Mülltonne Umwelt Rund 50 Teile einer Küche im Heseler Wald entsorgt
Förster Gerd Dählmann staunte nicht schlecht, als er die Einzelteile entdeckte. Unserer Zeitung hat er das Elend gezeigt. Und: So hätte die Küche richtig entsorgt werden können.
Hesel - „Das ist die widerlichste Form der Müllentsorgung“, sagt Förster und Bürgermeister von Hesel Gerd Dählmann. Sein Entsetzen ist ihm ins Gesicht geschrieben. Um die 50 Holzstücke liegen auf einer Länge von circa 50 Metern links und rechts am Wegesrand: Regalbretter, Holzverkleidungen, Schranktüren und eine Arbeitsplatte. Der Förster geht von einer Küche aus – so sieht es auch aus. Nur Spüle und Elektrogeräte fehlen. „Da muss einer mit dem Auto an – und dann links, rechts, links, rechts aus dem Anhänger raus“, vermutet Dählmann.
Was und warum
Darum geht es: Im Heseler Wald haben Unbekannte eine Küche in Einzelteilen verteilt.
Vor allem interessant für: Waldliebhaber und Umweltschützer
Deshalb berichten wir: Der Förster hat uns von seinem Fund berichtet und uns eingeladen, sich das mal anzuschauen. Die Autorin erreichen Sie unter: d.cordes@zgo.de
Drei Läufer kommen uns entgegen und machen den Förster auf sich aufmerksam. Auch sie haben die Einzelteile der entsorgten Küche entdeckt. Die drei – zwei Männer und eine Frau – sind ebenfalls wütend: „Schade, dass man die nicht erwischt“, sagt die Frau. Alle vier können sich das Verhalten der Unbekannten nicht erklären. „Das ist total unverständlich und zu missbilligen“, sagt Dählmann später im Gespräch mit unserer Zeitung. Es ist nicht nur zu missbilligen, sondern auch polizeilich relevant: Das Entsorgen von Müll in der Umwelt ist ein Verstoß gegen das Abfallwirtschaftsgesetz und eine Ordnungswidrigkeit, so eine Sprecherin der Polizeiinspektion Emden/Leer. Von einer Straftat könne man dann sprechen, wenn beispielsweise Flüssigkeiten entsorgt wurden, die sich nachteilig auf die Umwelt auswirken.
Schlecht für die Umwelt
Wenn der Förster solch Müll im Wald entdeckt, meldet er den Vorfall der Gemeinde. „Da kommen morgen wohl zwei Leute vom Bauhof und müssen die Einzelteile per Hand einladen“, erklärt Gerd Dählmann. Abgerechnet wird dann über den Landkreis. Es geht also alle Bürger etwas an, wenn der Heseler Wald als Mülldeponie missbraucht wird. Die Küche ist auch nicht der einzige Müll, den Menschen im Heseler Wald zu entsorgen versuchen. Auf dem Weg zum „Tatort“ kommen wir an Verpackungsmüll und zwei graue Säcke mit Gartenabfällen vorbei. An einer anderen Stelle sollen laut Dählmann wohl immer mal wieder die gleichen blauen Säcke mit Abfall liegen. Er geht davon aus, dass es immer die gleichen Täter sind. Sperrmüll und Gartenabfälle mit Plastikmüll findet der Förster öfter im Heseler Wald.
Dass Müll im Wald nichts zu suchen hat, habe nicht nur mit dem Landschaftsbild zu tun. „Mit den Gartenabfällen werden dann auch invasive Arten mit eingeschleppt“, erklärt Förster Dählmann. Er spricht auch von Florenverfälschung. Das bedeutet, dass die heimische Pflanzenwelt durch das Einbringen neuer Arten verändert wird. Neben den Umweltaspekten kann die Entsorgung von Müll aber auch Tiere gefährden. „Das ist eine Falle für Tiere“, erklärt Dählmann und nennt kaputtes Glas als Beispiel. Das Waldgebiet ist Landschaftsschutzgebiet. Aber: „Denen ist das sowieso egal“, sagt der Förster und meint damit diejenigen, die ihren Müll im Wald entsorgen.
So macht man es richtig
Aber wie entsorgt man seine alte Küche nun richtig? Die kurze Antwort von Landkreissprecher Philipp Koenen: „Sperrmüll: entweder abholen lassen oder selber zum Wertstoffhof bringen.“ Sperrmüll können alle Einwohner des Landkreises Leer bei allen Wertstoffhöfen abgeben. Annahmestellen finden Interessierte hier. Die Kosten hierfür betragen zehn Euro pro halber Kubikmeter. Wenn die Menge zehn Kubikmeter übersteigt, ist eine Entsorgung nur auf der Deponie in Breinermoor möglich. Eine Abholung kann online oder vor Ort beim Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Leer, Friesenstraße 33/35 in Leer, beantragt werden und kostet 35 Euro pro fünf Kubikmeter.
„So genannter Kleinkram wie zum Beispiel Übertöpfe gehören nicht zum Sperrmüll und können in den Restmüllsäcken entsorgt werden“, so der Sprecher. Elektronische Geräte und Metalle können kostenlos bei den Wertstoffhöfen und beim Entsorgungszentrum Breinermoor abgeben werden. Das Entsorgungszentrum nimmt auch Schadstoffe in haushaltsüblichen Mengen an. Für Kleidung, Decken, Oberbetten sowie Bettwäsche oder Tischdecken stehen die orangefarbenen Altkleidercontainer kostenlos zur Verfügung. Batterien, Leuchtmittel und elektronische Kleingeräte können kostenfrei an den Verkaufsstellen abgegeben werden. „Und alles was zu gut für den Müll ist, kann zur Verschenkbörse gegeben werden“, so Koenen.