Eemshaven/Rotterdam  Wann der abgebrannte Autofrachter Fremantle Highway in Rotterdam ankommen soll

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 21.09.2023 11:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Fremantle Highway hat Eemshaven verlassen. Schlepper ziehen den abgebrannten Autofrachter nach Rotterdam. Foto: Vincent Jannink/ANP/AFP
Die Fremantle Highway hat Eemshaven verlassen. Schlepper ziehen den abgebrannten Autofrachter nach Rotterdam. Foto: Vincent Jannink/ANP/AFP
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Aufwendiges Abschleppmanöver für die Fremantle Highway: Das Schiff ist von Eemshaven gestartet und wird nach Rotterdam gezogen. Die Brandursache an Bord des Autofrachters ist noch immer nicht geklärt. Eine gründliche Inspektion soll neue Hinweise liefern.

Die Fremantle Highway hat nach der Brandkatastrophe in der Nordsee den provisorischen Liegeplatz in Eemshaven verlassen und ist auf dem Weg nach Rotterdam. Am frühen Samstagmorgen soll das Schiff die Hafeneinfahrt erreichen und dann weiter bis zu einem Reparaturdock geschleppt werden.

Der Transport des havarierten Riesenfrachters mithilfe von drei Schleppern sei bislang nach Plan verlaufen, sagte ein Sprecher des maritimen Serviceunternehmens Koole Constructors am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Das Schiff werde noch in der Dunkelheit ankommen. Erst bei Tageslicht soll dann – etwa ab 7.45 Uhr – ein Lotse die Navigation durch die Hafenkanäle bis zu einem Dock des Schiffbauers Damen Shiprepair übernehmen.

Die aufwendige Schleppaktion war am Donnerstagnachmittag in Eemshaven exakt nach Plan um 15 Uhr gestartet. „Alles lief glatt, die Kooperation zwischen dem Hafen und uns und anderen Beteiligten war gut“, sagte der Sprecher.

Insgesamt waren für das Abschleppmanöver nach Rotterdam rund 36 Stunden veranschlagt. Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte das Hafenkoordinationszentrum in Rotterdam die Ankunft für Samstag. Dort soll der Frachter nach Möglichkeit wieder fahrbereit gemacht werden, wie Koole Constructors mitteilte. Dies könne mehrere Monate in Anspruch nehmen. Was danach mit dem Schiff geschehen könnte, sei aber noch unklar.

Von einer gründlichen Inspektion erhoffen sich Experten zudem Hinweise auf die bislang ungeklärte Brandursache. 

Die Arbeiten an dem im Juli havarierten Schiff könnten dem Koole-Sprecher zufolge mehrere Monate in Anspruch nehmen. Der Riesenfrachter werde teilweise demontiert. „Was nicht beschädigt ist, wird für einen möglichen späteren Wiederaufbau aufbewahrt“, sagte der Sprecher. „Das Ziel und der Reiz dieser Sache ist es, zu versuchen, die Schäden zu beseitigen, den Rest zu reparieren und das Schiff wieder fahrbereit zu machen.“ Was danach mit dem Frachter geschehen könnte, sei aber noch unklar.

Ende Juli war das Feuer auf dem Frachtschiff mit knapp 4000 Autos an Bord vor der niederländischen Küste ausgebrochen. Bei der Evakuierung war ein Mensch ums Leben gekommen, die 22 übrigen Besatzungsmitglieder wurden verletzt.

Da das Feuer nicht gelöscht werden konnte, drohte mehrere Tage lang eine Umweltkatastrophe. Das japanische Schiff war dann in den Hafen von Eemshaven bei Groningen geschleppt worden. Dort liegt der Autofrachter seit dem 3. August.

In Eemshaven nahe der Grenze zu Niedersachsen wurden der Treibstoff und das kontaminierte Löschwasser aus dem Schiff abgepumpt.

Ein Teil der insgesamt rund 3800 Autos an Bord der Fremantle Highway wurde ökologisch verträglich gereinigt und auf einem besonders geschützten Gelände geparkt. Die oberen Decks waren bei dem Feuer aber so stark beschädigt worden, dass die dortigen Fahrzeuge mit dem Deck verschmolzen. Etwa 2700 Autos sind nach Einschätzung von Experten völlig zerstört worden.

Beim Entladen brach in einem E-Auto Feuer aus. Der Brand konnte schnell gelöscht werden. Das Feuer war den Spezialisten zufolge im Akku des Autos entstanden. Die Feuerwehr war nach Informationen des Hafens zur Stelle und konnte den Wagen mit einem Kran sofort in einen mit Wasser gefüllten Container stellen.

Die Fremantle Highway war in der Nacht zum 26. Juli nahe der niederländischen Insel Ameland in Brand geraten. Die Ursache konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Der Brandherd war nach Angaben der Küstenwache ein E-Auto. Das wird zurzeit aber noch untersucht. Von den knapp 4000 Autos an Bord waren knapp 500 elektrisch.

Mit Material von dpa

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