Bonn  Karte zeigt Schere: Leben Sie in einer Wohlstandsregion?

Jule Pinno
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Von Jule Pinno
| 07.09.2023 21:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Vor allem im Süden Deutschlands kommen viele Menschen über das Erben zu Wohlstand. Foto: imago images/Westend61
Vor allem im Süden Deutschlands kommen viele Menschen über das Erben zu Wohlstand. Foto: imago images/Westend61
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Aus einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung geht hervor, welche der 400 Städte und Kreise in Deutschland zu einer Wohlstandregion gehören und welche nicht. Miteinbezogen wurden fünf Faktoren. Leben Sie in einer Wohlstandsregion?

Ein neuer Bericht der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) verrät, welche Teile von Deutschland als eine Wohlstandregion gelten und welche nicht. Der Disparitätenbericht 2023 untersucht unter anderem die Verteilung von Wohlstand und Armut in Deutschland.

Anhand der fünf Indikatoren Kinderarmut, Altersarmut, Mediangehälter am Wohnort und Mietkostenbelastung wird die Verteilung von Wohlstand und Armut gemessen. Die FES ist die älteste parteinahe Stiftung in Deutschland und steht der SPD nahe.

In der Grafik sehen Sie, die Verteilung von Wohlstand und Armut in Deutschland.

„Die Unterschiede in den Vermögensübergängen sind erheblich, vor allem zwischen den ostdeutschen (ohne Berlin) und den süddeutschen Bundesländern sowie Hamburg“, heißt es in der Studie. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Schere zwischen Wohlstand und Armut noch weiter auseinander gehen wird.  

Auch wenn sich der Osten laut des Berichts mittlerweile viel in „dynamische Großstädte“ und „Regionen der soliden Mitte“ unterteilt, so sind die Unterschiede zwischen Arm und Reich weiterhin spürbar. „Die Aufholeffekte der vergangenen Jahre werden durch die ungleiche Verteilung von Einkommen und Armut gehemmt“, fassen die Autoren zusammen.

Die Verteilung von Wohlstand und Armut berechnet die Studie anhand der Mediangehälter, die am Wohnort dargestellt werden. Der Median, auch Zentralwert genannt, repräsentiert das Einkommen, das in der Mitte einer aufsteigenden Liste liegt. Somit werden die Ergebnisse nicht durch extrem hohe oder niedrige Beiträge verzerrt.

Die Quoten zur Alters- und Kinderarmut sind ebenfalls Indikatoren, die die Ungleichheit zwischen Städten und Kreisen verdeutlichen. Auch die regionalen Mietbelastungsquoten sind entscheidend, da sie bestimmen, wie viel Geld jemandem im Alltag zur Verfügung steht.

Die Studie zeigt zudem, dass die räumliche Verteilung von Wohlstand und Armut nicht gänzlich abhängig vom Einkommen der Menschen ist. Wo die Gehälter im Schnitt höher sind, sind auch die Lebenshaltungskosten, insbesondere die Wohnkosten hoch. Gerade in Großstädten gibt es viele Armutsrisiken, unabhängig von den eher hohen Mediangehältern.

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