Besseres Klima für Hesel  Mit zehn Schritten geht Hesel in Richtung Zukunft

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 09.10.2023 18:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Zu den geplanten Maßnahmen gehört die Verbesserung der Radwege in der Samtgemeinde Hesel. Foto: Ortgies
Zu den geplanten Maßnahmen gehört die Verbesserung der Radwege in der Samtgemeinde Hesel. Foto: Ortgies
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Die Samtgemeinde Hesel hat sich vorgenommen: Der Ausstoß von Treibhausgasen soll bis 2045 fast auf Null sinken. Einwohner konnten mitbestimmen, wie das geschehen soll.

Hesel - Das Ziel steht fest: Bis zum Jahr 2045 soll die Samtgemeinde Hesel klimaneutral werden. Ganz wird das nicht klappen, aber mit einem Konzept hat der Samtgemeinderat kürzlich festgelegt, wie der Weg dahin aussehen soll. Zuvor hatten aber die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, daran mitzuwirken. Diese wurde von vielen genutzt, so Samtgemeindebürgermeister Uwe Themann und der Erste Samtgemeinderat Joachim Duin.

Was und warum

Darum geht es: Der Samtgemeinderat Hesel hat kürzlich ein Klimaschutzkonzept beschlossen.

Vor allem interessant für: Menschen in der Samtgemeinde Hesel und alle, die sich Sorgen wegen der Erderwärmung machen

Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, ob die Möglichkeit, bei der Erstellung des Konzeptes mitzumachen, von den Einwohnern angenommen wurde.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de

In einem Klimaschutzkonzept wird nicht nur analysiert, wie die Situation in Sachen Treibhausgasemissionen und Klimaschutz aktuell aussieht, sondern auch ein Katalog von Maßnahmen, die sich die Samtgemeinde vorgenommen hat. In dem Konzept wurden 42 Maßnahmen zur Erreichung des Zieles der Klimaneutralität festgeschrieben. Hiervon wurden zehn Maßnahmen als Schlüsselmaßnahmen festgelegt, die von der Samtgemeindeverwaltung vorrangig verfolgt werden sollen, so Duin. Dazu gehört zum Beispiel eine Kommunale Wärmeplanung, Ein Wassermanagementkonzept, die Verbesserung der Radwegequalität oder ein Carsharing-Angebot. Auch eine Infoplattform ist vorgesehen.

Ein Klima-Café wird gegründet

Diese Maßnahmen sollen von der Verwaltung zur Umsetzung geprüft und den politischen Gremien zur konkreten Beschlussfassung vorgelegt werden. Die Arbeit hat bereits begonnen, denn die Maßnahme „I-01 das Klima-Café“ befindet sich laut Duin in Gründung. Es soll allen interessierten Menschen in der Samtgemeinde die Möglichkeit bieten, sich regelmäßig zu treffen und an der Entwicklung von Projekten zum Klimaschutz mitzuarbeiten, es sollen Referenten eingeladen und der Fortschritt der Arbeit bewertet werden.

Die Arbeit am Klimaschutzkonzept hat sich über mehrere Wochen hingezogen, die Bürger hatten die Möglichkeit, sich in mehreren Workshops daran zu beteiligen. Dafür hatte die Verwaltung aktiv geworben. Je nach Thema sei die Anzahl der Teilnehmenden unterschiedlich gewesen: „Gerade zu Beginn unseres Projektes war das sogenannte Heizungsgesetz der Bundesregierung medial sehr präsent und hat zu einer hohen Präsenz geführt“, sagt Duin.

Harter Kern von 15 bis 20 Leuten

In den folgenden Veranstaltungen habe ein harter Kern von 15 bis 20 interessierten Personen aktiv am Entstehen des Konzeptes mitgewirkt. Diese Mitarbeit von Freiwilligen war nach Einschätzung von Themann und Duin neben dem Engagement der Fachausschussmitglieder ein wesentliche Beitrag für die Entstehung des Konzepts. Deshalb hoffen beide, dass durch die breite Beteiligung der Bevölkerung, durch Multiplikatoren sowie die dazugehörige Öffentlichkeitsarbeit viele Menschen aus der Samtgemeinde Hesel vom Klimaschutzkonzept überzeugt werden und zur Mitarbeit animiert werden können.

Für den Schutz des Klimas hat sich die Samtgemeinde Hesel einiges vorgenommen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Für den Schutz des Klimas hat sich die Samtgemeinde Hesel einiges vorgenommen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

„Das Ziel der Klimaneutralität können weder die Politik noch die Verwaltung alleine erreichen, hierzu kommt es auf den Beitrag aller an“, sagt Duin. Für die Samtgemeinde wird Klimamanager Michael Tunder die Umsetzung des Konzepts begleiten. Er soll sowohl die interne Kommunikation in der Samtgemeindeverwaltung mit Verständigung der beteiligten Mitarbeitenden übernehmen, als auch die Kommunikation zu den Menschen in der Samtgemeinde zum Thema Klimaschutz eng begleiten. Einige Maßnahmen werde Klimamanager Tunder direkt bearbeiten, „bei anderen speziellen Themen wird er beratend zur Seite stehen“, so der Erste Gemeinderat weiter.

Man kann weiterhin mitmachen

Für die Einwohner der Samtgemeinde besteht weiterhin die Möglichkeit, beim Thema Klimaschutz mitzuwirken. Dazu könne man sich in den Sitzungen der Gremien wie dem Ausschuss für Klimaschutz und Gemeindeentwicklung oder dem Samtgemeinderat beteiligen, im Klima-Café mitwirken oder an weiteren Informationsveranstaltungen teilnehmen. „Ein wesentliches Ziel haben wir erreicht, wenn sich möglichst viele Menschen mit dem Thema selbst befassen und ihr eigenes Handeln zur Reduktion von Treibhausgasen anpassen“, so Duin.

Bei der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes habe man festgestellt, dass die von EU, Bund und Land gesetzten Ziele ohne Anstrengungen aus der kommunalen Ebene nicht zu erreichen sind. „Hierbei kommt es letztendlich nicht allein auf das Handeln der Samtgemeinde Hesel, ihrer Politik beziehungsweise Verwaltung, sondern auf die Mitwirkung aller Menschen an“, betonen Themann und Duin.

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