Was steckt dahinter?  Bunte Frisuren und große Augen – Manga Mania in Leer

Wiebke Rose
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Von Wiebke Rose
| 31.08.2023 11:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Fans des beliebten Mangas "Naruto" können beim Manga Day am 16. September auf ihre Kosten kommen. Hier präsentiert Antonia Rühm den ersten Band. Foto: Ortgies
Fans des beliebten Mangas "Naruto" können beim Manga Day am 16. September auf ihre Kosten kommen. Hier präsentiert Antonia Rühm den ersten Band. Foto: Ortgies
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Ob Naruto, One Piece oder Death Note, Mangas sind schon seit langem im Trend. Aber was genau kann man sich darunter eigentlich vorstellen? Gibt es das auch bei uns?

Leer - In Buchhandlungen finden sich eigene Abteilungen, es gibt einen eigenen Zeichenstil, Zeichentrickfilme die auf den Büchern basieren: Keine Frage, Mangas sind nicht nur vielfältig in ihrer Darstellungsform, sondern liegen auch schon seit Langem im Trend. Davon zeugt unter anderem die Manga-Szene in der Region, die sich für den bevorstehenden Manga Day auf eine große Veranstaltung in Leer freuen darf. Aber worum handelt es sich bei Mangas eigentlich genau?

Die einfachste Antwort auf die Frage lautet wohl: Japanische Comic-Bücher. Der genaue Zeitpunkt des Ursprungs ist allerdings umstritten. Theorien reichen vom japanischen Mittelalter und dem Ende des 19. Jahrhunderts, ab dem westliche Einflüsse den Manga veränderten, bis in die Nachkriegszeit. Heute wird der Begriff Manga sehr weitläufig verwendet, so auch für Comics, die nicht aus Japan stammen, aber an den Inhalt und Zeichenstil klassischer Mangas angelehnt sind. Ein großer Unterschied zu herkömmlichen Comics wie denen von Disney oder Marvel besteht in der Lesart. Ein Manga wird von rechts oben nach links unten gelesen, man fängt also an der Seite an, wo bei den uns geläufigen Büchern das Ende ist. Oft wird in Mangas deshalb extra darauf hingewiesen, von wo nach wo die Geschichte gelesen werden muss.

Lesen nur Jugendliche Mangas?

Und für welche Altersklasse eignen sich Mangas nun eigentlich? Dem Leser sind hier keine Grenzen gesetzt. Es gibt verschiedene Kategorien, wie die Shōjo-Manga, deren Zielgruppe weibliche Jugendliche sind. Während sie Themen wie die erste Liebe, Freundschaft oder Schule behandeln, geht es bei den Shōnen-Manga vor allem um Abenteuer, Action oder den Kampf gegen böse Mächte. Die Zielgruppe sind daher eher männliche Jugendliche. Hauptsächlich an erwachsene Frauen richten sich die Josei-Manga, sie behandeln oft das Arbeits- oder Familienleben. Das Gegenstück für männliche Erwachsene ist hier der Seinen-Manga, der sich längst nicht auf ein Genre beschränkt, von Sport- bis Kriminalgeschichten ist alles vertreten. An diese Vorgaben muss sich natürlich niemand halten, sie dienen lediglich als Empfehlung, um bei der Auswahl des richtigen Mangas zu helfen.

Wie sieht es in der Region Leer mit Mangas aus?

Auch im Umkreis von Leer ist die Manga-Szene aktiv. In der Buchhandlung Thalia und im Buchladen in der Altstadt finden sich eigene Regale und Aufsteller und auch in der Stadtbibliothek Leer, werden begeisterte Leser fündig. Diese veranstaltet darüber hinaus jedes Jahr kurz vor den Sommerferien eine Animenacht. Moment, Anime? Kurz gesagt bilden Animes das Gegenstück zu Mangas, also eine Zeichentrickserie, die oft auf einem Manga basiert. Dieses Jahr habe die Beteiligung bei weit über 100 Kindern und Jugendlichen gelegen, berichtet Bernhard Bökenkamp, Diplom-Bibliothekar in der Stadtbibliothek Leer.

Die Nachfrage ist also durchaus vorhanden, weshalb auch alle zwei bis drei Jahre in Kooperation mit der japanischen Mangazeichnerin (auch "Mangaka" genannt) Izumi Mikami-Rott ein Zeichenkurs in den Sommerferien angeboten wird. Kommendes Jahr ist es voraussichtlich im Juni wieder soweit. Passend dazu verleiht die Stadtbibliothek nicht nur Mangas, sondern auch Sachbücher, die das Zeichnen der beliebten Figuren erklären. Im Allgemeinen sei jedoch das Manga lesen beliebter als das zeichnen, so Bökenkamp.

Mit Moritz Bergmann als Aushilfe hat der Buchladen in der Altstadt einen Experten auf dem Gebiet Manga. Foto: Ortgies
Mit Moritz Bergmann als Aushilfe hat der Buchladen in der Altstadt einen Experten auf dem Gebiet Manga. Foto: Ortgies

Wie wird der Manga Day in Leer gefeiert?

Wer nicht so lange warten möchte, der erhält schon zum Manga Day am 16. September die Gelegenheit, in die Welt des Mangas einzutauchen. Bei Thalia in Leer sind dann nicht nur Gratis-Mangas erhältlich, es wird außerdem von 13 bis 17 Uhr ein Zeichenworkshop von der Mangaka Usaya angeboten. Eine Rallye bietet den Teilnehmern und Teilnehmerinnen zudem die Möglichkeit Preise zu gewinnen.

Damit ist der Tag allerdings noch längst nicht zu Ende. Abends veranstalten die Buchhandlung Thalia, das Kino-Center Leer, die Lasertag Lounge und Expert Bening gemeinsam einen Cosplay-Wettbewerb im Kino. Cosplay? Und was ist das jetzt wieder?

Beim Cosplay verkleiden sich die Teilnehmer als eine bestimmte Figur, beispielsweise aus einem Manga, Anime oder Videospiel. Das Ziel ist dabei, so nah am Original wie möglich zu bleiben. "Ab 18 Uhr können alle Manga- und Animefans vor dem Kino über 'den roten Teppich' laufen", erklärt Judith Münch, Filialleiterin von Thalia in Leer gegenüber dieser Zeitung. Der eigentliche Wettbewerb findet dann ab 18.30 Uhr statt, auch hier gibt es Preise zu gewinnen.

Zum Abschluss zeigt das Kino den Animationsfilm "Jujutsu Kaisen 0", der auf dem gleichnamigen Manga basiert, in Originalsprache mit Untertiteln.

Lust aufs Lesen bekommen?

Wer jetzt neugierig geworden ist, und vielleicht selbst mal einen Manga lesen möchte, kann sich von diesen Empfehlungen inspirieren lassen: "Haikyu!!" von Haruichi Furudate (ISBN: 978-2-88921-938-4), "Death Note" von Tsugumi Ohba (ISBN: 978-3-86580-611-6), "Jujutsu Kaisen" von Akutami Gege (ISBN: 978-2-88951-082-5) oder Namaiki Zakari von Miyuki Mitsubachi (ISBN: 978-3-7704-9729-4).

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