Emder Heimserie hält  Nach dem 2:1 erhält Kickers auch Lob von Bargfrede

| | 24.09.2023 11:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Großer Jubel vor den stimmungsvollen Fans: Kickers Emden gelang mit dem 2:1 gegen Heeslingen ein wichtiger Sieg und bleibt auf Tuchfühlung zu den Spitzenplätzen der Oberliga. Fotos: Doden, Emden
Großer Jubel vor den stimmungsvollen Fans: Kickers Emden gelang mit dem 2:1 gegen Heeslingen ein wichtiger Sieg und bleibt auf Tuchfühlung zu den Spitzenplätzen der Oberliga. Fotos: Doden, Emden
Artikel teilen:

Kickers bleibt im Ostfriesland-Stadion verlustpunktfrei und fügte Heeslingen die erste Niederlage zu. In einer Technik-Angelegenheit gibt es aber noch Optimierungsbedarf.

Emden - Nach dem Abpfiff erhoben sich auch die Zuschauer auf der Sitzplatztribüne und klatschten – wieder einmal. Der BSV Kickers Emden hatte soeben auch das dritte Heimspiel in der Fußball-Oberliga gewinnen können. „Geil Männer“, brüllte Co-Trainer Markus Unger nach dem durchaus verdienten, wenn auch hart erkämpften 2:1-Sieg am Samstagabend gegen den Heeslinger SC in den Mannschaftskreis. Mit „Lasst euch feiern“ schloss Coach Stefan Emmerling seine Ansprache ab.

Während die Emder Erfolgsserie im Ostfriesland-Stadion also anhält, riss die vom Gegner. Für den Heeslinger SC war es nicht nur die erste Niederlage in dieser Spielzeit, sondern auch das erste Spiel mit mehr als einem Gegentor. Daran konnte auch der Star der Heeslinger, Ex-Bundesliga-Profi Philipp Bargfrede, nichts ändern. Der 34-Jährige bot als Abwehrchef eine abgeklärte Vorstellung, gewann zumeist die Zweikämpfe gegen Kickers-Torjäger Tido Steffens. Jener sorgte aber mit einem frühen Anlaufen und kleineren Fouls dafür, dass sich der Routinier nicht wirklich am Spielaufbau der Heeslinger beteiligen konnte. „Es war die Ansage, die Chipbälle von Bargfrede hinter unsere Kette zu unterbinden“, verriet Tido Steffens, als er sich nahe des Spielertunnels ein Siegerbierchen gönnte.

Wo Emden das „größte Potenzial der Liga“ hat

Philipp Bargfrede war durchaus angetan von dem, was er in Emden erlebte – abgesehen von dem sportlichen Verlauf natürlich. „In der Oberliga ist das schon eine herausragende Stimmung. Gerade mit dem Flutlichtspiel abends bringt das besonders viel Spaß“, sagte der Mann, der 206-mal für Werder in der Bundesliga aufgelaufen war. „Von der Fanbase hat Emden das größte Potenzial in der Liga.“ Auch am Sonnabend ist mit 1150 Zuschauern wieder die 1000er Marke geknackt worden.

Der einstige U21-Nationalspieler lobte nicht nur die Stimmung auf der Tribüne, sondern auch die Emder Mannschaft für ein „gutes Spiel“ und ungefragt auch das Emder Geläuf. „Der Platz war gut.“ Diese Aussage dürfte vor allem Kickers-Manager Henning Rießelmann freuen. Er hatte nach seinem Einstieg bei Kickers im Sommer nicht nur am Kader getüftelt, sondern sich auch sehr um eine Verbesserung des Platzes bemüht. Unter anderem hatte er einen Spindelmäher angeschafft und zuletzt über Kontakte zu Werder Bremen eine Spezialmaschine zur Entlüftung des Platzes ausgeliehen. Diese stanzt Löcher in den Rasen. Das hilft auch beim Abfließen von Regenwasser. So präsentierte sich das Grün trotz zweier Regenschauer vor dem Spiel in einem Top-Zustand.

Unglücklicher Ausgleich vor der Pause

Bei einer Neuerung im Ostfriesland-Stadion herrscht aber noch etwas Optimierungsbedarf. Die neuen LED-Werbebanden sind zwar ein Hingucker, aber auch sehr hell. Den Emder Siegtreffer habe SC-Coach Malte Mönsch gar nicht so genau sehen können, „weil mich die Bande die zweite Halbzeit die ganze Zeit so geblendet hat, muss ich ehrlich sagen“, erzählte Mönsch auf der Pressekonferenz. Auch Spieler berichteten von leichten Sichtirritationen.

Der Spielverlauf ist schnell erzählt. Die ersten 20 Minuten waren bis auf ein Abseitstor von Emdens Pascal Steinwender ereignisarm (14. Minute). Danach erspielte sich Kickers mehrere Möglichkeiten. Steinwender traf den Pfosten (27.), Steffens schoss knapp vorbei (28.). Das 1:0 per Foulelfmeter durch Steffens, den Tobias Steffen rausgeholt hatte, hatte sich angedeutet (34.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte kassierte Kickers durch einen Flachschuss von Lenn Spremberg noch den Ausgleich. Es war der erste Torschuss der Gäste.

Auch in der zweiten Halbzeit war Kickers spielbestimmend. Beim entscheidenden Treffer war auch etwas Glück dabei. Fabian Herbst stieg nach einer Flanke von Dennis Engel hoch und köpfte an die Latte. Von dort aus sprang der Ball an den Rücken von Heeslingen-Keeper Jeroen Gies und ins Tor (78.). Die Schlussphase überstand Kickers schadlos, sodass es Standing Ovations auf der Tribüne gab.

Spieldaten

Emden: Djokovic - Ndiaye, Stöhr, Herbst, Engel - Kaissis (86. Eilerts), Siderkiewicz - Steffen (86. Abbey) - Schiller, Steffens (90. +4 Buß), Steinwender (73. Lameyer).

Tore: 1:0 Steffens (Foulelfmeter, 35.), 1:1 Spremberg (45. +1), 2:1 Eigentor Gies (78.).

Ähnliche Artikel