Ausgebrannter Frachter  Alle 3800 Autos von „Fremantle Highway“ gebracht

Martin Alberts
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Von Martin Alberts
| 11.09.2023 17:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Drei Wochen lang waren Experten mit dem Bergen der Autos von dem Unglücksfrachter „Fremantle Highway“ beschäftigt. Foto: Penning/DPA
Drei Wochen lang waren Experten mit dem Bergen der Autos von dem Unglücksfrachter „Fremantle Highway“ beschäftigt. Foto: Penning/DPA
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Rund drei Wochen hat es gedauert, alle Fahrzeuge vom ausgebrannten Autofrachter „Fremantle Highway“ zu schaffen. Nach diesem Erfolg ist es nun an der Reederei, über weitere Schritte zu entscheiden.

Eemshaven - Aus dem ausgebrannten Autofrachter „Fremantle Highway“ sind nun auch die letzten der knapp 3800 Fahrzeuge herausgeschafft worden. „Wir haben das Schiff wieder an den Eigner übergeben“, sagte ein Sprecher des zuständigen Bergungsunternehmens Boskalis der niederländischen Nachrichtenagentur ANP.

Der Frachter war am 3. August nach Eemshaven geschleppt worden, nachdem gut eine Woche zuvor ein Feuer auf dem knapp 200 Meter langen Schiff ausgebrochen war. Ein Crewmitglied kam infolge des Brandes ums Leben. Der Mann aus Indien war wie einige weitere Besatzungsmitglieder auf Anweisung des Kapitäns vom Deck des Schiffs in die Nordsee gesprungen.

Rund drei Wochen hat es nun gedauert, um den Autofrachter zu entladen. Ein Großteil der Fahrzeuge, etwa 2700, war bei dem Brand schwer beschädigt worden und teilweise mit den Decks verschmolzen. Fotos von Bord, die in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurden, zeigten das Ausmaß der Zerstörung. Etwa 1000 Fahrzeuge sind nach Angaben von Bergungsexperten jedoch trotz des tagelang wütenden Feuers in einem relativ guten Zustand. Sie wurden an Bord gewaschen und anschließend vom Schiff gefahren. Was mit den intakten Autos geschieht, ist bisher unklar.

Schiff wird wohl noch einige Wochen in Eemshaven bleiben

Gleiches gilt für das Schiff selbst: Es ist nun an der japanischen Reederei Shoei Kisen Kaisha als Eigner, über das Schicksal der „Fremantle Highway“ zu entscheiden. Laut ANP wird erwartet, dass der schwer beschädigte Frachter, der bei seiner Ankunft und auch in den vergangenen Wochen viele Schaulustige nach Eemshaven gelockt hatte, noch einige Wochen an der Emsmündung liegen bleibt. Klar ist aber auch, dass das Schiff den Hafen bis Mitte Oktober verlassen muss, wie ein Sprecher des Hafenbetreibers Groningen Seaports nun nochmals gegenüber ANP betonte. Es wird vermutet, dass die „Fremantle Highway“ dann ins Ausland gebracht wird – entweder für eine Reparatur oder gleich zum Abwracken. Die Reederei Shoei Kisen Kaisha hat sich hierzu auf ihrer Webseite bisher nicht geäußert.

Bis Mitte Oktober dürfte dann auch die Brandursache feststehen. Kurz nach Ausbruch des Feuers hatte es von der niederländischen Küstenwache geheißen, eines der knapp 500 Elektroautos an Bord sei wohl der Brandherd gewesen. Nach der Inspektion in Eemshaven wurde jedoch deutlich, dass wohl zumindest ein Großteil der E-Autos noch intakt ist. Die Untersuchungen des Schiffseigners zur Brandursache laufen noch.

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