Hannover  Maschmeyer kontert Homeoffice-Kritik von Trigema-Chef Grupp: „Kontrolle demotiviert“

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 04.10.2023 12:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Carsten Maschmeyer ist nach eigenen Angaben ein Anhänger des Homeoffice. Foto: dpa/Henning Kaiser
Carsten Maschmeyer ist nach eigenen Angaben ein Anhänger des Homeoffice. Foto: dpa/Henning Kaiser
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Zu Beginn der Woche hatte Wolfgang Grupp mit seiner Einstellung zum Homeoffice für Aufsehen gesorgt. Nun widerspricht Unternehmer Carsten Maschmeyer dem Trigema-Chef deutlich.

Trotz des Endes der Corona-Pandemie arbeiten immer noch viele Menschen von zu Hause aus. Für Trigema-Chef Wolfgang Grupp kommt eine solche Regelung nicht in Frage. Gegenüber dem „Tagesspiegel“ erklärte der 81-Jährige am Montag: „Homeoffice gibt es bei mir nicht. Wenn einer zu Hause arbeiten kann, ist er unwichtig.“

Grupp sagte weiter: „Je mehr Leute studiert haben, desto mehr Homeoffice wollen sie. Aber bei mir können sie sich dann auch gleich arbeitslos melden, weil sowieso keiner merkt, ob sie arbeiten oder nicht.“ Er sei jeden Tag in seiner Firma und brauche seine leitende Leute vor Ort, um Entscheidungen zu beschleunigen.

Eine Einstellung, die der Unternehmer Carsten Maschmeyer nicht teilt. „Wenn du jemandem nicht zutraust, zu Hause zu arbeiten, hättest du ihn gar nicht einstellen sollen“, so der 64-Jährige im Gespräch mit der „Bild“. „Es zählt nicht die Zeit, die man am Schreibtisch sitzt, sondern das Ergebnis zum Schluss. Kontrolle demotiviert, Kontrolle führt zur Unproduktivität.“

Mehr noch, für Maschmeyer hat das Arbeiten von zu Hause aus sogar einen Nutzen für alle Beteiligten. „Homeoffice nützt nicht nur Arbeitnehmern, sondern auch Unternehmen und der Gesellschaft insgesamt.“ Dies gelte zum einen für den Fachkräftemangel. „Wenn es eigentlich egal ist, ob der IT-Spezialist 8000 Kilometer oder acht Meter weiter sitzt, ergeben sich für Unternehmen ganz neue Möglichkeiten, ihre dringend benötigten Fachkräfte zu gewinnen.“

Zum anderen sieht Maschmeyer im Homeoffice eine Lösung für den Wohnungsmangel. „Durch die hybriden An- und Abwesenheitsstrukturen werden insgesamt weniger Schreibtische benötigt und der Bedarf an Bürofläche wird zurückgehen. In den Städten wird ohnehin dringend Wohnraum benötigt.“

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