Neues Sportangebot Kräftig Luft holen, zielen, pusten - Treffer!
Mitdem Blasrohrschießen möchten ostfriesische Schützenvereine neue Mitglieder ansprechen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum neuen Angebot.
Moordorf - Nach einigen Versuchen ist der Ungeübte schnell aus der Puste. An diesem Nachmittag im September sind einige Sportler vom Schützenverein „Sichere Hand“ Moordorf mit Begeisterung bei der Sache. Auch für sie ist es eine komplett neue Sportart. In Bayern ist das Blasrohrschießen schon länger populär, so langsam schwappt der Trend auch Richtung Ostfriesland. Seit Anfang des Jahres haben sich die Schützen in Moordorf mit dem Blasrohrschießen befasst, ab Oktober gibt es regelmäßige Trainingstage.
Woher kommt das Blasrohrschießen?
Ursprünglich wurde das Blasrohr natürlich auch als Jagdwaffe eingesetzt, in wenigen indigenen Völkern in Südamerika noch bis heute. In Deutschland ist es verboten, Blasrohre zur Jagd einzusetzen. Anfang 2022 wurde das Blasrohrschießen erstmals in die Sportordnung des Deutschen Schützenverbands aufgenommen. Langfristig hofft der Internationale Verband, dass das Blasrohrschießen vielleicht auch einmal eine olympische Sportart wird.
Wie funktioniert die Sportart?
Die Grundvoraussetzungen sind relativ einfach. Wer eine Kerze auspusten kann, ist auch in der Lage, einen Pfeil beim Blasrohrschießen ins Ziel zu treffen. In Moordorf sind die Bedingungen optimal. Die Anlage befindet sich vor dem eigentlichen Schießstand. Benötigt zum Sport werden Blasrohr (1,2 - 1,6 Meter), Pfeile und ein Mundstück. Nach ungefähr jedem sechsten Schuss muss das Blasrohr gereinigt werden. Die Zielscheibe aus Papier ist fünf, sieben oder zehn Meter entfernt, je nach Wettkampfklasse. Dann heißt es kräftig Luft holen, zielen, pusten. Eine Feinjustierung wie beim Gewehr ist nicht möglich.
Welche Altersgruppen können den Sport betreiben?
Die Sportart kann von der ganzen Familie ausgeübt werden. Von Kindern ab sechs Jahren bis hin zu Erwachsenen im ganz hohen Alter: Jeder kann die Technik ausprobieren. Es fördert die Konzentration und vor allem das Lungenvolumen, daher kann es auch für Lungenkranke eine sinnvolle Sportart sein.
Was kostet eine Ausrüstung?
Ein eigenes Blasrohr kostet um die 50 Euro und daher wesentlich günstiger als zum Beispiel ein Luftgewehr (3000 Euro). In Moordorf hat der Verein für Interessierte mehrere Rohre angeschafft. Die Mundstücke werden in einem Babyflaschen-Desinfektionsgerät gereinigt und können so ohne Probleme von verschiedenen Schützen genutzt werden.
Wie sind die ersten Erfahrungen?
„Der Spaßfaktor ist richtig groß, auch gesundheitlich macht der Sport viel Sinn. Es könnte auch für viele eine Alternative sein, die die herkömmlichen Schusswaffen als Sportgerät eher ablehnen“, meint Günter Janssen, Sportleiter beim Schützenverein in Moordorf. Sollten sich genug Neuinteressierte oder auch bestehende Vereinsmitglieder (aktuell 110 Mitglieder) finden, können sich die Moordorfer auch gutvorstellen, am Meisterschaftsbetrieb teilzunehmen.
Welche Vereine bieten in Ostfriesland Blasrohrschießen an?
Der Schützenverein Moordorf bietet das Blasrohrschießen ab Anfang Oktober an jedem zweiten Mittwoch im Monat in der Zeit von 17 bis 19 Uhr an. In der ersten Trainingseinheit werden zunächst auch viele theoretische Inhalte vermittelt, vor allem natürlich auch Sicherheitsinformationen. Ansprechpartner für Interessierte gibt es auf der Internetseite der Moordorfer Schützen unter: sh-moordorf.de. Zudem bieten in Ostfriesland folgende Vereine das Blasrohrschießen an: Hinte, Emden, Negenmeerten, Wittmund, Esens und Burhafe.