Erweiterung geplant  Wann wächst der einzige Supermarkt weit und breit in Timmel?

Ole Cordsen
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Von Ole Cordsen
| 18.09.2023 12:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Noch gibt es hinter dem bisherigen Parkplatz am Nah&gut-Markt in Timmel einen Graben, den kleinen Krummen Weg und eine benachbarte Grünfläche. Künftig soll sich der Parkplatz über den Weg und die Grünfläche erstrecken. Fotos: Cordsen
Noch gibt es hinter dem bisherigen Parkplatz am Nah&gut-Markt in Timmel einen Graben, den kleinen Krummen Weg und eine benachbarte Grünfläche. Künftig soll sich der Parkplatz über den Weg und die Grünfläche erstrecken. Fotos: Cordsen
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Timmels Supermarkt ist klein, dicht gedrängt und soll bald erweitert werden. Einen Schritt weiter ist das Verfahren jetzt. Wie geht es weiter?

Timmel - Mehr Platz zum Einkaufen, geräumigere Gänge, ein verlegter Eingang, ein neuer Parkplatz und eine verschwindende Straße: Der einzige Supermarkt weit und breit in Timmel soll wachsen – und einen Schritt auf dem Weg dorthin hat der zuständige Fachausschuss der Gemeinde Großefehn jetzt gemacht. Der konkrete Plan sieht vor, dass der Markt sich auf den bisherigen Parkplatz ausdehnt. Der Parkplatz wiederum soll ausweichen auf die danebenliegende Wiese, die bereits in Besitz der Familie von Karin und Lübbe Stecker ist. Das Teilstück des Krummen Wegs, das zwischen Markt und Grünfläche zur Leerer Landstraße führt, soll verschwinden und Teil des Parkplatzes werden. Und genau diesen Punkt, die Einziehung des Krummen Wegs, hat der Fehntjer Bauausschuss jetzt einstimmig empfohlen. Der Krumme Weg wird damit zur Sackgasse. Für die Bewohner der drei Häuser, die hinter dem Markt am Krummen Weg liegen, soll ein Wendehammer geschaffen werden.

Der Nah&gut-Markt in Timmel hat ein Alleinstellungsmerkmal: Er darf sonntags öffnen, weil Timmel ein Luftkurort ist. Außerdem ist es der einzige Supermarkt weit und breit. Wer dort nicht fündig wird, muss entweder gut acht Kilometer bis nach Warsingsfehn oder knapp acht Kilometer bis Ostgroßefehn fahren, um auf weitere Supermärkte zu treffen. Bei allem ist der Markt in doppeltem Sinne voll: oft gut gefüllt mit Kunden, aber auch verglichen mit neu eröffneten Märkten neuester Bauart relativ vollgestellt. Bislang hat der Markt 790 Quadratmeter Fläche, auf der sich viele Regale drängen. Auf Sicht soll diese um die Hälfte wachsen auf dann 1170 Quadratmeter. Der Eingang soll zudem verlegt werden, von der Straßenfront auf die Parkplatzseite. Das sehen mit der Gemeinde Großefehn abgestimmte Pläne der Gebäude-Eigentümer Karin und Lübbe Stecker aus Timmel vor. Pächter und Marktinhaber Thomas Bruns, der auch in Aurich einen großen Edeka-Markt betreibt und im vorigen Jahr vergrößert hat, soll auch in Timmel mehr Platz bekommen.

Eingang soll verlegt werden

Eigentümerin Karin Stecker sagte bereits im März: „Timmel ist auch von der Kundentreue her ein besonderes Fleckchen, und der Markt ist einer, der auch durch die Urlaubsgäste viel besucht wird. Und für Einheimische, für die Menschen aus den umliegenden Dörfern, aber auch für die Urlaubsgäste ist es ja wichtig, dass hier ein Supermarkt bleibt und dass der sich auch entwickeln kann“, sagt Karin Stecker. „Auch sehr viele Pendler, die zwischen Leer, Moormerland und Aurich unterwegs sind, halten hier, holen sich im Backshop ein Brötchen oder einen Kaffee oder kaufen schnell noch eine Kleinigkeit“, sagt sie. Die Landesstraße 14 führt direkt am Markt vorbei.

