Die Arbeit eines Kümmerers Er macht in Moormerland aus Ideen ein Programm
Daniel Hoch ist seit einem halben Jahr für das Projektmanagement in Moormerland zuständig. Er hat sich in das Thema Förderung eingefuchst.
Moormerland - Das Einwerben von Fördermitteln und die Bewerbung für EU-Programme sind keine leichte Materie. Seit sechs Monaten beschäftigt sich Daniel Hoch fast ausschließlich damit, denn er ist „der Kümmerer“ der Gemeinde Moormerland. Das klingt schöner als Projektmanager und es trifft wohl zu. Denn über die Umsetzung der Dorfentwicklung zusammen mit Großefehn und Ihlow sagt er schon jetzt: „Da freue ich mich drauf.“
Was und warum
Darum geht es: Seit einem halben Jahr hat die Gemeinde Moormerland einen Kümmerer. Was hat er bisher erreicht?
Vor allem interessant für: Menschen in Moormerland
Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, ob die Arbeit des Kümmerers schon etwas gebracht hat. Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de
Denn gerade erst hat er den Förderantrag für die Dorfregion Moormerland-Großefehn im Amt für regionale Landesentwicklung in Aurich (ArL) abgegeben. „Wir durften nur 25 Seiten einreichen“, sagt Hoch. 25 Seiten, in denen alles zusammengefasst werden sollte, was an Ideen und Vorschlägen unter anderem in öffentlichen Veranstaltungen zusammengekommen ist. „Da mussten wir doch ziemlich kürzen“, erklärt Hoch.
Für Gemeinde steckt viel drin
Denn es soll die Verantwortlichen im ArL schließlich überzeugen. Moormerland und Großefehn sind nicht die Einzigen, die sich um die Aufnahme in das Programm bewerben. Als Vorteil sehen Hoch und sein Chef, Bürgermeister Hendrik Schulz, dass die beiden Gemeinden landkreisübergreifend arbeiten. Gleiches gilt für die Kooperation mit Ihlow. Für die Gemeinden steckt einiges drin, denn bei einer hohen Förderquote und einem Betrag von maximal 500.000 Euro kann man einiges umsetzen. „Da besteht auch die Möglichkeit, mal eine ganze Ortsdurchfahrt zu erneuern“, sagt Schulz.
Seine Mitarbeiter im Bauamt der Gemeinde hätten nicht die Zeit, sich um solch aufwändige Verfahren zu kümmern. Die Stelle für Projektmanagement, die Daniel Hoch seit April innehat, konnte eingerichtet werden, weil sie mit Mitteln aus dem Programm „Zukunftsräume Niedersachsen“ finanziert werden konnte. Fast 125.000 Euro hatte das Regionalministerium in Hannover dafür bewilligt. Die Stelle wurde ausgeschrieben und Daniel Hoch bewarb sich darauf.
Beruflich die Seiten gewechselt
Der 28-Jährige aus Großefehn hatte zuvor ein Studium als Wirtschaftsingenieur mit Schwerpunkt Bauwesen abgeschlossen und den Bachelor berufsbegleitend in einem Ingenieurbüro gemacht. Von dort kam er zur Gemeinde Moormerland. „Es ist sehr interessant, denn damit bin ich sozusagen auf die andere Seite gewechselt“, sagt er. Denn auf seinem neuen Job arbeitet er selbst mit Ingenieurbüros zusammen.
Neben den Projekten Dorfregion mit Großefehn und Ihlow ist der Kümmerer für das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für die Moormerländer Ortsteile Warsingsfehn, Veenhusen und Neermoor zuständig. „Das darf man nicht verwechseln mit der Zentrumsplanung“, sagt Schulz. Diese war vor rund zehn Jahren für die nähere Umgebung des Rathauses und die dortigen Einzelhändler erfolgt. Nunmehr sei der Raum größer gefasst, zwischen Autobahn und Dr.-Warsing-Straße. Es gehe darum, das Zentrum von Moormerland für die Einwohner attraktiver zu gestalten.
Vom Engagement der Bürger begeistert
Außerdem betreut Hoch das Projekt für das Naherholungsgebiet Fehntjer Berg, einem Hügel, der beim Bau des Sauteler Kanals aus dem Aushub aufgeschüttet wurde. Dazu wurden kurz nach Hochs Amtsantritt die Bürger zu Ideenwerkstätten eingeladen, die gut angenommen wurden. Er sei angetan davon, wie gut diese Möglichkeiten angenommen werden, genau wie bei den Beteiligungen zu den Projekten Dorfregion.
Es seien eben nicht nur Politiker dabei gewesen, sondern viele Bürger hätten die Chance genutzt, ihre Ideen vorzutragen. „Davon war ich sehr begeistert“, sagt Hoch. Anfang November soll es die nächste Beteiligung zum Fehntjer Berg geben, das Fachbüro, mit dem die Gemeinde dabei zusammenarbeitet, werde eine Zusammenfassung der Ideen vorstellen.
Im Frühjahr könnte der Bescheid zu den Dorfregionen vorliegen, dann geht es an die Umsetzung. „Die Menschen sind ein aktiver Bestandteil in diesem Projekt“, sagt Hoch. Das sei das Schöne an diesem Projekt, dass nicht alles von oben entschieden würde, findet auch Bürgermeister Schulz. Sein Mitarbeiter hat bereits die Kontakte in die Ortschaften und zu den Vereinen. Sobald es losgehen kann, wird er sich kümmern.