Berlin  Wie riecht ein Faultier? Checker Tobi im Kinder-Interview

Daniel Benedict
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Von Daniel Benedict
| 04.10.2023 06:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 7 Minuten
Kinder kennen Tobias Krell nur als Checker Tobi. Jetzt kommt sein neuer Film ins Kino. Foto: Jennifer Fey
Kinder kennen Tobias Krell nur als Checker Tobi. Jetzt kommt sein neuer Film ins Kino. Foto: Jennifer Fey
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Wurde Checker Tobi gemobbt, weil er klein ist? Und musste er die Fahrkarten für „Checker Tobi und die Reise zu den fliegenden Flüssen“ selbst bezahlen? Wir haben den neuen Kino-Film des Kika-Moderators mit Grundschülern geguckt – und ihm 20 knallharte Kinderfragen gestellt.

Tobias Krell alias „Checker Tobi“ erklärt in seiner gleichnamigen Kika-Sendung alles Wichtige über Eier, Ekel, die Evolution und sogar über den Tod. Zum zweiten Mal wechselt er jetzt vom Bildschirm auf die große Leinwand – und macht eine Reise um die ganze Welt.

Wir haben uns „Checker Tobi und die Reise zu den fliegenden Flüssen“ angesehen. Zusammen mit vier Grundschülern und zwei kindischen Erwachsenen haben wir danach die 20 wichtigsten Fragen zum Film formuliert. Im Zoom-Interview hat Tobi sie unserem Reporter beantwortet. (Mitarbeit: Coco, Elisabeth, Henny, Juli, Rebecca, Wilkie.) 

Frage: 1. Tobi, in Deinem neuen Film triffst Du Deine Kinderfreundin Marina nach vielen Jahren wieder. Gibt es die wirklich?

Antwort: Marina ist eine Schauspielerin, die meine Freundin nur spielt. Die Geschichte stimmt aber trotzdem: Ich hatte eine Freundin, die im Haus neben uns wohnte. Wir hatten sogar einen gemeinsamen Garten. Als wir in der ersten Klasse waren, ist sie umgezogen und dann haben wir uns nie wieder gesehen. Bis ich sie auf unserer Kinotour wiedergetroffen habe.

Frage: 2. Stimmt es, dass Marina in Zukunft eigene „Checker“-Folgen moderiert? Warum habt Ihr Euch nicht eine „Checker Rebecca“ gesucht? Klingt doch viel besser!

Antwort: Checker Rebecca klingt wirklich super. Aber wir konnten das nicht nur nach dem Namen aussuchen. Sie heißt nun mal Marina und war einfach die beste Kandidatin – und ab Mitte Oktober ist sie Checkerin Marina. Dann läuft ihre erste Sendung.

Frage: 3. Im Film hast Du ein Faultier auf dem Arm: Wie riechen Faultiere?

Antwort: An den Geruch erinnere ich mich nicht. Aber das Faultier ist sehr schmutzig. Das Fell ist weicher, als es aussieht – aber eben auch voller kleiner Viecher.

Frage: 4. War das in Wahrheit ein zahmes Faultier?

Antwort: Das Faultier lebt wirklich im Urwald; aber es hat von Wissenschaftlern einen Chip bekommen, sodass wir es leicht finden konnten.

Frage: 5. Bist Du nach der Faultier-Begegnung traurig, dass Du immer nur den „Check“ machst – und nicht eine Sendung wie „Anna und die wilden Tiere“?

Antwort: Es ist richtig toll, mit Tieren zu drehen. Und ich mache es wirklich weniger, weil meine Kolleginnen das gut abdecken. Meine Themen sind aber auch schön. Zwischendurch mal ein Tier zu treffen, freut mich dann besonders!

Frage: 6. Seid ihr Moderatoren aus dem Kinderfernsehen eigentlich alle miteinander befreundet? Du und Anna, Ralph Caspers, Anke Engelke und alle anderen?

Antwort: Die meisten kenne ich, und viele sind auch Freunde und Freundinnen. Es ist aber nicht so, dass wir alle uns einmal im Monat wie Batman und seine Freunde in einer Bat-Höhle treffen. Aber es gibt immer wieder Sendungen, wo wir zusammen auftreten und uns treffen. Das macht uns allen Spaß.

Frage: 7. Warst Du im echten Weltall? Am Anfang Deines Films schwebst Du ja im Raumanzug herum.

Antwort: Leider nicht. Die ganze Szene ist am Computer entstanden. Das einzige, was daran echt ist, ist mein Gesicht. Das haben wir extra gefilmt. Aber keine Ahnung, wie die Animationskünstler und -künstlerinnen das zusammengebastelt haben.

Hier kommt der Trailer zum neuen Checker-Film:

Frage: 8. Im Film übernachtest Du in einer vietnamesischen Höhle. Und in der darf man sein Geschäft nur in Plastiktüten machen. Hast Du da lieber einen Tag eingehalten?

Antwort: Im Film sieht es so aus, als hätten wir nur eine Nacht in der Höhle geschlafen. In Wahrheit waren es drei. Solange kann keiner einhalten. Vor allem dann nicht, wenn man – wie ich selber – am dritten Tag einen Magen-Darm-Infekt hatte. Ich habe also wirklich in so einen Sack gemacht. Es ist komfortabler als man denkt, weil man die Tüten in einen Sitz einspannt, auf dem man wie auf einem Klo sitzt. Wir mussten unsere Tütchen nicht mal selbst zurücktragen. Da unten war ein Team von Höhlenschützern bei uns, die alles rein- und rausgetragen haben – auch das.

