Berlin  „Hush-Trips“: Wenn Arbeitnehmer heimlich Urlaub statt Homeoffice machen

Jule Pinno
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Von Jule Pinno
| 28.08.2023 22:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein gesetzlich verankertes Recht auf Homeoffice besteht in Deutschland derzeit nicht. Foto: IMAGO IMAGES / Pond5 Images
Ein gesetzlich verankertes Recht auf Homeoffice besteht in Deutschland derzeit nicht. Foto: IMAGO IMAGES / Pond5 Images
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Aktuell kursiert der Trend „Hush Trips“ in den sozialen Medien. Dabei machen vor allem junge Menschen heimlich Urlaub, obwohl sie offiziell im Homeoffice sein sollten. Doch ist das legal? Und welche rechtlichen Folgen kann das haben?

Folgt nun auf die Vier-Tage-Woche und das Homeoffice die sogenannten „Hush Trips“? Der Begriff beschreibt, dass Arbeitnehmer ohne Wissen des Arbeitgebers verreisen, obwohl sie eigentlich zu Hause im Homeoffice sein sollten. Die Arbeit wird dennoch erledigt, aber nicht am vereinbarten Ort, sondern bei einem heimlichen Urlaub.

Eigentlich gibt es solch ein Modell bereits. Es nennt sich Workation und ist aus den beiden englischen Begriffen „work“ und „vacation“ entstanden. Es soll die Kombination von Urlaub und Arbeit ausdrücken. Ein Urlaub muss dafür nicht beim Arbeitgeber beantragt werden, da lediglich der Arbeitsort wechselt und das Unternehmen darüber informiert wird.

Wer seinen spontanen Urlaub nicht mit dem Arbeitgeber abspricht, muss mit rechtlichen Konsequenzen für den „Hush Trip“ rechnen. Die österreichische Zeitung „der Standard“ sprach nun mit einer Arbeitsrechtsexpertin über das Problem.

„Der Arbeitsort ist das eigene Zuhause“, stellt die Expertin Jasmin Haindl klar. Wer heimlich in den Urlaub fährt und keinen offiziellen Urlaub hat, kann rechtliche und insbesondere versicherungstechnische Probleme in Deutschland bekommen. Bei Verletzungen oder Krankheit hat der Arbeitnehmer keinen Versicherungsschutz. Ein „Hush Trip“ kann im schlimmsten Fall eine Kündigung nach sich ziehen.

Hinzu können steuerrechtliche Fragen kommen, wenn sich der Aufenthalt in einem anderen Land über einen längeren Zeitraum erstreckt.

Angelika Prattes, eine Expertin für agile Führung, betont gegenüber der Zeitung, dass die Frage des Vertrauens im Vordergrund stehe. In Zeiten von Homeoffice seien Gespräche zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern immer wichtiger. Es müsse vorab immer geklärt werden, welche Erwartungen bei Parteien an den anderen haben. Kommunikation sei essenziell.

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