Eemshaven/Leiden  Was geschieht mit den Autos vom Unglücks-Frachter?

Martin Alberts
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Von Martin Alberts
| 25.08.2023 19:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Am Wochenende rollen die ersten Autos in Eemshaven von Bord der „Fremantle Highway“. Auf dem Schiff waren sie bereits gewaschen worden. Foto: imago images/ANP
Am Wochenende rollen die ersten Autos in Eemshaven von Bord der „Fremantle Highway“. Auf dem Schiff waren sie bereits gewaschen worden. Foto: imago images/ANP
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Viele der Autos, die in Eemshaven vom ausgebrannten Frachter „Fremantle Highway“ rollen, sehen aus wie neu. Aber können die Hersteller sie noch verkaufen? So schätzt ein Experte die Situation ein.

Seit dem vergangenen Wochenende werden die noch weitgehend intakten Fahrzeuge im niederländischen Eemshaven von dem ausgebrannten Autofrachter „Fremantle Highway“ geholt. Viele der Wagen sehen zumindest äußerlich aus wie neu, nachdem sie die Waschanlage auf dem Schiff durchquert haben. Die zuständigen Bergungsunternehmen gehen davon aus, dass es etwa eine Woche dauert, bis die rund 1000 intakten Autos von Bord sind, berichtete die Zeitung „De Telegraaf“.

Zunächst werden die Fahrzeuge in Eemshaven auf einem speziellen Gelände abgestellt. Was mit ihnen geschieht, müssen die Autohersteller – darunter BMW und Mercedes – sowie deren Versicherer entscheiden.

„Es ist denkbar, dass auch die intakten Autos letztendlich abgeschrieben werden, weil die Hersteller die Qualität ihres Produkts nicht mehr garantieren können“, sagt Dr. Arnold Tukker, Professor für Industrielle Ökologie an der Universität Leiden, laut Mitteilung der Hochschule. „In dem Fall wäre es logisch, dass noch funktionierende Teile, etwa Motoren oder Batterien, wiederverwendet werden.“ Hierfür müssten die Teile aber genau untersucht werden. Wenn die Batterie eines Elektroautos etwa nur noch zu 80 Prozent geladen werden könne, sei sie für den Einsatz in Fahrzeugen nicht mehr zu gebrauchen, so Tukker. Sie könne aber beispielsweise noch für die stationäre Stromversorgung verwendet werden.

Als in der Nacht auf den 26. Juli an Bord der „Fremantle Highway“ ein Feuer ausbrach, war das Schiff mit 3800 Fahrzeugen vor der niederländischen Küste unterwegs. Ein Crewmitglied kam infolge des Brandes ums Leben. 2700 Autos sind laut Bergungsexperten komplett zerstört, teils sind sie mit den Decks verschmolzen. Aber auch sie könnten noch recycelt werden, meint Tukker: Der Stahl könne zerkleinert und wiederverwendet werden. Weitaus schwieriger sei dies hingegen bei beschädigten Batterien.

Ob die zerstörten Autos aber überhaupt von Bord geholt werden, ist unklar. Bergungsunternehmer Peter Berdowski hatte bereits angedeutet, dass man die Fahrzeuge auf dem Schiff lassen werde. Die „Fremantle Highway“ kann noch bis zum 14. Oktober in Eemshaven liegen. Anschließend soll der Frachter ins Ausland, um dort abgewrackt oder repariert zu werden.

Weiterlesen: Fremantle Highway: E-Auto fängt bei Bergung an zu brennen – Debatte um Brandursache und Abgebrannter Autofrachter Fremantle Highway verlässt heute Eemshaven

Dieser Artikel erschien zuerst in der Ostfriesen-Zeitung in Leer.

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