Hamburg Klimaforscher Mojib Latif mit energischem Appell: „Es gibt keinen Planeten B!“
Die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober begannen mit einem Festgottesdienst im Hamburger Michel. Dort richtete sich Klima-Experte Mojib Latif mit seinem Appell direkt an seine Geburtsstadt – Hamburg.
Impulse. Unter diesem Stichwort wurden im Programm zum ökumenischen Festgottesdienst am Tag der Deutschen Einheit in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis die Reden dreier besonderer Gäste angekündigt. Und die Redner hielten Wort.
Die muslimische Religionslehrerin Arnal Jakobi warb im Michel dafür, kulturelle und ethnische Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung anzusehen. Nonie Olmedo von der Seemannsmission beschwor den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit den Worten: „Wir sitzen alle im selben Boot.“ Den Anfang aber machte Mojib Latif. Der Kieler Meteorologe und Klimaforscher nutzte seine kurze Rede für einen eindringlichen Appell zum Klimaschutz.
In Anlehnung an das Eröffnungslied „Himmel, Erde, Luft und Meer“, in dem Gottes Schöpfung ebenso gepriesen wurde wie in den Begrüßungsworten von Hauptpastor Alexander Röder, sagte Mojib Latif: „Es ist noch nicht zu spät, die gerade so schön besungene Schöpfung zu bewahren, aber die Zeit rennt.“ Jeder müsse seine Lebensweise überdenken: „Im Moment leben wir nicht nachhaltig.“
Bei der Rettung des Klimas käme den Städten und ganz besonders seiner Geburtsstadt Hamburg, in der er mehr als 50 Jahre lang gelebt habe, eine große Bedeutung zu. Jeder zweite Mensch lebe inzwischen in der Stadt. „Darum muss auch von den Städten ein Signal zur Rettung des Klimas ausgehen“, so Latif, „warum also nicht aus Hamburg?“
Die Elbmetropole habe mit ihrer wirtschaftlichen Kraft und ihrer Weltoffenheit das Potenzial, eine Führungsrolle beim Klimaschutz zu übernehmen. Zudem seien die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in Sachen Klima in Städten ausgesprochen günstig. „Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sind hier auch räumlich nah beieinander und nah bei der Bevölkerung“, sagte der 69-Jährige.
Seine impulsive Rede vor den zahlreichen Ehrengästen wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) beendete Mojib Latif mit einem Aufruf „zum Aufbruch“, denn: „Es gibt keinen Planeten B!“