Besondere Betreuung in Emden Nach Messer-Vorfall geht Herrentor-Schule nicht einfach in Alltag über
Am Tag, nachdem bei einer Rangelei an der Herrentor-Schule ein Schüler mit einem Messer verletzt wurde, werden die Schüler besonders betreut. „Wir sind erschüttert und fassungslos, aber nicht hilflos“, so die Rektorin.
Emden - Nachdem ein Schüler bei einer Rangelei auf dem Schulhof am Donnerstagmittag an der Oberschule Herrentor in Emden mit einem Messer verletzt wurde, läuft an diesem Freitag der Vormittag an der Bildungseinrichtung nicht wie gewohnt ab. Oberschulrektorin Susanne Rautmann hat sich in E-Mails an die Eltern und Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler gewandt sowie auf der Website der Schule einen Hinweis veröffentlicht. „Wir sind erschüttert und fassungslos, aber nicht hilflos“, schreibt sie dort in den einleitenden Worten am Donnerstag. Nach diesem Vorfall werde man am Freitag „nicht zum Alltag übergehen können“.
Auf Nachfrage dieser Zeitung bei der Polizei am Freitag heißt es, dass es dem verletzten Schuler „gut geht“ und dass er nur zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht worden sei, so Svenia Temmen, Sprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden. Ob der Junge aktuell schon aus dem Krankenhaus entlassen ist, konnte sie nicht sagen. Bei Minderjährigen sei es aber normal, dass sie für 24 Stunden zur Beobachtung im Krankenhaus blieben. Der Schüler, der verletzt wurde, hatte nach ersten Zeugenaussagen laut Polizei den Streit auf dem Schulhof schlichten wollen. Der Schnitt mit dem Messer sei „nicht tief“, betonte die Polizei am Donnerstag, nachdem die Gerüchteküche auf der Internetplattform Facebook explodiert war. Dort war unter anderem die Rede von zwei Stichen in den Rücken und schweren Verletzungen.
Schüler mit Messer von Unterricht ausgeschlossen
Der Schüler, der in der Rangelei ein Messer gezogen hatte und beim Herumfuchteln laut Polizei einen anderen Jungen am unteren Rücken verletzt hatte, war direkt nach dem Vorfall vom Jugendermittler der Polizei mitgenommen worden. Wie es nun für ihn weitergeht, sagte die Sprecherin am Freitag nicht. Da es sich um das Jugendstrafrecht handle, liefen alle weiteren Maßnahmen außerhalb der Öffentlichkeit.
Dass am Donnerstag so viel zu dem Vorfall von der Polizei mitgeteilt wurde, hätten sie „noch nie“ gemacht. Weil die Gerüchteküche auf Facebook aber derart explodiert war und so viele Unwahrheiten im Umlauf waren, habe man sich in Absprache mit der Staatsanwaltschaft für den ungewöhnlichen Schritt entschieden. Normalerweise wird aus Schutz der Minderjährigen darauf verzichtet. Weitere Angaben - etwa zum Alter des Jungen - werde sie nun aber nicht machen. Der tätlich gewordene Schüler sei vom Unterricht ausgeschlossen worden und werde nicht in der Schule erscheinen, schrieb Rektorin Rautmann von der Herrentorschule.
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Gemeinsam das Erlebnis bewältigen
Die neunten Klassen, die am Freitag eigentlich an den Berufsbildenden Schulen Unterricht hätten, kommen an die Herrentor-Schule und werden auch von ihren Klassenlehrkräften betreut. „Wir treffen uns um 07:50 Uhr wie gewohnt in den Klassenräumen. Es wird kein „normaler“ Unterricht stattfinden. Die Klassenlehrkräfte begleiten ihre Klasse den gesamten Vormittag bis um 11:30 Uhr“, schreibt die Oberschulrektorin.
Es werde Zeit für die Beantwortung von Fragen, Gespräche und erste Aufarbeitung des Geschehens vorhanden sein. „Weiterhin werden mehrere Hilfsangebote, zum Beispiel drei Schulpsychologen/innen, vor Ort sein“, schreibt sie.
Eltern und Erziehungsberechtigte, die ihre Kinder nicht zur Schule schicken möchten, könnten dieses selbstverständlich tun. Es gelte das normale Abmeldeverfahren über den Schulserver IServ. „Wir sind für unserer Schülerinnen und Schüler unsere Schule da und helfen ihnen gemeinsam, dieses Erlebnis zu bewältigen“, so ihre abschließenden Worte.