Flensburg  Von LED-Lampen bis zum Duschen: Mit diesen 10 Tipps sparen Sie CO₂ im Alltag

Miriam Richter
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Von Miriam Richter
| 30.09.2023 18:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Bei Elektro-Geräten der Effizienzklassen A++ und A+++ lohnt sich eine Reparatur. Foto: ironjohnx/imago-images.de
Bei Elektro-Geräten der Effizienzklassen A++ und A+++ lohnt sich eine Reparatur. Foto: ironjohnx/imago-images.de
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Über ein Viertel des CO₂ -Fußabdrucks entsteht in unseren eigenen vier Wänden durch die Nutzung von Strom, Wärme und Warmwasser. Doch es gibt kleine Maßnahmen mit einem großen Effekt, um einfach und wirkungsvoll das Klima zu schützen.

Klimaschutz ist wichtig. Doch ist das nicht eher eine Sache, die die Politik voranbringen muss? Jein. Wie jeder Einzelne von uns im Alltag dazu beitragen kann, den CO₂-Ausstoß zu verringern, lesen Sie hier.

Wussten Sie, dass bis zu 14 Liter Wasser pro Minute durch einen konventionellen Duschkopf fließen? Bei einem Sparduschkopf sind es nur sieben Liter. Warum? Ganz einfach: Beim Sparduschkopf wird dem durchströmenden Wasser Luft beigemischt, dadurch fühlt sich der Wasserdruck gleich an. Das spart viel Wasser und Energie für die Wassererwärmung und somit bis zu 0,3 Tonnen CO₂ pro Person und Jahr.

So können Sie bis zu 0,1 Tonne CO₂  pro Person im Jahr vermeiden, wenn Sie die Raumtemperatur in Ihrer Wohnung um ein Grad senken.

Stromsparen ist ein sehr effizienter Klimaschutz. Denn jede Kilowattstunde Strom, die gar nicht erst verbraucht wird, spart klimaschädliche Treibhausgase. Energieeinsparungen sind überall möglich: von Stand-by-Steckerleisten bis zum Neukauf energieeffizienter Geräte.

Tauschen Sie beispielsweise ihre Lampen gegen stromsparende LED-Lampen (Leuchtdioden – LED steht für Light Emitting Diode beziehungsweise lichtemittierende Diode) aus. Sie stellen die langlebigsten und energieeffizienteste Alternative zur Glüh- und Halogenlampe dar und eignen sich mittlerweile für fast jede Anwendung. Sie verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Strom als Glühlampen und über 70 Prozent weniger als Halogenglühlampen.

Das lohnt sich auch finanziell: Den größten Einspareffekt erzielt man beim Tausch von Lampen, die täglich lange angeschaltet sind und eine hohe Wattzahl aufweisen. So benötigt beispielsweise eine 60-Watt-Glühbirne bei einer täglichen Brenndauer von drei Stunden 66 kWh Strom pro Jahr. Das sind pro Jahr 19 Euro (Ø Strompreis: 29,16 Ct/ kWh, Achtung: Zahlen von 2017. Aktuell liegt der Strompreis deutlich höher, sodass sich der Austausch besonders rechnet).

Aus ökologischer Sicht lohnt es mit wenigen Ausnahmen immer, defekte Haushaltsgeräte reparieren zu lassen und sie so lange wie möglich zu nutzen. So wird Energie bei der Produktion neuer Geräte gespart. Ob sich eine Reparatur aus finanziellen Gesichtspunkten lohnt, hängt vom konkreten Gerät, der Höhe der Reparaturkosten und seinem Alter ab.

Sehen wir uns als Beispiel einen Kühlschrank an: Bei ihnen hängt die Frage „Reparieren oder Austauschen“ von den Energieeffizienzklassen des alten und des neuen Modells beziehungsweise von ihrem Alter ab. Aus Umweltsicht lohnt sich bei Geräten, die bis zum Jahr 2000 gekauft wurden oder Energieeffizienzklasse B oder schlechter aufweisen, sogar ein vorzeitiger Ersatz, wenn sie durch ein neues Gerät der Energieeffizienzklasse A++ oder besser ersetzt werden.

Bei Kühlschränken der Effizienzklasse A++ und A+++ lohnt sich der Ersatz derzeit ökologisch nicht. Bei einem Defekt sollten sie repariert werden, um die Nutzungsdauer zu verlängern.

Die Wärmedämmung ist nicht die günstigste Maßnahme, dafür aber eine sehr effektive. Dafür spart sie Energiekosten über 40 bis 50 Jahre und rechnet sich daher auch wirtschaftlich. Für den Klimaschutz lohnt es sich auf alle Fälle: 0,5 Tonnen CO₂ werden pro Person und Jahr gespart. Die Verbraucherzentralen bieten eine individuelle Energieberatung, etwa zur energetischen Sanierung und zum Thema Dämmung, an.

Durch Ökostrom sparen Sie zwar nicht unmittelbar Strom, vermeiden aber große Mengen CO₂ und unterstützen mit dem richtigen Anbieter zudem die Energiewende in Deutschland. Ökostrom ist nicht unbedingt teurer als herkömmlicher Strom. Durch den Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter vermeidet eine Person 0,5 Tonnen CO₂ pro Jahr. Das Portal Grüner Strom Label hilft bei der Tarifsuche von zertifizierten Ökostrom-Anbietern.

Reparieren, leihen, gebraucht kaufen und möglichst lange nutzen – so wird Konsum klimafreundlicher. In Flensburg gibt es den Leihladen „Leila“, in dem man sich Dinge, die man nicht so häufig braucht, ausleihen kann. Plastik vermeiden ist ebenfalls ein wesentlicher Aspekt. Nehmen Sie doch einmal Ihren Mehrwegbecher für Ihren Morgenkaffee mit und sparen so die Einwegbecher.

Jeder Deutsche isst pro Jahr im Schnitt 52 Kilogramm Fleisch. Tierische Lebensmittel machen also bei der persönlichen Klimabilanz einen wesentlichen Faktor aus. Fleisch, Käse und Butter sind in der Herstellung und Produktion viel energieaufwändiger als Obst und Gemüse und verursachen damit deutlich mehr CO₂.

Durch die Viehhaltung entstehen Emissionen, vor allem Methan und Lachgas durch Rinderhaltung. Der Fleischkonsum trägt aufgrund des hohen Bedarfs an Soja als Futtermittel zur Rodung von Wäldern und der Zerstörung von Ökosystemen und natürlichen Ressourcen bei. Mit dem Fleischrechner können Sie sich anzeigen lassen, wie Ihr Fleischverzehr das Klima beeinflusst.

Der weltweite Tourismus ist für große Mengen an Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Anreise mit dem Flugzeug ist dabei der wichtigste Faktor. Deshalb sollte man sich aus Umweltschutzgründen genau überlegen, wie oft und wie weit man fliegt. Immerhin entstehen etwa bei einem Hin- und Rückflug mit vier Personen von Köln nach Mallorca rund 2300 Kilogramm Treibhausgase – mehr als ein Jahr Autofahren (2000 kg).

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Wer regionale und saisonale Lebensmittel kauft, kann auf einfache Art und Weise etwas für den Klimaschutz tun. Denn so werden lange Transportwege und ein hoher Energieeinsatz bei der Produktion von Lebensmitteln vermieden.

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