Bezirksligaspiele am Mittwoch Flutlicht-Ausfall bringt Germania Leer aus dem Konzept
Leer führte 3:0 gegen Borssum, als im Hoheellern-Stadion plötzlich das Flutlicht ausging. Der VfL siegte am Ende knapp. In einer weiteren Partie wurde die 0:4-Niederlage für Wiesmoor zur Nebensache.
Ostfriesland - Last-Minute-Sieg für den SV Holtland, große Sorgen bei Germania Wiesmoor und ein Flutlicht-Ausfall, der Germania Leer aus dem Konzept brachte: Am ersten Mittwochsspieltag der Saison war in der Fußball-Bezirksliga in den sechs Partien wieder einiges los.
VfL Germania Leer – SV BW Borssum 4:3 (1:0). „Die Revanche ist uns geglückt“, sagte VfL-Trainer Erhan Colak. Aufsteiger BW Borssum hatte vor zwei Wochen die Leeraner mit einem 1:0-Sieg aus dem Bezirkspokal geworfen. Am Mittwochabend hatten die Germanen das bessere Ende für sich. Nach einer 1:0-Pausenführung durch Ole Janssen, erhöhte der Moldawe Piotr Gherman kurz nach dem Seitenwechsel auf 2:0. Zehn Minuten später legte er das 3:0 nach. Dann fiel plötzlich das Flutlicht im Hoheellern-Stadion aus und die Partie musste für zehn Minuten unterbrochen werden. „Diese Zwangspause tat uns gar nicht gut. Wir sind aus dem Rhythmus gekommen“, sagte Colak.
Tore: 1:0 Janssen (43.), 2:0, 3:0 Gherman (48., 58.), 3:1 Böse (79./Foulelfmeter), 3:2 Wienekamp (87.), 4:2 Murovanii (90.), 4:3 Rieger (90.+5).
TV Bunde – Germania Wiesmoor 4:0 (1:0). Die Gäste waren personell arg geschwächt ins Rheiderland gereist. „Wir hatten zehn Akteure, die uns verletzungs- und krankheitsbedingt nicht zur Verfügung standen“, sagte Co-Trainer Detlef Nietsch, der den ortsabwesenden Coach Jürgen Zimmermann vertrat. Drei Spieler aus der 2.-Herren-Mannschaft hatten am Mittwoch ausgeholfen. „Angesichts der Personallage haben es die Jungs gut gemacht“, sagte Nietsch. Die Wiesmoorer konnten aus ihren Chancen allerdings kein Kapital schlagen – so wie in der zweiten Minute, als Alen Berisa an Bundes Torwart Joost-Dirk Oltrop scheiterte. Die Bunder machten es besser und gingen nach acht Minuten durch Tom Siemens in Führung, die bis zur Pause hielt. In der 56. Minute legte Bundes Topstürmer Eike Schmidt das 2:0 nach. Vollends einverstanden war Wiesmoors Co-Trainer mit den beiden Treffern nicht: Vor dem 1:0 habe er den Ball im Seitenaus gesehen, dem zweiten Treffer sei ein Foul vorausgegangen. Daniel Hoppen und erneut Eike Schmidt, der in der Nachspielzeit Wiesmoors Keeper überlupfte, sorgten mit ihren Treffern aber für klare Verhältnisse. „Der Sieg für die Bunder geht letztlich in Ordnung. Sie sind körperlich einfach robuster und spielstärker“, sagte Nietsch.
Nach dem Abpfiff wurde das Ergebnis für die Wiesmoorer ohnehin schnell zur Nebensache: Germania-Spieler Nils Lammers klagte über starke körperliche Beschwerden, sodass ein Krankenwagen gerufen werden musste. Der 25-Jährige liegt im Krankenhaus. Eine genaue Diagnose steht noch aus.
Aus Sorge um ihren Spieler baten die Wiesmoorer den SV Hage um eine Verlegung des für diesen Freitag angesetzten Heimspiels. Die Gäste aus Hage willigten ein, die Partie findet diesen Freitag nicht statt.
Tore: 1:0 Siemens (8.), 2:0 E. Schmidt (56.), 3:0 Hoppen (65.), 4:0 E. Schmidt (90.+1).
TuS Hinte – TuS Pewsum 2:3 (0:2). Wieder war Hintes Trainer Matthias Voss mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden, doch auch im dritten Punktspiel reichte es nicht für etwas Zählbares und zum dritten Mal verlor der Aufsteiger mit nur einem Tor Unterschied. In dem teilweise ruppigen Nachbarschaftsderby, in dem Schiedsrichter Enno Johannes Träger aus Leer laut Voss einen guten Job machte, gerieten die Gastgeber in der ersten Halbzeit mit 0:2 in Rückstand. Kurz nach der Pause erhöhten die Pewsumer auf 3:0. Hinte gab sich aber nicht auf und kam durch den Doppeltorschützen Andre Janssen zurück. Er traf zunächst per direkt verwandeltem Freistoß, der noch abgefälscht wurde, zum 1:3. In der 80. Minute erzielte er per Kopf das 2:3. „Wir hätten danach noch nachlegen müssen. Wir hätten das 3:3 verdient gehabt“, sagte Voss. Doch dazu kam es nicht. „Wir müssen unsere individuellen Fehler abstellen. Dann wird bei uns hoffentlich bald der Knoten platzen und wir werden die ersten Punkte einfahren“, sagte Voss.
