Dreharbeiten in Leeraner Altstadt Im 23. „Friesland“-Krimi wird abgetaucht
In der Leeraner Altstadt wird wieder gedreht. Teil 23 der „Friesland“-Krimireihe entsteht zwischen Stadtbibliothek und Hafenpromenade. Die Macher verrieten am Montag Details.
Leer - „Ich will bis heute Nachmittag einen ausführlichen Bericht auf meinem Schreibtisch sehen - ist das klar?“ Kommissar Brockhorst, alias Felix Vörtler, pfeift seine Kollegen Süher Özlügül und Henk Cassens an. Die Schauspieler Sophie Dal und Maxim Mehmet brauchen am Montagmittag ein dickes Fell. Nicht nur, dass es die letzte Szene vor der Mittagspause wird. Die Tirade ihres „Chefs“ müssen sich die beiden Darsteller viele Male anhören, bis Regisseurin Astrid Schult alle Bilder so im Kasten hat, wie sie es für den 23. Teil des „Friesland“-Krimis braucht. Der Film ist wieder in der Stadt. „Für die Stadt Leer ist der ,Friesland’-Krimi ein Gewinn auf ganzer Linie. Unsere Stadtführer können sich vor Anfragen gar nicht retten“, sagte Bürgermeister Claus-Peter Horst beim Pressegespräch. Die Beliebtheit des Krimis wirkt sich mittlerweile auch auf das Team aus. „Es ist manchmal eine Herausforderung, Hotelzimmer für die Drehzeit zu bekommen“, verrät Produzentin Melissa Graj. Der Filmtourismus boomt also.
Die Folge „Abdrift“ wird seit der vergangenen Woche in der Leeraner Altstadt gedreht. Das Filmteam war auch im Holter Hammrich, in Nettelburg und auf einer Emder Werft unterwegs. Diese Woche sind sie nur noch in Leer. Die Stadtbibliothek ist wieder die Polizeiwache und auch die anderen Lokalitäten in Rathaus- und Brunnenstraße werden wieder zu Filmsets. Produzentin Melissa Graj hat noch einen Extra-Tipp für Fans, die die Darsteller bei der Arbeit beobachten möchten: „Wir drehen auch wieder an Henks Hausboot am Hafen“, sagt die Filmproduzentin.
Leiche in der Ems
In „Abdrift“ entdeckt Bestatter Wolfgang Habedank (Holger Stockhaus) seine Leidenschaft fürs Apnoetauchen. Bei einem seiner Tauchgänge kommt es jedoch zu einem grausamen Fund – eine Leiche liegt auf dem Grund der Ems. Der Tote ist der Hochschulprofessor Dr. Lars Schäfer, dessen Tod offenbar kein Unfall war. Für die Aufnahmen wurde allerdings nicht in der Ems gedreht. „Da war das Wasser dann doch für die Aufnahmen zu brackig“, sagt Graj.
Mittlerweile wird seit zehn Jahren in Leer gedreht. „Als ich das erste Mal in Leer aus dem Zug gestiegen bin, hat es geschüttet wie aus Eimern. Da habe ich gedacht: Wo bin ich hier gelandet?“, sagt Sophie Dal beim Pressegespräch. Das habe sich gründlich gewandelt. „Es ist schon eine Art zweites Zuhause“, sagt die Berlinerin. Auch für Felix Vörtler fühle es sich gut an, wieder nach Ostfriesland zu kommen. Routine sei es nicht, obwohl sich einiges schon altbekannt anfühle. Nur eine Sache wird für Maxim Mehmet trotz mittlerweile drei Drehs pro Jahr in Leer nicht zur Routine: „An den Wind kann man sich einfach nicht gewöhnen“, sagt er. Bereits zu seinem Einstand vor ein paar Jahren erzählte er, dass er nach einem Drehtag wegen des Windes abends todmüde sei.
Regen erschwert Arbeit
Das Wetter ist für die Filmcrew durchaus eine Herausforderung: „Gerade in der letzten Woche hatte wir echt Pech und viel Regen“, sagt Produzentin Melissa Graj. Das ist eine Herausforderung für das Team. „Bei Schauern warten wir die Regengüsse ab und dann muss das Team den Drehort wieder auf Anschluss bringen“, erklärt die Produzentin. Das bedeutet, dass alles abgetrocknet werden muss: Von Tischen und Stühlen bis zu Autos und anderen Requisiten. „Wenn es nur regnet, dann drehen wir eben im Regen“, sagt Graj.
Wann der „Friesland“-Krimi zu sehen sein wird, steht noch nicht fest. Noch stehen drei weitere Krimis in den Startlöchern, die im kommenden Jahr gezeigt werden. Wie variabel die Sendetermine der ZDF-Krimireihe sein können, bekam der Krimi zu Jahresbeginn zu spüren. Wegen des Erfolgs der Handballer bei der Weltmeisterschaft wurde kurzerhand die Ausstrahlung von „Artenvielfalt“ verschoben. Noch härter traf es „Landfluchten“. Der jüngste Teil der Serie wurde parallel zum Eurovision Song Contest ausgestrahlt. Produzentin Melissa Graj sieht es allerdings sportlich: „So starke Konkurrenz spricht für ,Friesland‘.“ Schließlich seien die Quoten weiterhin gut gewesen. Außerdem ist die Krimireihe jederzeit in der ZDF-Mediathek erreichbar.