Hamburg Darum bereut jeder zweite Deutsche den Umstieg auf ein Elektroauto
Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein Elektroauto. Doch laut einer Umfrage bereut etwa die Hälfte der deutschen E-Auto-Besitzer den Umstieg vom Verbrenner. Das liegt vor allem an einem Aspekt.
Die Wirtschaft um Elektroautos boomt. Im August erreichte der Anteil reiner Elektroautos an den Neuzulassungen in Deutschland den zweithöchsten jemals in einem Monat gemessenen Wert. Knapp jede dritte Neuzulassung war demnach ein batteriebetriebenes Fahrzeug.
Doch offenbar hält die Freude an dem neuen Auto nicht allzu lang an. Eine aktuelle YouGov-Umfrage ergibt, dass 53 Prozent der Deutschen den Kauf oder das Leasing ihres Elektroautos bereuen. Die Umfrage wurde von dem Softwareunternehmen für Ladestationen, Monta, in Auftrag gegeben.
Als Grund werden die oft unterschätzten Betriebskosten angegeben – allen voran die Stromkosten, die beim Laden entstehen. Das Problem sei die intransparente Kosteneinsicht, kommentiert Max Scherer, COO von Monta, das Umfrageergebnis.
Wer zu Hause lade, erfahre den Preis oft erst einige Monate später beim Blick auf die Stromrechnung. Und bei öffentlichen Ladepunkten sei das Problem, dass es je nach Anbieter verschiedene Abrechnungsmodelle gibt, was die Kostenübersicht erschwere.
Beim Verbrenner ist das einfacher: Jede Tankstelle zeigt auf großen Anzeigesäulen den aktuellen Preis für die verschiedenen Spritarten an – und an der Zapfsäule hat man genau im Blick, wie viel gleich an der Kasse bezahlt werden muss.
Weiterlesen: Elektroauto laden: So sparen Sie am meisten Geld
„Es steht außer Frage: Das Laden eines Elektroautos ist in den letzten Jahren teurer geworden. Untersuchungen belegen aber auch, dass die Deutschen einen Ladevorgang tendenziell kostenintensiver einschätzen, als er tatsächlich ist“, so Scherer.
Nach seinen Angaben könne eine Ladung an einer öffentlichen Station teils zwischen 40 und 80 Cent pro Kilowattstunde kosten, auch die Verbraucherzentrale hatte im Frühjahr von Preisen zwischen 35 und 75 Cent pro Kilowattstunde gesprochen. Der Preis für den Strom aus der eigenen Steckdose liege laut Scherer und dem Vergleichsportal Verivox derzeit bei etwa 30 Cent pro Kilowattstunde. Die Ladung einer 80-kWh-Batterie koste demnach rund 24 Euro.
Die Stromkosten stellen jedoch nicht den einzigen Aspekt dar, der bei den deutschen E-Auto-Besitzern für Unmut sorgt. Wie kürzlich eine andere Umfrage ergab, sind auch die Reichweite, die Ladeleistung und die verschiedenen Smartphone-Apps der Hersteller Gründe, wieso viele Deutsche unzufrieden mit ihren Elektroautos sind.
Weiterlesen: Campen mit dem ID.Buzz: Zwischen Rekuperation und Regression