Tore: 0:1 Hempelmann (30.), 0:2 Lambrecht (42.), 0:3 Hempelmann (48.), 1:3, 2:3 Janssen (60., 80.).
SV Holtland – TuS Strudden 3:2 (1:0). Es sei ein nervenaufreibendes Spiel gewesen, sagte SVH-Trainer Stefan Marx. Der Holtlander Siegtreffer fiel erst in der 90. Minute. „Da tat mir Strudden schon etwas leid. Solch ein Tor am Ende ist immer bitter“, weiß Marx. Zu Beginn des Spiels war seine Mannschaft aber die klar bessere. Die beiden ersten Treffer fielen dabei vom Punkt aus: Steffen Busemann verwandelte zweimal einen Foulelfmeter, sodass die Gastgeber nach 53 Minuten mit 2:0 in Führung lagen. Kurz danach wechselte Marx seinen defensiven Mittelfeldspieler Parfalt Coffy Yobouet, der rotgefährdet war, aus. „Das war vielleicht auch ein Grund, warum Strudden stärker wurde“, erklärte der Coach. Ubbe Rickels erzielte den 1:2-Anschlusstreffer. Danach verhinderte der TuS-Keeper Rene Breu mit einer Glanztat das mögliche dritte Holtlander Tor: Nach Vorarbeit von Busemann scheiterte Hendrik Jünke am Gäste-Torwart. In der 83. Minute kam der TuS durch Spielertrainer Thilo Janssen zum „verdienten Ausgleich“ – wie Marx sagte. Die Partie hätte mit einer Punkteteilung enden können, doch am Ende brandete bei den Hausherren noch mal Jubel auf: Nachdem sich Steffen Busemann gegen mehrere Struddener durchgesetzt hatte, bediente er Daniel Diekmann, der aus rund fünf Metern den Ball annahm und volley ins Tor beförderte. Danach „musste“ die Partie langsam zu Ende gehen, denn wegen des fehlenden Flutlichts wurde es auf dem Platz in Holtland ziemlich düster. „Hätten wir noch zehn Minuten weiter gespielt, wäre es ganz dunkel gewesen“, sagte Marx.
Tore: 1:0, 2:0 Busemann (32./Foulelfmeter, 53./Foulelfmeter), 2:1 Rickels (58.), 2:2 Janssen (83.), Diekmann (90.).
FC Norden – SpVg Aurich 3:0 (1:0). Die Norder feierten in ihrem vierten Saisonspiel den ersten Sieg. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte FC-Coach Bernd Buß. Das 1:0 fiel in der 16. Minute: Nach Vorlage von Johannes Fischbach brauchte Fidijas Perquku aus kurzer Distanz nur noch einzuschieben. Danach plätscherte das Spiel laut Buß im Mittelfeld vor sich hin. Nach der Pause machte Aurich Druck, zu erfolgreichen Abschlüssen kam die Mannschaft von Interimstrainer Milad Faqiryar aber nicht. Mitten in der Drangphase kassierten die Gäste das 0:2 durch Karsten Fröhlich. Danach kam es zum offenen Schlagabtausch, aber auch in dieser Phase fehlte Aurich das Glück oder hatte mit einer Abseitsentscheidung Pech (77.). „Aurich darf man zu keiner Zeit unterschätzen“, sagte Buß. Das taten die Norder auch nicht – und machten durch Fröhlich, der in der 80. Minute zum 3:0 traf, alles klar.
Tore: 1:0 Perquku (16.), 2:0, 3:0 Fröhlich (62., 80.).
SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel – TuS Middels 0:4 (0:2). Trotz der klaren Niederlage sprach Jheringsfehns Trainer Matthias Welzel von „der bislang besten Saisonleistung“ – vor allem im Hinblick auf die aktuell angespannte Personallage. Momentan fehlen Welzel bis zu sechs Stammspieler, die entweder verletzt, krank oder noch im Urlaub sind. „Personell fahren wir auf der letzten Rille“, sagte der Coach. Im Heimspiel gegen Middels geriet seine Mannschaft bereits nach elf Minuten in Rückstand. Danach hätten die Gastgeber durch Chancen von Markus Bloem und Tjado Kruse das Spiel drehen können. Bei Bloem landete der Ball zwar im TuS-Gehäuse, doch der Schiedsrichter Kai Steffens (Esens) hatte zuvor ein Handspiel gesehen und das Tor dementsprechend nicht gegeben. Kurz vor der Pause legte dann Henning Corell für Middels das Tor zum 2:0 nach. Kurz nach dem Seitenwechsel erhöhte er – nach einem Foul von Fabian Schilling – per Elfmeter auf 3:0. „Der Treffer hat uns den Zahn gezogen“, sagte Welzel. Für Middels sorgte Gyoksel Rasim schließlich mit einem Traum-Weitschuss für den 4:0-Endstand. „Aus meiner Sicht ist das Ergebnis zwei, drei Tore zu hoch ausgefallen“, sagte Matthias Welzel.
Tore: 0:1 Omar (11.), 0:2, 0:3 Corell (43., 59./Foulelfmeter), 0:4 Rasim (68.).