Bei den Abwägungen im Vorfeld haben die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und die zuständige Kreisbehörde in Aurich sich auch die Gefahrenlage rund um den Markt angesehen. Bislang parken Autos von Pendlern gern am Straßenrand nahe dem zur Landesstraße 14 gehenden Eingang – was angesichts des vergleichsweise dichten Verkehrs zu Gefährdungen führen kann. Gefährdend hinzu kommt, dass parkende Autos die Sicht erschweren, wenn man aus dem neben dem Markt einmündenden Ankerweg kommt. Diese Situation soll entschlackt und sicherer gemacht werden, indem der Markteingang in Richtung Parkplatz verlegt wird und auch ein Parkplatz entlang der Straße gesperrt wird, heißt es von der Gemeinde. Sprich: Wer auch nur schnell etwas kaufen möchte, soll künftig einfach den normalen, dann verlegten Parkplatz nutzen.

Durch die Erweiterung des Marktes wird der Parkplatz bis an die Straße Zur Mühle heranrücken. Grafik: Malchus
Durch die Erweiterung des Marktes wird der Parkplatz bis an die Straße Zur Mühle heranrücken. Grafik: Malchus

Chance für die Nahversorgung

Grundsätzlich sieht die Gemeinde in der Erweiterung die Chance auf eine „Sicherung und Entwicklung der wohnortnahen Grundversorgung“, und die hat sich die Kommune in der Fortschreibung des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes in diesem Jahr zum Ziel gesetzt. Schon im März hatte Bürgermeister Erwin Adams (parteilos) gesagt: „Die Erweiterung ist sehr wichtig – für den Ort, für die Umgebung, aber auch für die vielen Gäste. Eine Nahversorgung ist in Timmel unverzichtbar, und wenn es die Chance gibt, dass die erweitert und modernisiert wird, unterstützen wir das gern.“ Auch Ortsbürgermeisterin Silke Bergmann (Wählerbündnis Timmel-Westgroßefehn) begrüßte seinerzeit die Pläne und sagte: „Jeder hier ist dankbar, dass es den Laden im Dorf gibt – und er sogar sonntags aufhat. Denn sonst wären die Wege zum Einkaufen wirklich weit. Wenn darin das Sortiment künftig entspannter aufgebaut werden kann, vielleicht sogar noch mehr frische Lebensmittel und eine Fleischtheke einziehen: umso besser.“

780 Quadratmeter Verkaufsfläche gibt es im Markt bislang, um etwa die Hälfte soll sie wachsen.
780 Quadratmeter Verkaufsfläche gibt es im Markt bislang, um etwa die Hälfte soll sie wachsen.

Dass durch den Umbau aber der Anlieferverkehr künftig über die kleine Sackgasse zum Markt führen soll, schmeckt nicht jedem der Anlieger, wie kürzlich schon am Rande einer Ortsratssitzung zur Sprache kam. „Das ist immer ein Abwägungsprozess“, sagt Bürgermeister Adams. „Wir haben uns intensiv mit den Einwendungen befasst, die bei der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit eingegangen sind. Und so viele Wünsche wie möglich berücksichtigt.“ So wird es statt des eingezogenen Teils des Krummen Wegs weiterhin zumindest einen Fußweg geben – ebenso wie begrünte Flächen.

Zudem gab es die Sorge, dass die Anwohner künftig ihre Mülltonnen weiter schieben müssen, weil die Müllwagen Tonnen nicht mehr in Rückwärtsfahrt abholen. Ein entsprechend groß dimensionierter Wendehammer soll aber geschaffen werden und ist im Bebauungsplan festgesetzt. Dessen Änderungen müssen die Gremien in einem weiteren Schritt noch zustimmen. „Grundsätzlich ist es aber schon so, dass es hier so schnell wie möglich losgehen können soll – sobald der Landkreis Aurich die Baugenehmigung erteilt hat“, sagt Erwin Adams.

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