Nach Klagen von Anwohnern  Emder Kultursommer wird auf mehrere Spielorte ausgeweitet

Heiko Müller
|
Von Heiko Müller
| 12.09.2023 17:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Open-Air-Konzerte des Kultursommers im Stadtgarten boten Musik vieler Genres. Foto: Stadt Emden
Die Open-Air-Konzerte des Kultursommers im Stadtgarten boten Musik vieler Genres. Foto: Stadt Emden
Artikel teilen:

Die Open-Air-Veranstaltungen sollen künftig nicht mehr auf dem Stephansplatz konzentriert werden. Es gibt weitere Neuerungen.

Emden - Die Veranstaltungen des Emder Kultursommers, die bei den ersten beiden Auflagen dieser Reihe auf dem Stephansplatz unter freiem Himmel stattgefunden haben, sollen künftig auf mehrere Spielorte der Innenstadt verteilt werden. Das kündigte der städtische Betrieb Kulturevents jetzt im Kulturausschuss des Rates bei einem Ausblick auf den Kultursommer 2024 an.

Was und warum

Darum geht es: um die Zukunft des Emder Kultursommers und der Veranstaltungen unter freiem Himmel

Vor allem interessant für: alle, die gerne Kulturangebote auf Plätzen der Emder Innenstadt mögen oder dort einmal auftreten möchten

Deshalb berichten wir: Der städtische Betrieb Kulturevents hat eine Bilanz der Veranstaltungsreihe auf dem Stephansplatz gezogen und einen Ausblick auf das nächste Jahr gegeben.

Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Kulturevents hat die Planung und Organisation dieses Teils des Kultursommers in diesem Jahr kurzfristig übernommen. Zuvor war dafür das Stadtmarketing zuständig, das dieses Projekt 2022 mit Geld des Landes aus dem Förderprogramm Perspektive Innenstadt des Landes angeschoben hatte. Verantwortlich für den Kultursommer ist jetzt Jann Tunder. Er hat bei dem städtischen Kulturbetrieb sowohl eine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker als auch die zum Veranstaltungskaufmann absolviert und ist dort seit Anfang dieses Jahres fest angestellt.

Jann Tunder von Kulturevents Emden ist jetzt für Planung, Organisation und Durchführung der Open-Air-Veranstaltungen des Emder Kultursommers zuständig. Foto: Privat
Jann Tunder von Kulturevents Emden ist jetzt für Planung, Organisation und Durchführung der Open-Air-Veranstaltungen des Emder Kultursommers zuständig. Foto: Privat

Kulturevents reagiert auf Beschwerden

Tunder begründete die Verteilung des Open-Air-Programms auf mehrere Standorte unter anderem mit Klagen von Anwohnerinnen und Anwohnern des Stephansplatzes, der in diesem Sommer acht Wochen lang zwischen Anfang Juni und Ende August an Freitag- und Samstagabenden bespielt wurde. „Es gab mehrere Beschwerden wegen der Lautstärke“, sagte Tunder. Solche Klagen hatte es auch schon während der Premiere im Sommer gegeben.

Als neue Standorte nannte der Kulturevents-Mitarbeiter beispielsweise den Neuen Markt und den Stadtgarten: „Wir wollen solche Orte auch dazu nehmen, um das noch breiter aufzustellen“. Vor diesem Hintergrund wollen die Veranstalter künftig auch mehreren Gastronomiebetrieben die Möglichkeit geben, sich zu beteiligen. Interesse in der Branche daran gebe es, sagte Tunder.

Auch Vereine sollen eingebunden werden

Auf dem Stephansplatz waren für die Versorgung der Besucherinnen und Besucher mit Getränken und Speisen bislang nur das Café Einstein und zeitweise der Verkaufswagen „Der kleine Adler“ des Hotel-Restaurants „Goldener Adler“ zuständig. Laut Tunder wird auch erwogen, eine Standgebühr für Gastronomen einzuführen und Vereine einzubinden, die Essen und Trinken anbieten könnten.

Zudem sollen Werbepartner gewonnen werden, um die Finanzierung dieses Teils des Kultursommers auf eine sichere Grundlage stellen zu können. In diesem Jahr gab Kulturevents dafür insgesamt etwas 23.000 Euro aus. Rechne man aber die Arbeitsleistungen des Personals von Kulturevents bei der organisatorischen und technischen Begleitung ein, lagen die Gesamtkosten bei 36.000 Euro, so Tunder.

Einige Kosten können eingespart werden

Er geht davon aus, dass künftig ein Budget von 15.000 Euro auskömmlich ist. Sparen könne man beispielsweise dadurch, dass Kulturevents selbst die Künstlerinnen und Künstler für das Bühnenprogramm bucht und die Veranstaltungen technisch komplett mit einem eigenem Personal betreut. In diesem Jahr war noch eine Agentur für das Programm zuständig.

Zudem musste Kulturevents teilweise externe Veranstaltungstechniker hinzunehmen, weil der Betrieb erst im März den Auftrag für das Programm auf dem Stephansplatz erhalten hatte und das eigene Personal für den Sommer zu diesem Zeitpunkt schon verplant gewesen sei. „In der Regel werden solche Veranstaltungsreihen über ein Jahr im Voraus geplant“, sagte Tunder.

„Eine wunderschöne Sache für die Stadt“

Er sieht in dem Bühnenprogramm unter freiem Himmel eine Bereicherung des kulturellen Veranstaltungsangebotes und bewertet es als „wunderschöne Sache für die Stadt“. Nach seiner Auffassung sollte jede Stadt solche Auftrittsmöglichkeiten für aufstrebende Künstler haben, sagte er im Kulturausschuss.

Die Veranstaltungen lockten im Sommer bis zu 200 Besucherinnen und Besucher an. Foto: Hanssen/Archiv
Die Veranstaltungen lockten im Sommer bis zu 200 Besucherinnen und Besucher an. Foto: Hanssen/Archiv

Auch mit Blick auf das Programm plant Tunder einige Veränderungen. So will er die offene Bühne („Open stage“) künftig stärker für junge Künstlerinnen und Künstler aus Emden ausrichten. Allerdings soll die Sammlung mit dem Hut für die Gage bei diesen Auftritten verzichtet werden, weil das für einen kommunalen Veranstalter steuerlich schwierig und nicht umsetzbar sei. Stattdessen soll eine Aufwandsentschädigung gezahlt werden.

Mehr Angebote für Familien geplant

Es sollen aber auch mehr Angebote für Familien mit Kindern geschaffen werden. Diese Zielgruppe sei aber auch schon in diesem Jahr erreicht worden, so Tunder. Nach seinen Angaben gab es zwischen Anfang Juni und Ende August insgesamt 18 Veranstaltungen, darunter acht Abende als „Open Stage“, also als offene Bühne für Amateurkünstler. Das Spektrum reichte von Pop und Rock, über Jazz, Weltmusik, Schlager, Impro-Theater bis hin zum Chorgesang. Pro Veranstaltung zählten die Veranstalter zwischen 50 und 200 Besucher und Besucherinnen im Alter zwischen 4 und 75 Jahren.

Ähnliche Artikel