Mit Bildergalerie und Video Otto feiert mit Tausenden in Emden 50 Jahre Ottifanten
Tausende kamen am Montag nach Emden, um den 50. Geburtstag der Ottifanten zusammen mit Otto Waalkes zu feiern. Der Friesenjung weiß auch heute noch zu begeistern.
Emden - Als die rund 2000 Fans in Emden aus voller Kehle „Friesenjung“ singen, ist das ein kleiner Gänsehaut-Moment. „Ja, mehr Saft!“, ruft Otto Waalkes und hält das Mikro über die Menge.
Schon tönt der Refrain des Klassikers noch lauter am Delft. Der 75-Jährige hüpft über die Bühne, fuchtelt, lacht sein typisches Otto-Lachen und heizt dem Publikum mit der Band Beat-Stones für knapp 30 Minuten ein. Und beim Lied „Zehn kleine Ottifanten“ wirft der Komiker neun der Plüsch-Rüsseltiere in die Reihen seiner Fans, die sich bis in die Große Straße und über den ganzen Stadtgarten verteilen. Der zehnte Ottifant wird aus einer Kanone mit Konfetti geschossen. Ein Spektakel.
Oder - wie es Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) im Anschluss im Gespräch mit dieser Zeitung nannte: „Ein tolles Geschenk der Stadt an ihren Ehrenbürger.“ Am Montag wurde in Emden 50 Jahre Ottifanten gefeiert - und mit den putzigen Vierbeinern natürlich auch ihr Schöpfer Otto Waalkes. Otto sei immer ein Emder Jung und seiner Geburtstadt Emden stets treu geblieben, hob Kruithoff hervor. Wer wem das größere Geschenk gemacht hat - Emden Otto oder Otto Emden - ist sicher Ansichtssachen. Fakt ist: Otto Waalkes zieht noch immer - und davon profitiert an diesem Montag die ganze Stadt. Bei sommerlichen Temperaturen zeigt sich die Stadt von ihrer besten Seite.
Für Otto war die Begeisterung etwas zu viel
Eine lange Warteschlange gibt es nicht nur vor dem Otto-Huus, zu dem Waalkes nach seinem Auftritt entschwunden ist, sondern auch vor den Eisdielen in der Innenstadt. Cafés, Restaurants, der Einzelhandel und - angesichts des langen Wochenendes und der Herbstferien in Nordrhein-Westfalen - sicherlich auch die Hotelerie dürfen von dem Besuch des Wahl-Hamburgers profitiert haben. Schon im Juli zu seiner ersten Autogrammstunde seit Pandemie-Beginn waren Hunderte Fans nach Emden gekommen.
Und Otto? Steckt er all das noch mit einem Gackern weg? Nein, auch an dem Komiker geht der Stress offenbar nicht spurlos vorbei. Sehr zum Bedauern der Menge taucht Waalkes um 16 Uhr nicht, wie angekündigt, noch einmal auf der Bühne auf, um die Gewinnerlose für die Ottifanten-Schnitzeljagd zu ziehen. Otto habe sich verausgabt, vermeldet Kruithoff und wird kurzerhand selbst zur Losfee.
Besondere Überraschung aus Port Arthur/Transvaal
Im Nachgang erklärt er auf Nachfrage, dass sich die Fans aber nicht so viele Sorgen machen müssen. Ein Rettungswagen, der in der Nähe gesehen wurde, sei nicht für Otto gekommen, wie Fans befürchtet hatten. Das Gedränge hat dem Komiker wohl zugesetzt und vielleicht hat auch sein Sicherheitsteam die Notbremse gezogen. Als Waalkes nach seinem Auftritt zum Otto-Huus geht, wird er von seinem Team geschützt. Dennoch kommen die Fans von allen Seiten. Ganz so glücklich sieht Otto, anders als noch auf der Bühne, dabei irgendwann auch nicht mehr aus.
Scheu vor seinen Anhängern hat Waalkes aber sicherlich nicht. Das hat er auch bei der Autogrammstunde im Juli gezeigt, als er über Stunden geduldig alle Fan-Wünsche erfüllte. An diesem Montag werden aber auch Otto einige Wünsche erfüllt, von denen er wohl noch gar nicht wusste, das er sie hat: Aus seinem Heimat-Stadtteil Port Arthur/Transvaal kommt ein rollender Ottifant. Eine dreiviertel Stunde hat es gedauert, das überdimensionale, von vielen Helfern gebastelte Rüsseltier zum Delft zu bringen, sagt Oliver van Grieken vom Bürgerverein. Einige Straßenschilder sind für Otto umbenannt worden. Und: Am Abend bekommt Otto bei einem Essen im Rummel noch eine Emder Flagge für seinen Garten in Hamburg, so Kruithoff.