Fridays For Future Festkleben kommt in Aurich nicht in Frage
Den Auricher Umweltaktivisten sind inzwischen nicht nur die leeren Versprechen der Politik ein Dorn im Auge. Für viel Unmut sorgen auch die Klimakleber.
Aurich - Auch wenn der Ruf der Umweltaktivisten in den letzten Monaten unter Schlagzeilen der Klimakleber und Sachbeschädigungen gelitten hat, findet in Aurich die Fridays-For-Future-Bewegung immer noch Anklang. Während des Demozugs und auf der anschließenden Kundgebung am Rathaus distanzieren sich die Organisatoren von solchen Praktiken.
Was und warum
Darum geht es: Bei der Klimademonstration in Aurich fand man nicht nur klare Worte für die Umweltpolitik, sondern auch für die Klimakleber.
Vor allem interessant für: Umweltaktivisten und alle, die sich um die Zukunft der Erde sorgen
Deshalb berichten wir: Am Freitag fand eine Kundgebung von Fridays For Future in Aurich statt. Den Autor erreichen Sie unter: l.loeschen@zgo.de
Am Freitagvormittag ging es um 11.30 Uhr los: An der Sparkassen-Arena sammelten sich laut Polizeischätzungen um die 100 Personen – darunter nicht nur Schüler. Dort startet dann auch der Streik, geht über die Pferdemarktkreuzung und den Fischteichweg, macht einen Bogen über den Georgswall und endet beim Rathaus. Alles in Begleitung der Polizei.
Gegen Auto-Lobby und Kohle-Abbau
Die Forderungen der Teilnehmer und Organisatoren werden schnell klar. An der Sparkassen-Arena tauchen viele mit selbst gemachten Plakaten auf, auch die Organisation Greenpeace ist anwesend und verteilt Fahnen. Aufschriften wie Gasaustieg, ein Tempolimit auf Autobahnen, die Ablehnung der Umgehungsstraße B210n oder ein stärkerer Schutz von Wäldern sind auf vielen Schildern zu lesen.
Während des Zuges durch die Stadt, heizen mehrere Personen der Aurich-For-Future-Bewegung die Stimmung auf. Kurz vor der Pferdemarktkreuzung und auf der Großen Mühlenwallstraße, Höhe Georgswall, setzen sich die Demonstranten für mehrere Minuten hin. „Wer nicht sitzt, der ist für Kohle“ stachelt Organisator Deniz Brinkmeier seine Mitdemonstranten an. Daneben hört man an diesem Tag in der Auricher Innenstadt hallen: „Was ich gerne hätte? Autofreie Städte“, „Fahrradfahren ist nicht nur Hobby, nieder mit der Auto-Lobby“ oder „Eins, zwei, drei, vier, gegen Kohle sind wir hier“. Mit den Worten „Wir streiken auch für euch“ richten sich die Demonstranten an die Autofahrer, die durch den Protest ausgebremst werden.
Klimakleber bewirken nichts als Ärger
Zum Abschluss gibt es am Rathaus eine Kundgebung. Deniz Brinkmeier ergreift nochmal das Wort. Der 22-Jährige hebt positiv hervor, dass inzwischen über 50 Prozent des deutschen Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Doch das reiche nicht: „Klima- und Umweltschutz muss zwingend sozial vertretbar geregelt werden und niemand, der es sich nicht leisten kann, sollte benachteiligt werden.“ Außerdem werde die Bevölkerung immer mehr dazu verleitet, mit dem Auto zu fahren. Die Errichtung der Auricher Umgehungstraße B210n führe nur zu mehr Verkehr, dabei sollte gerade dieser durch Bus und Bahn verringert werden.
Von den sogenannten Klimaklebern distanziert sich der Aktivist. Auch im Gespräch mit dieser Zeitung findet er klare Worte: „Diese Aktionen bewirken nichts als Ärger und es wirft ein negatives Licht auf uns.“
An diesem Freitag wird nicht nur in Aurich gestreikt: Es finden „weltweit Klimastreiks statt, davon mehr als 240 in Deutschland. In Niedersachsen und Bremen gehen 32 Ortsgruppen auf die Straße“, schreibt Fridays For Future Niedersachsen.