Unterföhring  Heino flucht im „Frühstücksfernsehen“ übers Gendern – so reagiert Sat. 1

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 22.09.2023 16:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Sänger Heino am Dienstag im „Frühstücksfernsehen“ bei Sat. 1: Seine Aussagen zum Gendern stoßen auf Kritik. Foto: Sat. 1
Sänger Heino am Dienstag im „Frühstücksfernsehen“ bei Sat. 1: Seine Aussagen zum Gendern stoßen auf Kritik. Foto: Sat. 1
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Sänger Heino sorgt mit wütenden Aussagen übers Gendern im „Frühstücksfernsehen“ von Sat. 1 für Wirbel. Wie der Sender darauf reagiert.

Ein Auftritt von Volksmusik-Star Heino am Dienstagmorgen im „Frühstücksfernsehen“ von Sat. 1 entfachte unter den Zuschauern eine heftige Debatte. Der 84-jährige Sänger hatte sich zuvor in der Sendung mit deutlichen Worten übers Gendern ausgelassen.

Auf die Frage des Moderatoren Matthias Killing, wie er zum Gendern stehe, erklärte Heino: „Denen haben sie ins Gehirn geschissen, so wie wir im Rheinland sagen. Ich steh‘ da überhaupt gar nicht zu. Ich werd‘ weiter von der schwarzen Haselnuss singen, ich werd‘ weiter ,Lustig ist das Zigeunerleben‘ singen. Da lasse ich mich von keinem Menschen abbringen.“

Im Internet sorgen die Aussagen für Kritik. Dem Sänger wird unter anderem Sexismus und Rassismus vorgeworfen. Heino blieb bei seiner Meinung. „Ich lasse mir von ein paar Gehirn-Akrobaten ganz sicher nicht vorschreiben, was ich zu singen oder zu sagen habe. Es kann von mir aus gendern, wer will, ich werde es ganz sicher nicht tun“, erklärt Heino gegenüber der „Bild“.

Der Auftritt von Heino fiel auch auf Sat. 1 zurück, Zuschauer beschwerten sich über die Rolle von Moderator Killing, der die Aussagen unwidersprochen hingenommen habe. In der Folge löschte der Sender einen Instagram-Post zu der Sendung. Medien berichteten zunächst, dass auch die Folge mit Heino von der Internetseite und beim Streamingdienst Joyn entfernt worden sei. Der Clip ist allerdings nach wie vor auffindbar.

Auf Nachfrage unserer Redaktion ließ ein Sprecher des Senders offen, warum der Social-Media-Beitrag zur Sendung nicht mehr auf der Instagram-Seite auftauche. In einer Stellungnahme hieß es zum Wirbel um die Gender-Aussagen von Heino:

Der Sprecher ergänzte: „Trotzdem lassen Sie mich an dieser Stelle gerne Salman Rushdie zitieren. Der indische Schriftsteller, der ob seines Buches ‚Die satanischen Verse‘ verfolgt wurde und wird, sagt: ,Redefreiheit ist das Entscheidene, um sie dreht sich alles. Redefreiheit ist das Leben.‘“

Anders reagierte ein Schweizer Konzertveranstalter. „Ich teile die Aussagen von Heino in keiner Art und Weise. Unsere Partys stehen allen Menschen offen, ich setze auf Respekt und Toleranz. Das ist die Botschaft, die mir wichtig ist“, sagte Reto Hanselmann, der Heino als „Special Act“ am 12. Oktober für die „Hanselmann‘s Wiesn“ in Zürich engagiert hat. Gegenüber dem Schweizer Magazin „Blick“ führte Hanselmann zu einer möglichen Vertragsauflösung weiter aus: „Wir stehen aktuell in Kontakt mit seinem Management. Ein definitiver Entscheid ist noch nicht gefallen.“

Außer Kritik gab es in den sozialen Netzwerken auch Zuspruch für Heino. Der Sänger wurde in Schutz genommen. Er sei diffamiert worden, weil er öffentlich seine Meinung preisgab. Dies habe einigen Menschen, die als „woke“ zu bezeichnen seien, nicht gefallen. Heino habe etwa ausgesprochen, was ein Großteil der Bevölkerung denke, hieß es.

Bei Sat. 1 hatte Heino sein neues Album „Lieder meiner Heimat“ beworben. Darauf zu hören sind vor allem Ballermann-Songs wie „Zehn nackte Friseusen“, „Finger im Po – Mexiko“ und „Layla“.

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