Frage: 9. War das Tütchen-Klo das Schlimmste, was Du jemals für Deine Sendung gemacht hast?

Antwort: Eigentlich nicht. Für den Ungeziefer-Check bin ich mal auf der Suche nach Ratten durch die Kanalisation gewatet. Und bei dem, was einem da um die Stiefel schwimmt, wünscht man sich so ein Tütchen.

Frage: 10. Wenn Du für einen Film um die halbe Welt reist - musst Du die Fahrkarten dann selbst bezahlen?

Antwort: Nein, das bezahlen meine Chefs von der Produktionsfirma. Das finde ich auch sehr gut. Um so einen Film zu machen, braucht man nämlich richtig viel Geld. Man muss ja nicht nur die Reisekosten für mich und Marina bezahlen, sondern für das ganze Team – insgesamt waren wir ungefähr zu acht. Ich selbst könnte mir so große Reisen gar nicht leisten.

Frage: 11. Auf Eurer Station in Südamerika habt ihr im Regenwald „die reinste Luft der Welt“ geatmet. Riecht die wirklich sauber oder mitten im Wald doch eher modrig?

Antwort: Modrig finde ich es nicht. Es riecht sehr feucht und – voll. Im Regenwald ist in der Luft geruchstechnisch einfach sehr, sehr viel los. Vor allem riecht es viel besser als auf unserer Station in Ulan Bator.

Frage: 12. Wie riecht es da?

Antwort: Sehr, sehr schlecht. Weil dort mit Kohle geheizt wird. Unser Tonmann, der Regisseur und ich haben in Ulan Bator Corona bekommen und mussten deshalb eine Woche im Hotel bleiben. Da konnten wir das Fenster nie aufmachen. Denn sobald man gelüftet hat, roch es wie am Lagerfeuer.

Frage: 13. Wie riecht es im Vergleich zum Regenwald bei Dir zu Hause in München? Stinkt’s da?

Antwort: Nicht an den Orten, an denen ich mich aufhalte.

Hinter den Kulissen: So wurde der Checker-Tobi-Film gedreht:

Frage: 14. Im Film sucht Ihr einen Schatz. Wusstest Ihr in Wahrheit die ganze Zeit, wo der steckt?

Antwort: Der Film ist eine Mischung aus Dokumentarfilm und Spielfilm. Spielfilm heißt: Wir haben uns das ausgedacht. Dokumentarfilm heißt: Wir haben Sachen gefilmt, die es wirklich gibt. Die Schatzkiste haben wir also selbst gebaut und versteckt. Aber alle Orte, an die wir reisen, sind echt: die Höhle und die schwimmenden Dörfer in Vietnam, der 300 Meter hohe Turm mit dem Klimaforschungscamp im Regenwald – das gibt’s alles wirklich. Auch die Leute, die wir treffen, sind echt.

Frage: 15. Hast Du manchmal Albträume von den Sachen, die Du für die Checks erlebst – zum Beispiel von diesem hohen Turm?

Antwort: Weil ich soviel arbeite, träume ich oft von der Arbeit – aber nicht von diesem Turm. Nur vom Arbeiten selbst.

Frage: 16. Der Briefträger im Film sagt immer Tober Checki zu Dir anstatt Checker Tobi. Macht er das mit Absicht?

Antwort: Der Briefträger ist in Wahrheit der Schauspieler und Showmaster Klaas Heufer-Umlauf; und dass er meinen Namen verwechselt, haben wir vorher mit ihm abgesprochen. Das ist ein Witz für den Film, aber der hat einen wahren Kern. Vor ein paar Jahren habe ich mal einen Preis gewonnen. Und der Moderator der Preisverleihung war ganz kurz vorher eingesprungen, konnte sich gar nicht mehr vorbereiten, kannte mich nicht – und hat mich aus Versehen Tober Checki genannt. Seitdem ziehen meine Kollegen mich damit auf.

Frage: 17. Wolltet Ihr gern mit Klaas Heufer-Umlauf zusammenarbeiten? Oder wollte Klaas Heufer-Umlauf mit Euch arbeiten, um bei seinen eigenen Kindern damit anzugeben?

Antwort: Wir wollten mit ihm arbeiten. Ich hatte vorher gesehen, dass Klaas mir auf Instagram folgt. Das hat mich umgehauen, weil ich ihn ganz toll finde. Also habe ich ihn gefragt – und er hat sofort Ja gesagt.

Gastauftritt bei „Tober Checki“: Klaas Heufer-Umlauf spielt im Film einen Postboten:

Frage: 18. Wie groß bist Du?

Antwort: 1,69 Meter. Ich habe aber lange behauptet, dass ich 1,70 Meter groß bin.

Frage: 19. Wurdest Du in der Schule geärgert, weil Du klein bist?

Antwort: Mit mir wurden Sachen gemacht, die mit größeren Leuten nicht gemacht wurden. Damals waren zum Beispiel Wrestling-Kämpfe eine coole Sache. Vor dem Sportunterricht haben die starken Achtklässerjungs mich also immer auf die Matten geschleudert. So richtig wehren konnte ich mich nicht. Es war aber auch kein richtiges Ärgern, weil ich immer damit einverstanden war.

Frage: 20. Ist es in Wahrheit besser, klein zu sein als groß?

Antwort: Ich glaube, dass ich anders behandelt wurde als die anderen. Aber da stand ich immer drüber. Ich war zwar immer der Kleine und sah auch immer viel jünger aus, als ich bin. Aber ich glaube, dabei habe ich gelernt, so selbstbewusst zu werden, wie ich heute bin.

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