„Fremantle Highway“ Auto gerät beim Bergen von Frachter in Brand
Es war eines der letzten intakten Elektroautos, das von Bord geholt wurde: Ein Wagen fing am Mittwoch beim Bergen von der „Fremantle Highway“ Feuer. Die Experten sind auf solche Fälle vorbereitet.
Eemshaven - Beim Bergen der Fahrzeuge vom ausgebrannten Frachter „Fremantle Highway“ ist am Mittwoch in Eemshaven ein Auto in Brand geraten, wie niederländische Medien übereinstimmend berichten. Das Schiff liegt seit dem 3. August in dem Hafen auf der niederländischen Seite der Emsmündung, nachdem in der Nacht auf den 26. Juli an Bord ein Feuer ausgebrochen war. Ein Besatzungsmitglied war infolge des Brandes ums Leben gekommen.
Auto vat vlam na lossen van vrachtschip Fremantle Highway https://t.co/ZCu52LGz9n
— NOS (@NOS) August 30, 2023
Inzwischen sind Bergungsexperten seit mehr als einer Woche damit beschäftigt, die noch weitgehend intakten Fahrzeuge vom Schiff zu holen. Etwa 2700 der insgesamt knapp 3800 Autos wurden durch das Feuer zerstört, etwa 1000 sind nach Angaben der Bergungsexperten aber noch in einem relativ guten Zustand. Viele von ihnen wurden bereits von Bord gefahren, nachdem sie auf dem Schiff gereinigt wurden.
Reaktion in E-Auto-Batterie führte zum Brand
Bei dem Auto, das nun Feuer fing, handele es sich um eines der letzten von den unteren Decks, die das Feuer größtenteils verschont hatte, berichtete die niederländische Rundfunkanstalt NOS mit Verweis auf das Bergungsunternehmen Smit Salvage. Das Elektroauto – auf Fotos ist zu sehen, dass es ein Mercedes ist – habe einen Wasserschaden und eine Reaktion in der Batterie des Wagens habe das Feuer verursacht. Doch Smit-Chef Richard Janssen beruhigt: „Wir sind auf alle Risiken vorbereitet und wussten, dass das passieren kann“, zitiert ihn NOS.
Fotos zeigen, dass das Auto mit einem Kran in einen speziellen Löschcontainer für E-Autos gehoben wurde, der in Eemshaven bereitstand. Genau für solche Fälle sei auch die Feuerwehr während der Bergung der Autos von der „Fremantle Highway“ vor Ort, teilte der Hafenbetreiber Groningen Seaports laut NOS mit.
Auch beschädigte Autos sollen von Bord geholt werden
Während die 1000 intakten Autos nun beinahe alle von Bord geholt wurden, wolle man sich bald auch um die zerstörten Fahrzeuge auf den oberen Decks kümmern. Dafür plane man ungefähr zehn weitere Tage ein, heißt es von Smit Salvage – womöglich aber auch mehr, sollte man bei der Bergung auf unerwartete Hindernisse stoßen. Peter Berdowski, Chef des Smit-Mutterkonzerns Boskalis, hatte zuvor bereits angedeutet, die zerstörten Autos, die teilweise mit den Decks verschmolzen sind, im Schiff zu belassen.
Die „Fremantle Highway“ kann noch bis Mitte Oktober in Eemshaven bleiben, anschließend wird der Liegeplatz für ein anderes Schiff benötigt. Für den Autofrachter dürfte es danach ins Ausland gehen – entweder für eine Reparatur oder zum Abwracken. Derzeit laufen noch die Untersuchungen der Reederei zur Ursache für das Feuer vom 26. Juli. Zunächst hatte es geheißen, die Batterie eines E-Autos sei der Brandherd gewesen. Nachdem deutlich wurde, dass zumindest ein Großteil der E-Autos noch intakt ist, kamen jedoch Zweifel auf. Die Brandursache ist somit offiziell weiterhin unklar.