Atlanta  Donald Trumps Kurzbesuch im Gefängnis: Was am Donnerstag in Georgia passieren wird

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Von AFP User
| 23.08.2023 09:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Donald Trump muss am Donnerstag im Fulton County Jail in Atlanta vorstellig werden. Foto: imago-images/USA TODAY Network
Donald Trump muss am Donnerstag im Fulton County Jail in Atlanta vorstellig werden. Foto: imago-images/USA TODAY Network
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Ex-US-Präsident stellt sich am Donnerstag Georgias Behörden. Es ist bereits die vierte Anklage gegen Trump. Worum es in diesem Fall geht.

Donald Trump muss am Donnerstag ins Gefängnis - allerdings nur für sehr kurze Zeit: Der frühere US-Präsident wird sich nach seiner Anklage im Bundesstaat Georgia wegen Wahlbeeinflussung den Behörden in der Großstadt Atlanta stellen und soll erkennungsdienstlich behandelt werden. Antworten auf wichtige Fragen rund um das Verfahren:

Trump wurde am Montag vergangener Woche von einer Grand Jury in Atlanta wegen seiner Versuche angeklagt, den Ausgang der Präsidentschaftswahl 2020 in Georgia zu kippen. Die Anklage gegen den Ex-Präsidenten und republikanischen Präsidentschaftsbewerber umfasst 13 Punkte und fußt unter anderem auf einem Gesetz gegen organisierte Kriminalität. Trump soll sich mit 18 anderen Angeklagten verschworen haben, um sich trotz seiner Niederlage gegen den Demokraten Joe Biden zum Sieger der Wahl in Georgia erklären zu lassen.

Die zuständige Staatsanwältin Fani Willis gab Trump und den anderen Angeklagten Zeit bis Freitagmittag, sich freiwillig zu stellen - ansonsten droht die Vollstreckung eines Haftbefehls. Die Angeklagten werden im Gefängnis des Landkreises Fulton County in Atlanta - wegen seiner Adresse auch als „Rice-Street-Gefängnis“ bekannt - erkennungsdienstlich behandelt. Dabei werden üblicherweise unter anderem Fingerabdrücke genommen und Polizeifotos angefertigt.

Das gilt als wahrscheinlich, ist aber nicht sicher. Bei den drei vorherigen Anklagen gegen Trump in New York, Miami und Washington hatten die Behörden auf solche Aufnahmen verzichtet. Der Sheriff von Fulton County, Patrick Labat, hat dagegen erklärt, Trump solle gemäß der „normalen Praxis“ wie jeder andere Angeklagte auch behandelt werden, einschließlich Polizeifotos. Am Montag informierte der Sheriff die Presse darüber, wie sie an Polizeifotos gelangen kann - ohne aber konkret zu schreiben, dass es auch von Trump welche geben wird.

Die erkennungsdienstliche Behandlung des Ex-Präsidenten wird unter strikten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. So wird rund um das Gefängnis ein „harter Lockdown“ gelten, bei dem niemand das Gebiet betreten oder verlassen darf. Wie immer wird Trump von Personenschützern des Secret Service bewacht, der für den Schutz von Präsidenten und Ex-Präsidenten zuständig ist.

Die Haftanstalt in Atlanta ist wegen schlechter Haftbedingungen berüchtigt. Erst im Juli leitete das US-Justizministerium eine Untersuchung ein. Justizminister Merrick Garland verwies auf eine lange Liste von Vorwürfen, von „unsicheren, unhygienischen Lebensbedingungen“ über „übermäßige Gewalt“ und „Diskriminierung gegen Menschen mit psychischen Problemen“ bis hin zu einer fehlenden „angemessenen medizinischen Versorgung“ von Häftlingen. So starb in dem Gefängnis im September 2022 ein mit Insekten und Schmutz bedeckter Insasse, der unter psychischen Problemen gelitten hatte.

Der zuständige Richter Scott McAfee hat für Trump eine Kaution von 200.000 Dollar (rund 185.000 Euro) festgelegt. Kautionszahlungen sind in den USA üblich, um vor einem Prozess nicht in Untersuchungshaft sitzen zu müssen, wenn beispielsweise keine Fluchtgefahr besteht. In der Kautionsvereinbarung mit Trump ist festgehalten, dass Trump keinen Mitangeklagten oder Zeugen einschüchtern oder bedrohen darf. Das umfasst auch Posts auf Online-Plattformen.

Nein. Bei den drei vorherigen Anklagen erfolgte die erkennungsdienstliche Behandlung und die Anklageverlesung vor Gericht immer am selben Tag. In Atlanta wird dies an verschiedenen Tagen passieren. Die Anklageverlesung ist für die Woche ab dem 5. September angesetzt.

Staatsanwältin Willis hat einen Prozessbeginn am 4. März 2024 beantragt. Das wäre nur einen Tag vor dem als „Super Tuesday“ bekannten Wahltag, an dem in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten Präsidentschaftsvorwahlen stattfinden. Richter McAfee hat aber noch keinen Termin festgelegt. Bei einer Verurteilung droht dem Präsidenten eine mehrjährige Gefängnisstrafe.

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