Nach Nazi-Konzert  Krummhörner Rat positioniert sich gegen Rechts

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 01.09.2023 11:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Am Tag des Konzerts fand eine Mahnwache statt. Foto: Keller/Archiv
Am Tag des Konzerts fand eine Mahnwache statt. Foto: Keller/Archiv
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Die Politik in der Gemeinde Krummhörn, ohne AfD, reagiert auf das Nazi-Konzert Anfang August in der Krummhörn. Es gibt eine Resolution und Unterstützung für Schulen.

Krummhörn - Die Krummhörner Politiker von SPD, CDU, SWK, Grüne und Freie Bürgerliste (FBL) sowie Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) reagieren auf das aus dem rechtsextremen Spektrum heraus organisierte Konzert Anfang August in der Gemeinde. Offiziell wird die Resolution erst auf der nächsten Ratssitzung im Oktober. „Wir wollen aber zeitnah reagieren“, so der Ratsvorsitzende Heiko Ringena (FBL) gegenüber dieser Zeitung. Deswegen veröffentliche man den Text schon jetzt, vor dem Beschluss.

„Die Ereignisse und Diskussionen um rechtsradikale Umtriebe der letzten Wochen in der Krummhörn beunruhigen uns in einem Maße, dass wir, der Rat der Gemeinde Krummhörn, uns veranlasst sehen, klar Stellung zu beziehen“, heißt es im Vorspann zur eigentlichen Resolution.

Die Resolution im Wortlaut

Man bedanke sich zudem „ausdrücklich bei den Einsatzkräften von Polizei, Zoll und Staatsschutz“ sowie „bei den Bürgerinnen und Bürger für das Abhalten einer Mahnwache“. Das Engagement zeige, „dass der Staat und die Gesellschaft nicht bereit sind, diesem Treiben tatenlos zuzusehen“.

Die eigentliche Resolution geben wir nachfolgend im Wortlaut wieder.

„Wir, der Gemeinderat der Gemeinde Krummhörn, erteilen hiermit jeglichen extremistischen Gruppen und Strömungen eine klare Absage. Wir lehnen Hass und Gewalt sowie die Leugnung historischer Tatsachen, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus zutiefst ab. Die Ratsmitglieder des Rates der Gemeinde Krummhörn stehen für Freiheit, Toleranz, internationales Miteinander, Solidarität und Demokratie.

Der Rat regt bei den Verantwortlichen in den örtlichen Schulen an, die aktuellen Aktivitäten zu verstärkter Information und Diskussion mit ihren Schülerinnen und Schülern über die Greul der NS-Geschichte und die heutigen Versuche der Verharmlosung, Rechtfertigung und Desinformation durch Rechtsextremisten zu nutzen. Sollten die hieraus erwachsenden Fortbildungs- und Aufklärungsmaßnahmen zusätzliche Finanzmittel erfordern, wird der Rat sie bereit stellen.

Darüber hinaus rufen wir alle Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, Gesicht zu zeigen und mit uns aufzustehen gegen Fremdenfeindlichkeit und Hass.“

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