Osnabrück  Digitaler Konsumrausch flaut ab – ist das die Chance für lokale Einzelhändler?

Thomas Ludwig
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Von Thomas Ludwig
| 27.09.2023 11:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Online bestellt, von Hand geliefert: Amazon, Otto, Zalando und andere spüren zunehmend die Zurückhaltung der Verbraucher. Foto: picture alliance/dpa/Frank Rumpenhorst
Online bestellt, von Hand geliefert: Amazon, Otto, Zalando und andere spüren zunehmend die Zurückhaltung der Verbraucher. Foto: picture alliance/dpa/Frank Rumpenhorst
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Die 1000 umsatzstärksten Online-Händler haben mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. Ob der stationäre Einzelhandel davon profitieren kann, ist fraglich. Zumindest der Umwelt aber tut die Abkühlung gut.

Die Sause ist vorbei. Die Umsätze im Online-Handel werden in diesem Jahr deutlich sinken oder sogar drastisch einbrechen, sagen Experten voraus. Damit gewinnt ein Negativtrend an Fahrt, der bereits im vergangenen Jahr begonnen hat. Dass die Online-Händler während der Corona-Pandemie immer neue Umsatzrekorde erzielen konnten, wird für sie kein Trost sein.

Die Flaute beim digitalen Konsum wäre eine gute Nachricht für Deutschlands Innenstädte, profitierte im Gegenzug der stationäre Einzelhandel. Das tut er aber nicht. Ihn treffen nämlich die gleichen Probleme wie den E-Commerce.

Die Verbraucher können jeden Euro nur einmal ausgeben. Verteuerung der Lebensmittel, explodierende Energiekosten und steigende Zinsen für Kredite sorgen in vielen Haushaltskassen für Ebbe. Da sitzt das Geld für Kleidung, Unterhaltungselektronik und andere Extras nicht mehr so locker. Ob aufgeschobene Ausgaben das Weihnachtsgeschäft beleben werden, ist ungewiss.

Gleichwohl sollten stationäre Einzelhändler die Flaute im E-Commerce als Chance begreifen. Zur Wahrheit gehört nämlich auch, dass viele Händler die Kunden quasi ins Netz getrieben haben. Die angebliche Fachberatung, mit denen die Betreiber in der Vergangenheit gern höhere Preise im Vergleich zum Online-Handel gerechtfertigt haben, gibt es immer seltener.

Guter Service und das gewisse atmosphärische Etwas aber können zum Einkaufsbummel anregen. Schön wär‘s – und zwar noch aus einem anderen Grund.

Verpackungsmüll, Lieferverkehr und unzähligen Retouren, die zerstört werden müssen, als analoge Kollateralschäden des digitalen Kaufrausches sind nicht gerade nachhaltig. Jetzt müssen sich nur noch mehr Verbraucher auf‘s Rad schwingen und den Geschäften in der Region einen Besuch abstatten, dann geht es auch mit mehr Nachhaltigkeit voran.

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