Papa ist stolz  Jonas Nessen ist Larrelts Nachspielzeit-Experte

| | 07.09.2023 18:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Jonas Nessen (Mitte) spielt seine zweite Saison bei den Larrelter Herren. Bislang kam er nur als Joker zum Einsatz, erzielte aber bereits drei Saisontore. Foto: Doden, Emden
Jonas Nessen (Mitte) spielt seine zweite Saison bei den Larrelter Herren. Bislang kam er nur als Joker zum Einsatz, erzielte aber bereits drei Saisontore. Foto: Doden, Emden
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Der 2,03-Meter-Mann avanchierte zum Derbyhelden der Sportfreunde gegen Borssum. Sein Vater Bernd Neesen hat für Larrelt viel geleistet, geht nun aber „fremd“.

Larrelt - „Das war schon geil“, sagte Jonas Nessen über das Emder Bezirksliga-Derby am vergangenen Wochenende gegen Borssum. Beim 3:3 hatte der 2,03-Meter-Mann seinen bislang „größten“ Auftritt im Herren-Fußball. Erst traf Jonas Nessen drei Minuten nach seiner Einwechslung zum zwischenzeitlichen 1:2 – und dann tief in der Nachspielzeit zum 3:3-Endstand. Der Jubel auf dem Feld war entsprechend groß, am Spielfeldrand freute sich auch Papa Bernd Nessen mit. Dieser war einst Spieler und Trainer bei den Sportfreunden, ist fast schon eine Larrelter Legende. Kein Wunder, dass auch Sohnemann Jonas ein echtes Sportfreunde-Urgestein ist. Er ging den ganzen Weg von den Bambinis bis in die Herren, bei denen er nun seine zweite Saison spielt.

Vorrangig als Joker und Nachspielzeit-Experte machte Jonas Nessen bislang auf sich aufmerksam. Fünf Tore erzielte der schnelle Stürmer in der abgelaufenen Bezirksliga-Saison – allesamt als Einwechselspieler. In beiden Partien gegen Ostfrisia Moordorf (3:3 und 6:2) glückten ihm Treffer nach der 90. Minute. Und auch in dieser Saison hat Jonas Nessen schon zweimal in der Nachspielzeit „zugeschlagen“. Am 27. August markierte er den 5:1-Endstand gegen den SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel und sechs Tage später das umjubelte 3:3 gegen Borssum. Drei Saisontore bei 67 Minuten Einsatzzeit sind eine beeindruckende Quote.

Bernd Nessen (hinten links) hatte als Trainer mit den Sportfreunden Larrelt einige Siege und vor allem Tore zu feiern. 2019 gab er das Zepter an seinen damaligen Co-Trainer Marten Sandmann (vorne) ab, der bis heute Coach in Larrelt ist. Foto: Archiv
Bernd Nessen (hinten links) hatte als Trainer mit den Sportfreunden Larrelt einige Siege und vor allem Tore zu feiern. 2019 gab er das Zepter an seinen damaligen Co-Trainer Marten Sandmann (vorne) ab, der bis heute Coach in Larrelt ist. Foto: Archiv

Seinen Vater Bernd Nessen hatte unsere Zeitung im Sommer 2019 als „Mister Larrelt“ bezeichnet, als dieser nach elf Jahren das Traineramt bei den Larrelter Herren abgegeben hatte. Sein ganzes Fußballerleben hatte Bernd Nessen bis dahin bei den Sportfreunden verbracht – das erste Jugendspiel, der Weg in den Herrenfußball, erfolgreiche Jahre als Spielgestalter. Nach der aktiven Karriere wurde er Trainer der Sportfreunde. 2019 übergab Nessen das Amt an seinen damaligen Co-Trainer Marten Sandmann, der nun dabei ist, eine neue Ära bei Larrelt als Trainer zu prägen. Aus gesundheitlichen Gründen hatte Sandmann das Kommando in der Vorbereitung und beim Saisonstart an seinen Assistenten Patrick Bygus abgegeben. Mittlerweile ist Sandmann auch wieder Chef an der Seitenlinie der Sportfreunde. „Marten macht das super. Er ist ein guter Nachfolger für mich“, findet Bernd Nessen lobende Worte. „Ein wenig beneide ich ihn auch. Er kann mit einem qualitativ breiteren Kader arbeiten als ich damals.“

Bernd Nessen selbst wollte im Sommer 2019 eigentlich eine Trainer-Pause einlegen. Doch dann tat sich – praktisch direkt vor seiner Haustür in Wybelsum – eine Baustelle auf. Die Wybelsumer Mannschaft war etwas auseinandergefallen, viele Spieler verließen den Verein. Bernd Nessen war der Retter in der Not. Er geht „seinem“ SF Larrelt sozusagen seitdem „fremd“. Als Spieler hatte er trotz Offerten anderer nie seinen Heimatverein verlassen, als Coach ging er den Weg.

Bernd Nessen trainierte nie seinen Sohn

Nessen übernahm das Traineramt, holte dank seines Netzwerks noch ein paar Spieler dazu. „Als ich in Wybelsum anfing, hatte ich nur 13 Leute – von denen ich drei nie gesehen habe. Mittlerweile haben wir 29 im Kader und überlegen, in der neuen Saison sogar eine zweite Herren zu melden“, erzählt Nessen von der positiven Entwicklung seitdem. Der 54-Jährige geht jetzt mit der SG Wybelsum schon in seine fünfte Saison in der Ostfrieslandklasse B.

Als Bernd Nessen die Larrelter Herren als Trainer verließ, kickte sein Sohnemann Jonas noch in der B-Jugend des JFV Eintracht Emden. Mittlerweile ist dieser zu einem Herrenspieler herangereift und hat den Sprung in die erste Mannschaft geschafft. „Es ist toll zu sehen, wie er sich entwickelt hat“, sagt Vater Bernd Nessen. Er selbst hat seinen Sohn übrigens nie trainiert, von Vater-Sohn-Beziehungen innerhalb einer Mannschaft hält er nichts. Während Bernd Nessen als Schiffsbauer tätig ist, befindet sich Jonas Nessen gerade im Endspurt seiner Ausbildung als Elektroniker für Automatisierungstechnik bei VW. Auch seine Zwillingsschwester Sarah macht dort eine Ausbildung, allerdings als Lakiererin. Für Fußball hat die 19-Jährige aber nicht so viel übrig, eine Zeit lang spielte sie Handball.

Der siebte Bezirksliga-Spieltag wird an diesem Freitag mit drei Partien eröffnet. Germania Wiesmoor empfängt TuRa Westrhauderfehn, der TuS Hinte gastiert beim FC Norden und der TV Bunde reist zum SV Hage (jeweils 20 Uhr). Für die Larrelter geht es am Sonnabend zum TuS Pewsum (16.30 Uhr). Anderthalb Stunden später steigt das Spiel zwischen dem TuS Middels und SV Großefehn. Am Sonntag gibt es zwei Derbys: SV Holtland gegen Germania Leer (14 Uhr) und SpVg Aurich gegen SV Wallinghausen (15 Uhr). Ebenfalls um 15 Uhr gastiert der SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel in Borssum.

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