Berlin So kann der Energiespar-Zwang für Firmen zum Erfolg werden
Im Schatten des Heizungsgesetzes hat der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das Verwaltung und Unternehmen zum Energiesparen zwingt. Ausgerechnet in der Krise bringt das mehr Bürokratie. Ist aber leider trotzdem notwendig.
Wie passt das zusammen: Da verspricht die Ampel, die überbordende Bürokratie endlich abzubauen. Und dann verabschiedet der Bundestag Effizienz-Gesetze, die Verwaltung und Unternehmen zum Energiesparen zwingen. War man nicht gerade übereingekommen, die Wirtschaft mit einem Entfesselungsprogramm aus der Krise zu schieben?
Zur Wahrheit gehört, dass Industrie und Verwaltung beim Heben aller Effizienz-Potenziale nicht da sind, wo sie sein müssten. Es braucht mehr Tempo, um den Klimagas-Ausstoß und langfristig auch die Kosten zu drücken. Die CO2-Bepreisung entfaltet noch lange nicht die erhoffte Wirkung. Was das Problem verschärft: Die Boom-Jahre wurden nicht ausreichend genutzt. Und jetzt, in der Krise, fehlt es Unternehmen und öffentlicher Hand an Geld für den notwendigen Umbau.
Damit das Energieeffizienzgesetz die Transformation beschleunigt und nicht abwürgt, braucht es also Entlastung an anderer Stelle. Und das heißt in erster Linie: Die Energiekosten müssen gesenkt werden. Beim Industriestrompreis wird sich die Ampel aber nicht mehr grün. Das sollte auch Robert Habeck einsehen. Sinnvoller wäre es, die Steuern oder Netzentgelte so stark wie möglich zu senken.
Durch die Versteigerung von Offshore-Gebieten hat die Bundesnetzagentur kürzlich fast 14 Milliarden Euro eingenommen. Der unverhoffte Geldsegen würde ausreichen, um die Netzgebühren - und damit den Strompreis - zumindest vorübergehend deutlich zu reduzieren und so den notwendigen Spielraum für Energiesparmaßnahmen zu schaffen.
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