Abfahrt um acht Uhr  Der TuS Esens macht ein vorzeitiges Hochzeitsgeschenk

| | 22.09.2023 15:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hauke Bents könnte beim TuS Esens sein Startelf-Debüt geben. Foto: Steenhoff
Hauke Bents könnte beim TuS Esens sein Startelf-Debüt geben. Foto: Steenhoff
Artikel teilen:

Der Kapitän von Esens-Gegner SC Melle heiratet direkt nach dem Spiel am Sonnabend. Auch GW Firrel trifft auf ein formstarkes Team der Fußball-Landesliga.

Esens/Firrel - Das Hochzeitsgeschenk hat der TuS Esens bereits im Vorfeld gemacht. So werden die Wecker bei den Esenser Fußballern an diesem Sonnabend extra früh klingeln, damit die Spieler von Gegner Melle bei der Trauung von Kapitän Jan Lehmkuhl am Nachmittag Spalier stehen können. Für den TuS Esens ist es mit einer Distanz von 220 Kilometern die weiteste Auswärtsfahrt in der Fußball-Landesliga. Und doch willigten die Bärenstädter die ungewöhnliche Anstoßzeit von 13 Uhr ein. Tags später gastiert GW Firrel beim formstarken SV Holdorf.

Um rechtzeitig im Kreis Osnabrück anzukommen, macht sich der Tross des TuS Esens bereits um 8 Uhr mit dem Bus auf den Weg. Im Gepäck hat der TuS auch eine Menge belegte Brötchen und Kuchen. Dieses bekommt der TuS neuerdings von einer Esenser Bäckerei gesponsert und dient diesmal praktisch als verspätetes Frühstück oder vorgezogenes Mittagessen.

Unsere Tipps

SC Melle 03 – TuS Esens 1:1. Die Esenser sind bislang mit drei Unentschieden gemeinsam mit Holthausen Biene die Remiskönige der Liga. Auch in Melle könnte es auf eine Punkteteilung hinauslaufen. Aber nur, wenn die drohenden Ausfälle keine Unsortiertheiten nach sich ziehen.

SV Holdorf – GW Firrel 1:3. Beide Mannschaften sind gut drauf. Bei den Holdorfer Spielen fallen im Schnitt fünf Tore. Dies muss diesmal nicht zwingend passieren, weil Firrel hinten eigentlich sicher steht.

Backhaus mahnt: „Ruhe bewahren“

Mit dem Spieltermin ist Esens dem SC Melle 03 entgegen gekommen, auf dem Platz wird er dem SC aber nichts schenken wollen. „Wir wollen definitiv etwas Zählbares mit zurück nehmen“, sagt TuS-Trainer Ralf Backhaus. Das wäre auch wichtig, um nicht den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu verlieren. Der Rückstand beträgt bereits vier Punkte.

Bei einer Niederlage in Melle, das mit einem Sieg selbst die Abstiegszone verlassen würde, wären es sechs. „Wir müssen die Ruhe bewahren“, betont Backhaus. „Wir müssen das Selbstvertrauen hoch halten. Denn wir haben gezeigt, dass wir in dieser Liga mithalten können. Nur waren wir bislang nicht effektiv genug vor dem Tor.“ Das muss sich gegen Melle ändern. Der SC, den viele am Ende unter den Top-Fünf erwarten, hat sich nach schlechtem Saisonstart mit sieben Punkten aus den vergangenen drei Landesliga-Spielen wieder gefangen.

Bittere Diagnose für Lücht

Das gilt auch für den kommenden Gegner von GW Firrel: SV Holdorf. Vier Pleiten und 18 Gegentore hatte der SV in den ersten vier Landesliga-Partien kassiert. Seitdem ist Holdorf aber ungeschlagen und holte aus fünf Spielen elf Punkte. „Vor allem mit Paul Kosenkow haben die vorne einen guten, erfahrenen Mann“, weiß Firrel-Coach Bernd Grotlüschen. „Wir wollen an das kontrollierte und souveräne Spiel von Mittwoch anknüpfen.“ Da gewann Firrel mit 3:0 gegen Friesoythe.

Grotlüschen bedauert die Diagnose für seinen Abwehr-Hünen Andre Lücht sehr. Der Kreuzbandriss-Verdacht hat sich bestätigt. Mit Henning Röbke kehrt ein anderer Verteidiger nach einer Rotsperre wieder zurück. Dafür dürfte Kapitän Tim Schouwer wieder ins zentrale Mittelfeld rutschen und die Position von Lukas Berghaus einnehmen, der privat bedingt wohl ebenso fehlen wird wie Michael Olbrys.

Ausfälle verkraften muss auch Esens-Trainer Ralf Backhaus – definitiv umbauen muss er hinten links. Dort fehlt Malte Ahrends krankheitsbedingt, auch Stellvertreter Norbert Köneke wird nach einer Hüftverletzung im Training wohl ausfallen. Dafür steht Hauke Bents, der aus Berlin anreist, parat. Fragezeichen stehen noch hinter den Einsätzen der Leistungsträger Frank Til, Finn Rosenboom und Niklas Sukowski.

Ähnliche Artikel