Viel Neues an der Freien Schule So hat sich Emdens erste Privatschule gemausert
Die Freie Schule in Emden ist im zweiten Schuljahr nach ihrem Start gewachsen. Sie verfügt jetzt über ein Nebengebäude. Aber es gibt noch weitere Neuigkeiten.
Emden - Emdens erste Privatschule hat sich gemausert. Im zweiten Schuljahr ist die Zahl der Kinder an der im Sommer 2022 eröffneten „Meine Freie Schule“ - das ist der Name der noch jungen Bildungsstätte - von 20 auf 35 gewachsen. Aber auch hinsichtlich der Räumlichkeiten, der Ausstattung und des Personals der vorübergehend an der Adalbert-Stifter-Straße auf dem ehemaligen Kasernengelände in Containern angesiedelten Schule hat sich einiges getan.
Was und warum
Darum geht es: die Entwicklung von Emdens erster Privatschule, die im Sommer 2022 ihren Betrieb aufnahm
Vor allem interessant für: Eltern von Kindern in Emden, die bald in die Schule kommen, so wie alle, die an der Bildung interessiert sind
Deshalb berichten wir: Die Freie Schule in Emden ist mittlerweile ins zweite Schuljahr gestartet. Unsere Redaktion hat die Schule besucht und mit der Verantwortlichen über die Entwicklung dieser noch jungen Bildungsstätte gesprochen. Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de
Die Schule ist während der Sommerferien um ein zweites Gebäude aus Container-Modulen erweitert worden. Sie mietete die Container für die Dauer von zwei Jahren von den Emder Stadtwerken, die sie zuvor für eigene Zwecke genutzt hatten, aber nicht mehr benötigen. Die Erweiterung biete der Schule neue Möglichkeiten, sich entfalten und entwickeln zu können, sagt die Vorsitzende des Schulträgervereins „4kids2get“, Dr. Katharina Lühring. Sie ist auch die Initiatorin und Gründerin der Schule.
Räumlichkeiten reichen für zwei Jahre
Das neue, aus zwölf Modulen bestehende und barrierefreie Nebengebäude beherbergt unter anderem einen Kunst- und Musikraum, einen Turn- und Bewegungsraum, einen Gruppenraum, einen weiteren Unterrichtsraum für eine weitere Lerngruppe sowie eine zusätzliche Küche und Toiletten.
„Mit dieser Situation können wir noch zwei Jahre an diesem Standort bleiben“, sagt Lühring. Ziel sei es, im Jahr 2025 ein festes Gebäude zu beziehen und die Schule weiterführend bis zum Abitur zu betreiben. Dann haben auch die Mädchen und Jungen, die im vorigen Jahr als erste an der Freien Schule aufgenommen wurden, die vier Grundschuljahre absolviert. Das Konzept für die weiterführende Schulform sei bereits fertig und liege dem zuständigen Regionalen Landesamt für Schule und Bildung bereits zur Vorprüfung vor, so Lühring.
Aktuell wird in drei Gruppen unterrichtet
Buchstäblich aufgemöbelt wurde auch das Außengelände. Dort stehen jetzt vier massive und stabile Tische und dazugehörige Bänke. Die Aufstellung wurde mit Spenden von vier Emder Firmen ermöglicht. Neu ist zudem eine Torwand, die mit den Farben und dem Maskottchen der Schule bemalt ist.
Gegenwärtig werden die 35 Kinder der Schule in drei zum Teil jahrgangsübergreifenden Lerngruppen unterrichtet, die nach Tieren benannt sind. Die Erstklässler heißen „Die Frösche“. Laut Lühring bleiben sie zunächst unter sich, „um sich an die Schule zu gewöhnen“. Die Gruppe der „Wölfe“ vereint die 2. und 3. Jahrgänge. Die Jahrgänge 3 und 4 lernen gemeinsam in der Gruppe „Die Katzen“. Alle drei Lerngruppen sind im Hauptgebäude untergebracht.
Anmeldungen bis zum Jahr 2029 liegen vor
Zum laufenden Schuljahr hat die Freie Schule in erster Linie Schulanfängerinnen und -anfänger aufgenommen. Die Nachfrage übertraf dabei das Angebot. „Wir hatten über 30 Anmeldungen“, sagt Lühring. Den Zuschlag bekamen Eltern nach der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen. Auch für die Jahre bis 2029 lägen schon Meldungen vor. „Ich bin ganz glücklich darüber“, sagt Lühring.
„Sehr zufrieden“ sei sie auch mit dem aktuellen Team der Schule, das ebenfalls gewachsen ist. An der Spitze steht ein neuer, aber sehr erfahrener Schulleiter. „Er gibt uns Sicherheit und setzt das Konzept wunderbar um“, so die Gründerin. Hinzu kommen vier feste Lehrkräfte, vier pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ein Förderschullehrer sowie zweimal pro Woche eine Ergotherapeutin, die ihren Therapiebegleithund „Aria“ mitbringt und zielgerichtet mit den Kindern arbeitet.
Schule ist auf Unterstützung angewiesen
Bei der Finanzierung des Schulbetriebs ist der Trägerverein weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Denn in den ersten drei Jahren erhalten freie Schulen keine staatliche Finanzhilfen. Um die laufenden Kosten in dieser Zeit zu decken, hat der Verein bei der GLS Gemeinschaftsbank, einer Genossenschaftsbank, einen Kredit aufgenommen, der durch Kleinbürgschaften über Beträge zwischen 500 und 3000 Euro abgesichert ist. „Für uns ist jede Bürgschaft ein Gewinn“, sagt Lühring.
Die Planungen für Emdens erste Privatschule begannen im Sommer 2020. Die Initiatorin trieb sie mit großem Ehrgeiz voran. Sie leitet in Emden ein eigenes Institut für psychologisch-pädagogische Bildung und Entwicklung. Lühring betonte in der Vergangenheit immer wieder, dass sie „keine Gegnerin von Regelschulen“ sei, sondern „die Schullandschaft in Emden bereichern“ wolle.
Das pädagogische Konzept der freien Schule löst sich von den klassischen Schulfächern. Es sieht auch keine Hausaufgaben und Noten vor. Betrieben wird die Schule als sogenannte teilgebundene Ganztagsschule mit längerem Unterricht an zwei Nachmittagen pro Woche. Der Kernlehrplan staatlicher Grundschulen werde mit dem eigenen Konzept voll abgedeckt, heißt es.