffnen.
Die Tragik des palästinensischen Volkes ist schmerzhaft. Denn es befindet sich in den Händen islamistischer Fanatiker. Die Hamas wird Teile der Zivilbevölkerung als Schutzschild missbrauchen. Es gibt kaum eine Armee auf der Welt, die mit Blick auf die Zivilbevölkerung so vorsichtig agiert wie die israelische. Doch es werden Unschuldige sterben. Auch sie sind Opfer der Hamas, die die Verantwortung für Leid, Not und Zerstörung trägt.
Doch islamistische Propagandisten werden mit Bildern getöteter palästinensischer Kinder versuchen, das Feuer des globalen Dschihad wieder zu entfachen. Genau auf diese Eskalation setzen die Hamas und ihre Verbündete wie der Iran und Russland. Es geht darum, den Westen zu destabilisieren.
Wie groß ist die Solidarität mit Israel wirklich? Und mit der Ukraine, wenn die Kosten weiter steigen und die Unruhe auch auf deutschen Straßen wächst?
Israel wird in den Gazastreifen einmarschieren. Das wird schwierig genug. Noch schwieriger wird es aber, wieder herauszukommen. Kann die Hamas wirklich zerstört werden? Und wer sollte die Macht in Gaza übernehmen? Braucht es eine Rückkehr zur Besatzungszeit, die für Israels Armee in Wirklichkeit ein Albtraum war? Am Ende dürfte Israel die Hamas so sehr schwächen, dass das Land für eine Phase seine Sicherheit zurückgewonnen hat, aber den Feind nicht endgültig besiegen können, so dass der nächste Dschihad nur eine Frage der Zeit ist.
In dem Nebel explodierender Raketen, Bomben und Kamikazedrohnen darf deshalb der Blick auf das Wesentliche nicht verloren gehen: eine Friedenslösung für den Nahen Osten. Nicht trotz, sondern wegen des neuen Krieges braucht es neue, mutige Perspektiven. Der Stillstand der vergangenen Jahre, an dem auch Israel eine Mitschuld trägt, darf sich nach diesem Krieg nicht im Nahen Osten fortsetzen.