„Fremantle Highway“  Regierung gibt Antworten zu Brand von Autofrachter

Martin Alberts
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Von Martin Alberts
| 05.09.2023 16:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Zwei Hubschrauber waren während des Feuers auf der „Fremantle Highway“ im Einsatz. Foto: Van Der Caalj/ANP/DPA
Zwei Hubschrauber waren während des Feuers auf der „Fremantle Highway“ im Einsatz. Foto: Van Der Caalj/ANP/DPA
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Lief bei der Rettungsaktion auf dem brennenden Autofrachter „Fremantle Highway“ alles korrekt? Die niederländische Regierung äußert sich nun und sieht auch eine Verantwortung beim Schiffskapitän.

Den Haag - Warum kamen die angeforderten Rettungshubschrauber so spät zum brennenden Autofrachter „Fremantle Highway“? Mit dieser Frage hatte sich die Kommission für Infrastruktur und Wasserwirtschaft des niederländischen Parlaments Anfang August an den zuständigen Minister Mark Harbers gewandt. Nun veröffentlichte die Regierung in Den Haag eine ausführliche Stellungnahme zu dem Unglück auf der Nordsee.

Auf der „Fremantle Highway“ war in der Nacht auf den 26. Juli ein Feuer ausgebrochen, als der Frachter vor der niederländischen Wattenmeerinsel Ameland unterwegs war. Als die Helikopter vor Ort waren, um die Besatzung vom Schiff zu holen, waren sieben Crewmitglieder bereits auf Anordnung des Kapitäns von Bord des etwa 20 Meter hohen Schiffs gesprungen. Ein Mann aus Indien starb in der Folge, wie nun auch aus dem Bericht der Regierung hervorgeht. Die anderen erlitten teils schwere Verletzungen.

Anforderungen änderten sich während des Einsatzes plötzlich

Entscheidend für den Verlauf der Rettungsaktion sei gewesen, dass sich die Anfrage von der „Fremantle Highway“ während der Unglücksnacht plötzlich geändert habe: „Was als Einsatz zur Brandbekämpfung gestartet ist, wurde letztendlich ein Rettungseinsatz“, so Harbers im Bericht. Zunächst habe die Besatzung erklärt, sie wolle den Brand an Bord selbst bekämpfen und brauche hierbei Unterstützung. Die Küstenwache habe deshalb die entsprechende Prozedur eingeleitet: Die beiden Helikopter seien von ihren Stützpunkten zunächst nach Rotterdam geflogen, um dort ein speziell ausgebildetes Feuerwehrteam aufzunehmen.

Etwa zwei Stunden nach Ausbruch des Brandes sei die Lage jedoch eskaliert, die Rettungsboote seien für die Crew der „Fremantle Highway“ nicht mehr zu erreichen gewesen. Zu diesem Zeitpunkt sei ein Hubschrauber bereits auf dem Weg zum Schiff gewesen – allerdings mit den Feuerwehrleuten an Bord. Diese hätten zunächst in Den Helder an der Küste wieder abgesetzt werden müssen. Der andere Hubschrauber habe die Feuerwehrleute wieder nach Rotterdam gebracht, ehe er zum Schiff geflogen sei.

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Verantwortlich dafür, ob für die „Fremantle Highway“ eine Unterstützung bei der Brandbekämpfung oder eine Evakuierung angefordert wurde, sei letztendlich der Kapitän des Frachters gewesen, heißt es vom Minister. Laut Schiffssicherheitsvertrag müsse die Crew eines Schiffs ein Feuer immer auch selbst bekämpfen können. Es sei auch am Kapitän, Hilfe bei der Brandbekämpfung anzufordern und zu entscheiden, ob und auf welche Weise die Crew ein Schiff im Extremfall verlasse.