Berlin  Rammstein-Ermittlung beendet: Spricht jetzt die Band?

Daniel Benedict
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Von Daniel Benedict
| 30.08.2023 17:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 1 Minute
Das Verfahren gegen Till Lindemann ist eingestellt. Foto: picture alliance/dpa
Das Verfahren gegen Till Lindemann ist eingestellt. Foto: picture alliance/dpa
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Die Berliner Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann eingestellt. Die Debatte über die Groupie-Kultur könnte jetzt erst richtig losgehen.

Die Rammstein-Ermittlungen sind eingestellt. Nach der Staatsanwaltschaft in Litauen kommt auch die deutsche Behörde zum Schluss: Es gibt keinen hinreichenden Tatverdacht, dass Till Lindemann Frauen missbraucht hat. Anzeige wurde nur von Dritten erstattet. Opfer haben sich nicht gemeldet.

Über Monate wurden Till Lindemann schlimmste Verbrechen zugetraut. Vor, hinter, sogar unter der Rammstein-Bühne schien alles möglich. Die massive Aufregung ist jetzt hoffentlich beendet. Die Debatte selbst ist es nicht. Im Gegenteil: Dass die strafrechtlichen Vorwürfe vom Tisch sind, sollte eine Diskussion erst möglich machen. Nicht über angebliche Verbrechen, sondern über die moralische Grauzone der Groupie-Kultur.

Einvernehmlicher Sex zwischen Erwachsenen ist Privatsache, auch wenn die Beziehung noch so asymmetrisch ist. Das Bild, das selbst Rammstein-Anhänger gezeichnet haben, hat allerdings Fragen aufgeworfen: Wie professionell werden Fans und Rockstars zusammengeführt? Wie offen werden sexuelle Absichten kommuniziert? Wie manipulativ werden Fans auf Dates mit den Stars vorbereitet? Ohne Angst vor juristischen Konsequenzen sollte die bislang eher schweigsame Band darüber jetzt offen sprechen – und mit ihr dann bitte die ganze Branche.

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