Sanierung der Südumgehung  Trogstrecke – es tut sich was an der Emder Dauerbaustelle

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 26.09.2023 07:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am Freitag waren die Straßenbauer damit beschäftigt, die Drainageschicht zu erstellen, die unter der geplanten Betondecke dafür sorgen soll, dass das Wasser abfließen kann. Foto: Hanssen
Am Freitag waren die Straßenbauer damit beschäftigt, die Drainageschicht zu erstellen, die unter der geplanten Betondecke dafür sorgen soll, dass das Wasser abfließen kann. Foto: Hanssen
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Die experimentelle Lösung, die endlich das immer wiederkehrende Wasserproblem im Trog beenden soll, nimmt Form an. Das sind die aktuellen Arbeiten.

Emden - Es tut sich etwas an der Emder Dauerbaustelle Trogstrecke. Seit langem können Kraftfahrzeuge die Südumgehung nur im Schneckentempo passieren. Länger war nicht klar, wie man die Sanierung zu einem erfolgreichen Ende führen könnte. Alle Versuche, die Betonschalen und die Zwischennähte des Trogs vor eindringendem Grundwasser abzudichten, waren gescheitert. Zuletzt hatte im Sommer 2022 eine frisch aufgetragene Asphaltdecke Blasen geworfen, weil sich selbst durch einzelne Wassertröpfchen darunter Hohlräume im Asphalt bildeten. Sie dehnten sich in der Sonne durch die Wärme aus.

Während die experimentelle Lösung für das immer wiederkehrende Wasserproblem im Trog Form annimmt, kann der Verkehr meist im Schneckentempo fließen. Foto: Hanssen
Während die experimentelle Lösung für das immer wiederkehrende Wasserproblem im Trog Form annimmt, kann der Verkehr meist im Schneckentempo fließen. Foto: Hanssen

Nun gehen die Arbeiten für eine als experimentell zu bezeichnende Lösung voran. Das Verfahren ist so noch nirgendwo sonst erprobt worden. „Aktuell werden die Noppenbahn, die Bewehrung und die Anker für die künftige Betonfahrbahn montiert“, teilte Stadtsprecher Eduard Dinkela am Freitagnachmittag auf Nachfrage mit. Das Verfahren wurde von den Experten des Bau- und Entsorgungsbetriebs (BEE) der Stadt im Juni so erklärt: Die neue Fahrbahn wird aus Beton gebaut. Dabei soll quasi mit dem Wasser und nicht mehr dagegen gearbeitet werden. Denn unter der Betondecke soll auf der gesamten Fläche eine wellenförmige Drainageschicht in Form von speziellen Matten eingebaut werden, mit denen sich das Grundwasser kontrolliert ableiten lässt.

Sanierung soll noch in diesem Jahr beendet werden

Die Straßenbauer sind aktuell also dabei, die Drainageschicht zu erstellen. Am Freitag sah es so aus, als würden die Männer mit Metallstangen ein Raster innerhalb großer Holzrahmen auslegen. Der Verkehr konnte währenddessen aber weiterhin im Schneckentempo fließen. Die Geschwindigkeit ist auf zehn Kilometer pro Stunde begrenzt. „Des Weiteren wird bereits die Betonschalung aufgebaut“, schildert Stadtsprecher Dinkela. Die Ablaufrinnen im Bereich der Fugen in der Betonsohle seien in diesem Abschnitt schon hergestellt.

Wenn das Wetter es erlaubt und das Verfahren Erfolg zeigt, könnte die Sanierung Ende des Jahres abgeschlossen sein, sagte Stadtbaurätin Irina Krantz Mitte Juni. Bei dem Termin betonte sie erneut, dass das Sanierungsdilemma auf einen Pfusch am Bau der Trogstrecke in den 1970er Jahren zurückzuführen sei. Wie stark damals gepfuscht wurde, stellte sich erst im Laufe der aktuellen groß angelegten Sanierung heraus, die 2020 startete. Zuvor war der Trog, der in regenreichen Tagen seit Jahrzehnten meist so voll Wasser stand, dass selbst Enten dort teilweise schwammen, eher provisorisch ausgebessert worden.

Im Juni wurde auch mitgeteilt, dass die geschätzten Gesamtkosten auf 8,1 Millionen Euro steigen werden – gut drei Millionen mehr als ursprünglich kalkuliert. Um die Mehrkosten zu stemmen, werden drei andere Straßen in Emden vorerst nicht saniert. Betroffen sind die Hauptstraße in Larrelt, die Gerhart-Hauptmann-Straße am ehemaligen Kasernengelände und der Bereich Am Südbahnhof/Coubierstraße. Auch verzichtet der BEE vorläufig auf den Kauf eines neues Traktors und eines Streusalzsilos.

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