Unglücks-Frachter in Werft  „Fremantle Highway“ hat neuen Eigentümer

Martin Alberts
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Von Martin Alberts
| 27.09.2023 14:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Am Sonnabend ist der Frachter „Fremantle Highway“ in Rotterdam angekommen. Foto: Hoope/ANP/DPA
Am Sonnabend ist der Frachter „Fremantle Highway“ in Rotterdam angekommen. Foto: Hoope/ANP/DPA
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Die weiteren Arbeiten am ausgebrannten Autofrachter „Fremantle Highway“ sollen anlaufen. Zuvor hat jedoch das Unternehmen Koole Contractors das Schiff übernommen. Was steckt hinter dem Deal?

Rotterdam - Der ausgebrannte Autofrachter „Fremantle Highway“ hat einen neuen Besitzer: Das Unternehmen Koole Contractors, das die Reparatur in Rotterdam übernimmt, habe das schwer beschädigte Schiff gekauft, berichtete das niederländische Nachrichtenportal „Schuttevaer“ mit Verweis auf Koole-Sprecher Gijs Olsthoorn. Das Unternehmen mit Sitz im niederländischen Vijfhuizen wolle die „Fremantle Highway“, auf der Ende Juli vor der niederländischen Wattenmeerinsel Ameland ein Feuer ausgebrochen war, allerdings nach der Reparatur wieder verkaufen und nicht selbst einsetzen.

Koole ist nach eigenen Angaben auf Abrissarbeiten, Sanierungen und die Beseitigung von Schiffswracks spezialisiert. Zur Flotte gehören Schlepper sowie Spezialschiffe zur Bergung und zum Transport von Wracks – aber keine Autotransporter wie die „Fremantle Highway“. „Koole ist nun der Eigner, bis ein Käufer gefunden wird“, sagte Olsthoorn dem Portal „Schuttevaer“. Es gebe im Zusammenhang mit dem Kauf Absprachen mit dem bisherigen Eigner, der japanischen Reederei Shoei Kisen Kaisha, die auch der Auftraggeber für die Reparaturarbeiten in Rotterdam sei. Worum es bei diesen Absprachen geht, wollte Olsthoorn allerdings nicht sagen.

Restliche Ladung soll nun von Bord geholt werden

Für Koole sei es nicht neu, ein havariertes Schiff vor der Reparatur zu kaufen, so der Sprecher. Der Kunde habe es hierdurch nur mit einem Ansprechpartner zu tun – und dieses Verfahren sei sowohl für den Auftraggeber als auch für Koole finanziell von Vorteil, sagte Olsthoorn.

Die „Fremantle Highway“ war, nachdem sie seit dem 3. August in Eemshaven gelegen hatte, vergangene Woche nach Rotterdam geschleppt worden. Dort liegt sie im Dock der Reparaturwerft der Damen Shipyards Group, wie ein Sprecher des Unternehmens bestätigte. Koole Contractors ließ eine Anfrage unserer Redaktion aus der vergangenen Woche bisher unbeantwortet.

Dem Portal „Schuttevaer“ sagte Olsthoorn nun, dass es zunächst darum gehe, die verbleibende Ladung von Bord zu holen. Die „Fremantle Highway“ hatte zum Zeitpunkt des Brandes, in dessen Folge ein Besatzungsmitglied ums Leben gekommen war, knapp 3800 Fahrzeuge geladen. Etwa 1000 Autos, die vom Feuer weitgehend verschont wurden, waren bereits in Eemshaven von Bord gebracht worden. Nach Inspektionen wolle Koole einen weiteren Plan aufstellen, sagte Olsthoorn. Ob das Schiff dann auch bei Damen in Rotterdam repariert werde, stehe noch nicht endgültig fest. Bisher habe Koole nur das Dock in der Werft gemietet.

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