Zum Schul- und Kitastart  Erfolge und große Hürden in Jemgum

Vera Vogt
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Von Vera Vogt
| 05.09.2023 19:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bei der Grundschule in Jemgum gibt es ein Raum- und ein Personalproblem. Foto: Vogt
Bei der Grundschule in Jemgum gibt es ein Raum- und ein Personalproblem. Foto: Vogt
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Wie steht es um die Grundschulen und die Kinderbetreuung? Zum Start des Schul- und Kitajahres erzählen die Verantwortlichen, was los ist. Unterschiedlicher könnte das kaum sein.

Jemgum - Ob Kindergarten, Krippe oder Schule: Es geht nun wieder los. Passend zum Start ins neue Schul- beziehungsweise Betreuungsjahr gab es in Jemgum im Ausschuss für Soziales, Schule, Kindergarten, Familie und Jugend einen Rundumschlag an Infos. Wie läuft es bei den Einrichtungen? Die Verantwortlichen haben erzählt und ihre Erlebnisse sind sehr unterschiedlich.

Krippe und Kita

Die freudigen Nachrichten zuerst: Mit der neuen Krippe in Jemgum erfüllt die Gemeinde 2024/25 die erforderliche 50 Prozent Betreuungsrate. Und noch etwas gab Grund für freudige Gesichter in der Sitzung: „Der Krippenbau geht gut voran. Was die Zeit angeht und auch, was das Budget angeht“, sagte Heidi Bugiel, zweite Vorsitzende des Freundeskreis Kindergarten Niederrheiderland.

Um die Kinderbetreuung in Jemgum steht es bald noch besser. Foto: Pixabay
Um die Kinderbetreuung in Jemgum steht es bald noch besser. Foto: Pixabay
Auch bei der Betreuung von über drei Jahre alten Kindern in der Kita sieht es gut aus: Die gewünschten 95 Prozent werden laut Bedarfsplan in Jemgum abgedeckt. „Auch wenn man sagen muss, dass der reelle Bedarf die Zahlen meist noch übersteigt, steht die Gemeinde wirklich gut da“, erklärte der Ausschussvorsitzender Walter Eberlei.

Derzeit gebe es in den Kindergärten der Gemeinde 109 Kinder und 26 Krippenkinder. Personell stehe man gut da, „wir haben zwei neue Vollzeitkräfte finden können, ein Glück“, freute sich Bugiel. Nicht überall läuft es gut: Zeitweise hatte es in der Gemeinde auch fünf Anmeldungen für Kinder aus der Stadt Leer gegeben, sagte Bugiel auf Nachfrage. „Zwei Kinder waren auch einen Monat da, sind aber doch noch in der Stadt Leer untergekommen, weil man Container-Lösungen geschaffen hat.“

Grundschulen

Das Bild bei den Grundschulen in der Gemeinde Jemgum könnte kaum unterschiedlicher sein. In Ditzum ist man derzeit personell gut besetzt. „Wir sind zum Schulstart sportlich: Wir machen beim Stadtradeln mit, trainieren für den Schülerlauf in Wymeer und hoffen auf den Start des Schwimmunterrichts im Möhlenlandbad“, erklärte Schulleiterin Britta Borgmann. Derzeit habe man nur zwei Kombiklassen. „Die Zahlen steigen aber bald wieder, das liegt alles im normalen Rahmen.“

Den Stundeplan aufzustellen ist eine Herausforderung, wenn die Lehrkräfte fehlen. Das weiß Britta Worpenberg, die die Grundschule in Jemgum leitet. Foto: Gettkowski/Archiv
Den Stundeplan aufzustellen ist eine Herausforderung, wenn die Lehrkräfte fehlen. Das weiß Britta Worpenberg, die die Grundschule in Jemgum leitet. Foto: Gettkowski/Archiv
Bei der Grundschule Jemgum gibt es für Schulleiterin Britta Worpenberg kaum Zeit, sich um Projekte außerhalb des Stundenplans zu kümmern: „Zum Start haben wir uns auf rund 100 Kinder vergrößert“, erklärte sie. Eine vierte Klasse sei gegangen, dafür seien zwei erste Klassen hinzugekommen. Schritt für Schritt musste man in der Schule deswegen Fachräume wie den für Musik oder Englisch in Klassen umwandeln. „Es wird eng“, sagte Worpenberg. In der Mensa gebe es eine Art Katzentisch, weil es sonst nichts für alle passe.

Aber nicht nur räumlich kommt die Schule an ihre Grenzen: „Wir haben einen unglaublichen Personalmangel wie viele andere Schulen“, sagte sie. Bei der letzten Schulleiterdienstbesprechung habe es geheißen: „90 Prozent sind jetzt die neuen 100 Prozent“, sagte sie. „Das hat es noch nie gegeben. Und wenn man Gymnasiallehrer abgezogen hat, um die Stellen zu besetzen“, so Worpenberg. Man habe kurzfristig einen Notstundenplan stecken können, weil zwei Studentinnen einige Stunden übernehmen. „Zum Glück haben die inklusiven Schüler alle Schulbegleiter gefunden, das läuft ganz gut“, sagte sie. Man würde auch gern das Betreuungspersonal am Nachmittag aufstocken: „Die Ganztagsbetreuung ist eine reine Notversorgung, die Eltern müssen berufstätig sein, mehr können wir derzeit nicht abdecken.“ Aber einen Lichtblick gibt es: „Wir haben wieder einen neuen Hausmeister und der ist in Gold nicht aufzuwiegen“, sagte Britta Worpenberg.

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