Dauerbaustelle in Emden  Was gibt es Neues zum Freibad Borssum?

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 06.09.2023 13:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wasser steht zwar in einem der Schwimmbecken im Freibad Borssum, doch es handelt sich nur um Regen. Wann das Bad öffnet, ist weiterhin unklar. Foto: F. Doden
Wasser steht zwar in einem der Schwimmbecken im Freibad Borssum, doch es handelt sich nur um Regen. Wann das Bad öffnet, ist weiterhin unklar. Foto: F. Doden
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Die Freibadsaison endet in Emden in dieser Woche. Der Blick fällt nach Borssum, wo das Bad in diesem Jahr eigentlich hätte öffnen sollen. Die Stadt verweist auf einen Termin.

Emden - Das Emder Van-Ameren-Bad wird an diesem Samstag das letzte Mal in dieser Saison öffnen. Da zwängt sich der Gedanke an das andere Emder Freibad auf, das in diesem Jahr eigentlich noch geöffnet werden sollte. Im Stadtteil Borssum aber scheint nach Laien-Meinung bislang nicht viel passiert sein. Ende August war zwar Wasser in einem der Becken, doch es handelte sich um ganz viel Regen, nicht um Chlorwasser.

Was und warum

Darum geht es: die weitere Entwicklung im Freibad Borssum

Vor allem interessant für: Emderinnen und Emder, die in Borssum schwimmen gehen möchten oder sich für Bauprojekte und die Finanzen der Stadt interessieren

Deshalb berichten wir: Die Sanierung des Freibads Borssum ist immer wieder Gesprächsthema in Emden. So versuchen wir, regelmäßig darüber zu berichten. Längere Zeit war es still um das Projekt geworden, jetzt will die Stadt einen Termin ansetzen.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de

Wir haben bei der Stadt nachgefragt, wie die Bad-Sanierung läuft, welche Arbeiten schon erledigt wurden, welche noch folgen und ob das Bad wohl noch für einen kurzen Testlauf öffnen könnte. Das hatte Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) sich Anfang des Jahres gewünscht, um vor der Winterpause zu klären, dass tatsächlich alles funktioniert. Ansonsten müssten beauftragte Firmen schnell nachjustieren.

Was sagt die Stadt zum Zeitrahmen?

Zu einem möglichen Testlauf oder einem Öffnungszeitraum teilt die Stadt allerdings auf Nachfrage aktuell nichts mit. In etwa zwei Wochen soll es einen Vor-Ort-Termin mit der Presse geben, um Details zu klären, schreibt Stadtsprecherin Theda Eilers. Zuletzt hatte die Stadt immer wieder betont, man fahre auf Sicht. Hieß es im Frühjahr noch, man wolle „in den Sommerferien“ oder zumindest „auf jeden Fall in dieser Saison“ eröffnen, rückte die Stadt Ende Mai davon ab. „Schnellstmöglich“ wolle man fertig sein, ein Zeitrahmen wurde aber nicht mehr genannt.

Hier ist noch einiges zu tun, bis das Freibad Borssum wieder öffnen kann. Foto: F. Doden
Hier ist noch einiges zu tun, bis das Freibad Borssum wieder öffnen kann. Foto: F. Doden

Die Sanierung des 2017 aufgrund erheblicher Sicherheitsmangel geschlossenen Freibads war im Februar vergangenen Jahres nach langer Diskussion gestartet. Personalknappheit bei beteiligten Handwerksfirmen, Lieferengpässen und unvorhersehbaren Dingen, die sich während der Sanierung ergaben, verzögerten die Arbeiten. Zudem hätten sich einige der beauftragten Firmen als unzuverlässig erwiesen, erklärte Kruithoff unter anderem im Mai. Das habe immer wieder zu Verzögerungen geführt und den Bauablauf durcheinander gebracht. Auch die Kosten waren angestiegen: auf etwa vier Millionen Euro. Ursprünglich war man von 3,3 Millionen Euro ausgegangen.

Welche Arbeiten wurden im Sommer erledigt?

In den vergangenen Sommermonaten seien einige Arbeiten ausgeführt worden, schreibt Sprecherin Theda Eilers. Dabei geht es hauptsächlich um das Grobe an den Becken. So sind diese mittlerweile an die Schwallwasserbehälter und mit dem Technikgebäude durch Rohre angeschlossen. Die Beckenwände sind auch schon für die Verspachtelung und das Verputzen vorbereitet worden. Für die Startblöcke und Leinenhalter wurden die Fundamente erstellt, so Eilers. Estrichbeton wurde in die Becken gefüllt, um den Boden aufzubauen. Schäden, die im laufenden Baubetrieb entstanden sind - etwa defekte Beckenköpfe - wurden beseitigt. Ansonsten wurden die Beckenumgänge für die Pflasterung vorbereitet, erklärt die Sprecherin.

Im Gebäude und auch beim Becken wurden Elektroarbeiten durchgeführt. Für die Badeaufsicht und Menschen mit Teilhabeeinschränkung wurden an den Sanitäranlagen gewerkelt sowie Putzarbeiten im Gebäude erledigt. Ein wichtiger Bereich ist auch der Rückbau der alten Badewassertechnik. Im März wurde klar, dass die Filteranlage zu marode ist, um sie wirtschaftlich zu sanieren. Die neue Anlage sowie der Rückbau und die Entsorgung der alten Anlage führten zu Mehrkosten in Höhe von 190.000 Euro, hieß es damals. Welche Arbeiten noch erledigt werden müssen, beantwortet die Stadtpressestelle nicht.

Trotz der Mehrkosten und anderen Schwierigkeiten war schon im März klar: Ein Zurück gibt es wohl nicht mehr. Schätzungsweise etwa 90 Prozent der Arbeiten seien bereits ausgeführt beziehungsweise als Aufträge vergeben, sagte Kämmerer Horst Jahnke damals dieser Zeitung. Einzige Alternative wäre gewesen, die Arbeiten zu stoppen und die Baustelle stillzulegen. In diesem Fall hätte die Stadt vermutlich auch einen Großteil der Zuschüsse des Bundes oder die Gesamtsumme, die sich auf 1,5 Millionen Euro beläuft, zurückzahlen müssen. Das wäre für die Stadt „noch fataler“ gewesen, meinte Jahnke. Er wolle „gar nicht wissen, was der Fördergeldgeber in diesem Fall gesagt hätte“.

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